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Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft prämiert die Zukunft der Medizinwirtschaft

18.12.2007
Mit insgesamt 50.000 Euro Preisgeld zeichnete der bundesweite Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft innovative Gründungsideen aus der Medizinwirtschaft aus.

151 Teilnehmer aus 78 Teams haben in den vergangenen drei Monaten intensiv daran gearbeitet, aus ihren Geschäftsideen fundierte Businesspläne zu machen. Diese sind die Grundlage für die nun anstehenden Unternehmensgründungen und damit für die Entstehung innovativer neuer Arbeitsplätze.

Geschäftspläne zur Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Entwicklung von Medikamenten, ein lichtmikroskopisches Verfahren zur färbungsfreien Zellbeobachtung und ein Hersteller von textilen Strukturen für die Verwendung bei der Implantatherstellung wurden bei der feierlichen Preisverleihung im Gelsenkirchener Schloss Horst ausgezeichnet.

Mit dem ersten Platz und einem Preisgeld von 30.000 Euro zeichnete die Jury das Team „Heraclitus Biosciences“ aus Bonn, das mittels einer molekularen Angel Zellen aus dem Gehirn isoliert, die sonst nur sehr schwer zugänglich sind. Bisher gab es bei Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) keine Möglichkeit die Isolierschicht um die Nervenfasern außerhalb des Körpers zu untersuchen und verschiedene Wirkstoffe zur Rettung der Zellen zu testen. Das neu entwickelte Verfahren schafft zum ersten Mal diese Möglichkeit. Angeboten wird es einerseits als Dienstleistung, zum anderen als Produkt für forschende Pharmaunternehmen. Mit Hilfe des Verfahrens können die Unternehmen neue diagnostische Mittel und darauf aufbauend neue Medikamente entwickeln.

Mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld von 15.000 Euro zeichnete die Jury Daniel Mahlmann aus Aachen und sein Team „InCellTec“, die ein lichtmikroskopisches Verfahren für die färbungsfreie Zellbeobachtung entwickelt haben, aus. Mit diesem kann auf optischem Weg die Trockenmasse von Zellen bestimmt werden. Durch die Massebestimmung von Zellkernen kann man unter anderem gesunde Zellen von Tumorzellen unterscheiden und so eine automatisierte Tumordiagnostik an Dünnschnitten ermöglichen. Zugleich ermöglicht das Verfahren die Lebendzelldiagnostik nun erstmals ohne Färbung. Auch ohne komplizierte Präparation kann so ein Maximum an Informationen aus Proben gewonnen werden.

Mit dem dritten Platz und einem Preisgeld von 5.000 Euro zeichnete die Jury das aus Aachen stammende Team „IMPLATEX“ aus. Dr. Michael Klöppels und seine drei Teamkollegen arbeiten an der Herstellung von textilen Strukturen als Halbzeug für Implantathersteller. Die Halbfertigwaren werden von Herstellern zusammen mit anderen Bauteilen zu kompletten Implantaten kombiniert. Das Team aus Ingenieuren beherrscht alle textilen Techniken und Fertigungsverfahren und kann deshalb besonders flexibel auf Kundenwünsche eingehen.

Doch auch alle anderen Teilnehmer gehören zu den Gewinnern des Businessplan Wettbewerbs Medizinwirtschaft. Als Top10-Unternehmen verfügen die nominierten Unternehmen über die besten deutschen Businesspläne der Branche. Zugleich wurden alle Geschäftspläne von der Startbahn Ruhr zertifiziert. Damit haben die Gründerinnen und Gründer beste Chancen für die Umsetzung ihrer Geschäftsideen:

Das Team „AntisenseTec“ aus Gelsenkirchen arbeitet an der Gründung eines Forschungsinstituts zur Entwicklung und Herstellung von behandelnden und vorbeugenden Impfstoffen gegen Viren. Zum Abschluss der mehrjährigen Forschungstätigkeit, für die auch der Aufbau von Sicherheitslaboren nötig ist, soll die Heilung von AIDS möglich sein. Teamleiter und Initiator Frank Meyer will mit dem gentherapeutischen Impfstoff erstmals die Heilung der Immunschwäche ermöglichen. Der Impfstoff soll ab dem Jahr 2013 die heute übliche Dauerbehandlung mit herkömmlichen Medikamenten, die zurzeit mit Kosten von 780.000 Euro pro Patient verbunden ist, ablösen. Im wissenschaftlichen Beirat des Instituts ist unter anderem Molekular-Virologin Prof. Dr. Karin Mölling von der Universität Zürich tätig.

