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Hohe Auszeichnung für Michael Sendtner

14.12.2007
Der höchstdotierte Multiple-Sklerose-Forschungspreis in Europa geht in diesem Jahr an Professor Michael Sendtner von der Universität Würzburg. Damit werden seine wegweisenden Arbeiten zur Erforschung dieser Autoimmunkrankheit ausgezeichnet.

Der mit 100.000 Euro dotierte Sobek-Preis wird jährlich von der "Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung" vergeben. Sendtner bekommt ihn heute, am 14. Dezember, um 14 Uhr im Stuttgarter Schloss verliehen. Die Laudatio hält Professor Peter Frankenberg, der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Mit dem Preis werden insbesondere die Arbeiten gewürdigt, in denen Sendtner und sein Team die Wirkung neurotropher Faktoren auf Zellen des Zentralen Nervensystems untersucht haben. Neurotrophe Faktoren schützen die Nervenzellen, vor allem bei Verletzungen der Nervenzellfortsätze. Die Arbeitsgruppe von Sendtner konnte erstmals zeigen, dass neurotrophe Faktoren aus der so genannten CNTF-Familie auch das Überleben von Oligodendrozyten unterstützen - das sind spezielle Zellen des Zentralnervensystems. Ausgehend von diesen Befunden können neue Therapiekonzepte entwickelt werden.

Michael Sendtner forscht seit 1995 an der Uni Würzburg. Er leitet das Institut für Klinische Neurobiologie und ist Sprecher des seit 2000 bestehenden Sonderforschungsbereichs 581 (Molekulare Modelle für Erkrankungen des Nervensystems). Der gebürtige Münchener, Jahrgang 1959, studierte zunächst Musik und dann Medizin in Regensburg und an der Technischen Universität in seiner Heimatstadt, wo er 1984 auch promovierte. Anschließend forschte er am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, bis er schließlich an die Universität Würzburg wechselte.

An Multipler Sklerose (MS) leiden weltweit etwa eine Million Menschen. Sie ist nach wie vor unheilbar; ihr Verlauf lässt sich aber mit Medikamenten und Physiotherapie mildern. Die Krankheit beginnt meist mit Sehstörungen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungsproblemen und endet im schlimmsten Fall mit Lähmungen. Bei der MS handelt es sich um eine chronisch-entzündliche, in Schüben verlaufende Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem irrtümlicherweise die Schutzhüllen der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark zerstört. Dadurch können Nervenimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Eine Schlüsselrolle im Krankheitsprozess spielen die T-Zellen des Immunsystems, die normalerweise nicht ins Nervensystem eindringen. Durch einen bis heute nicht genau verstandenen Mechanismus gelingt ihnen das bei der MS aber doch.

Kontakt: Prof. Dr. Michael Sendtner, T (0931) 201- sendtner_m@klinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

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