Mit der Idee zur Entwicklung einer Onlineplattform für den Breitensport überzeugten Frank Knobloch und das Team „DeinSport“ aus Kassel. Um der Vision der grenzenlosen Vernetzung des Breitensports näher zu kommen, planen die Gründer nicht nur die Zusammenführung von Daten, sondern auch die Anreicherung dieser mit Mehrwertdiensten. So können Freizeitsportler ihre Übungsdaten manuell eingeben oder gleich von entsprechend ausgestatteten Fitnessgeräten übertragen lassen. Online-Wettkämpfe, neue Formen der Trainingsbetreuung und die zielgruppengenaue Schaltung von Werbung im Sportbereich werden nun erstmals in einer Plattform möglich. Für die Kunden angeboten wird neben der kostenfreien Standardmitgliedschaft eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft mit spezialisierten Diensten.

Unter dem Namen „Dornheim Medical Images“ geht eine Ausgründung der Universität Magdeburg an den Start. Das Team hat eine Software entwickelt, die Ärzten dabei hilft anstehende Operationen effizient und sicher zu planen. Statt wie bisher auf hunderte von einzelnen Schnittbildern zurück zu greifen, stellt die Software den Patienten in 3D dar und bietet dem Chirurgen wichtige Zusatzinformationen. Das ermöglicht nicht nur eine plastische Patientenaufklärung, sondern hilft zugleich dabei komplizierte Operationen zu visualisieren und diese noch sicherer auszuführen. Das Werkzeug für den Arzt ist eine wichtige Investition des Krankenhauses in Sicherheit und Effizienz. Schon in rund einem Jahr können die ersten Krankenhäuser mit dem System arbeiten.

„Ethik konkret“ nennt sich das Projekt von Dr. Mechthild Herberhold aus Altena. Sie bietet ihren Kunden Beratungen, Seminare und Moderationen zu Themen aus der Bioethik, Medizinethik, Unternehmensethik und Alltagsethik an und stößt damit vor in ein gefragtes aber derzeit oft vernachlässigtes Feld, in dem hoher Beratungsbedarf besteht. Durch die Begleitung ermöglicht Dr. Mechthild Herberhold ihren Kunden nicht nur neue Sichtweisen auf ihre Prozesse und Produkte, sondern auch die Gestaltung einer ethisch nachhaltigen Zukunftsperspektive.

Dr. Oleg Krut und seine Teamkollegen aus Köln und Hürth haben einer Tierkrankheit den Kampf angesagt. Einer Studie aus der Schweiz zufolge erkranken jedes Jahr zwischen 10 und 20% aller Milchkühe an einer Entzündung der Milchdrüse. Diese führt zum Verderb der Milch und im schlimmsten Fall zum Tod der Kuh. Umgerechnet 150 Euro pro Kuh müssen Bauern derzeit pro Jahr einplanen, um die Kosten der Krankheit zu decken. Mit Hilfe des Impfstoffes des Teams „Key-Immune“ soll die Staphylococcus aureus Infektion schon bald der Vergangenheit angehören.

Aus dem Bereich Life Sciences stammt der Beitrag von Dr. Marion Kauth und dem Team „PROTECTIMMUN“ aus Bochum, Hamburg und Bad Oldesloe. Studien haben ergeben, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufgewachsen sind, im Schulalter nahezu immun gegen Heuschnupfen und allergisches Asthma sind. Versuche zeigten, dass der Stallkontakt im ersten Lebensjahr für diese Entwicklung entscheidend ist. Tierstudien mit einem bereits identifizierten Bakterium und Stallstaub zeigten die erwartete Wirkung. Als nächster Schritt steht nun die Identifikation der wirksamen Substanzgruppe im Stallstaub an. Rund 6 bis 8 Jahre wird es noch dauern, bis das Medikament auf den Markt kommen kann, von dem allein in Deutschland jedes Jahr rund 100.000 Kinder profitieren.

Dr. Sabine Daufeldt, Dr. Axel Alléra und das Team „SteroCheck“ aus Bonn haben einen Hormonwirkungstest mit innovativer Aussagekraft entwickelt. Das Messverfahren nutzt das Leuchten des Glühwürmchens. Einsatzgebiete sind unter anderem Doping- und Lebensmittel-Kontrollen sowie die medizinische Diagnostik. Das Verfahren ermöglicht eine individualisierte Therapie und damit die optimal abgestimmte Behandlung von hormonbedingten Erkrankungen und zum Beispiel auch von Wechseljahrsbeschwerden. Der Spin-Off aus der Universität Bonn bringt den Test voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2008 auf den Markt. Schon heute liegen dem Gründerteam zahlreiche Anfragen von potentiellen Kunden vor. Das Marktpotential beträgt mehrere Millionen Euro pro Jahr allein in Deutschland. In den Folgejahren soll auch der weltweite Markt erschlossen werden.

Wie kaum eine andere Branche ist die Medizinwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahren gewachsen. So sind bereits zahlreiche neue Unternehmen und Arbeitsplätze entstanden. Um diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen unterstützt der vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU finanzierte Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft Gründerinnen und Gründer bei der Erarbeitung ihres Businessplans. Die persönliche Betreuung durch Mentoren und Spezialisten, ein umfassendes Qualifizierungsprogramm und die Begleitung durch das Team der den Wettbewerb veranstaltenden Startbahn Ruhr sorgen dafür, dass die Jungunternehmer bei ihren ersten Schritten begleitet werden und ihre ganze Energie auf den Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens konzentrieren können.

Nach Teilbranchen aufgeschlüsselt befassten sich 19 % der Projekte mit der Entwicklung medizin¬technischer Produkte, weitere 18% der Teilnehmer arbeiten an Entwicklungen im Bereich Life Science/Biomedizin und jeder siebte Teilnehmer nutzt den Wettbewerb, um IT-, Organisations- und Kommunikationslösungen für die Medizinwirtschaft zu entwickeln.

18% der Teilnehmer konzentrieren sich auf Dienstleistungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens und 32 % kommen aus den Bereichen Prävention, Wellness, Reha, Homecare und Gesundheitsförderung. Damit waren die Hälfte der Projekte, technologie-orientiert, wovon ist ein Großteil, insbesondere unter den Top10 als High-Tech klassifiziert werden kann.

Neben den Hauptpreisen wurden zwei attraktiv dotierte Sonderpreise vergeben. Mit dem „Essener Gründerpreis“ für die beste medizinwirtschaftliche Dienstleistung wurde das Team „taumed“ ausgezeichnet. Olaf Stier, Bodil Reller und Volkmar Stier vertreten ein Unternehmen zum Aufbau und zur Betreuung „Medizinischer Versorgungszentren“ (MVZ) auf. In den MVZ können sich Ärzte in abgestimmten Abläufen ausschließlich um medizinische Prozesse kümmern. Betrieb und Organisation werden vom Betreiber des Zentrums übernommen. Der Essener Gründerpreis ist mit einem Geldpreis von 5.000 Euro, der Möglichkeit sechs Monate kostenfrei Büroräume anzumieten und kostenfreien Beratungsleistungen dotiert. Ausgelobt wird er von der Essener Wirtschaftsförderungs¬gesellschaft (EWG), der Interessengemeinschaft Essener Wirtschaft e. V., dem ETEC Essener Technologie- und EntwicklungsCentrum, der Steuerberatungsgesellschaft RST und Patentanwalt Dr. Dirk-Karsten Schleitzer aus der Kanzlei Gesthuysen, von Rohr & Eggert.

Mit dem Sonderpreis des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) wurde das bereits untern den Top10-Unternehmen nominierte Projekt „Dornheim Medical Images“ ausgezeichnet. Der Preis besteht in einer kostenlosen Mitgliedschaft im ZVEI für den Zeitraum von der Gründung des Unternehmens bis zum Abschluss des zweiten abgeschlossenen Geschäftsjahres. Auf der Basis des Mindestbeitrages für die Mitgliedschaft im ZVEI hat der Preis einen Wert von 6.000 Euro.

Der Wettbewerb schafft nachhaltige Erfolge. Ein halbes Jahr nach Abschluss des Businessplan Wettbewerbs Frühjahr 2007 hatten bereits 88% der Teilnehmer ihr Unternehmen gegründet oder werden dies im ersten Halbjahr 2008 gründen. Bis heute sind allein aus diesem Wettbewerb 43 neue Arbeitsplätze entstanden. Bis Ende 2008 sollen daraus 129 und bis Ende 2009 225 Arbeitsplätze werden.

Im nächsten Jahr geht der Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft in die nächste Runde. Ab 1. März 2008 haben die Teilnehmer die Gelegenheit aus ihren Visionen einen gründungsreifen Businessplan zu machen. Ab sofort ist die Anmeldung im Internet unter www.startbahn-ruhr.de möglich.

Nähere Informationen und Bildmaterial zum Wettbewerb:

Christian Kolb
Startbahn MedEcon Ruhr GmbH
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Lindenallee 55
45127 Essen
Telefon: 02 01.240 535-15
Telefax: 02 01.240 535-30
E-Mail: kolb@startbahn-ruhr.de

Christian Kolb | Startbahn MedEcon Ruhr GmbH
Weitere Informationen:
http://www.startbahn-ruhr.de

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