Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Ingenieur-Oscar" für Brückenprojekt in Ruanda

14.12.2007
Bauingenieurdiplomand der FH Aachen Sieger beim Mondialogo Engineering Award, dem ersten weltweiten Ideenwettbewerb für junge Ingenieure

Brücken bauen, Wege erleichtern und dabei Menschenleben retten - mit dieser Projektidee setzte sich Joachim Schneider, Diplomand am Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule (FH) Aachen, beim Finale des Mondialogo Engineering Award 2007 in Mumbai (Indien) gegen die Konkurrenz aus 30 Finalistenteams durch.

Gemeinsam mit Sandra Timmermann von der Universität Stuttgart und einem Studententeam des Kigali Institute of Science and Technology in Ruanda hatte der angehende Ingenieur die Idee, ein modulares Fußgängerbrückensystem zu entwickeln, das den Menschen auf dem Land den Weg zu Märkten, Einkaufszentren, Schulen und Krankenhäusern erleichtert. Weil Brücken fehlen, ertrinken beispielsweise in Ruanda Jahr für Jahr Menschen beim Durchwaten der zahlreichen Flüsse.

Unterstützt wurde das Projekt mit dem Titel "Design und Konstruktion von Brücken für die Landbevölkerung Ruandas" von der Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen, die bereits vergleichbare Projekte in Ruanda durchgeführt hat.
... mehr zu:
»Engineering

Aufgabe aller Teilnehmer des Mondialogo Engineering Wettbewerbs, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde und an dem sich 809 Teams weltweit beteiligt hatten, war die Entwicklung eines technischen Projektes, das für die lokale Bevölkerung in Entwicklungsländern einen direkten, praktischen Nutzen hat.

Der Träger des Wettbewerbs, das Projekt "Mondialogo", eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der UNESCO und DaimlerChrysler, möchte mit der Ausschreibung Studierende aus industrialisierten und nicht industrialisierten Ländern dazu einladen, gemeinsam Ideen zu entwickeln, die die Lebensqualität in Entwicklungsländern verbessern und so der Realisierung der Millenniums-Entwicklungsziele der UNESCO dienen. Der erste weltweite Ideenwettbewerb für junge Ingenieure gilt in Folge seiner großen internationalen Beachtung bei der ersten Preisvergabe im Jahr 2005 als "Ingenieur-Oscar" und wurde im November 2007 von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort 2007" ausgezeichnet.

Mit dem Preisgeld von 20.000 Euro, das die zehn Gewinnerteams des Awards für ihre Arbeiten erhielten, möchte das Team um Joachim Schneider gemeinsam mit Mitarbeitern von "Ingenieure ohne Grenzen" an ausgewählten Standorten den Bau des Brückensystems finanzieren. Das System selbst hatte Joachim Schneider im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Fachhochschule Aachen konstruiert, betreut von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Vismann, Professor für Massivbau und Baustatik am Fachbereich Bauingenieurwesen. Mit viel persönlichem Engagement hatte der Bauingenieurstudent die Kontakte nach Ruanda geknüpft und das Projekt gemeinsam mit den Projektpartnern vorangetrieben. Wichtig war dem internationalen Ingenieurteam, für das Projekt ein System zu entwerfen, mit dem die Brücken schnell, kostengünstig, mit ungelerntem Personal und mit lokal verfügbaren Baustoffen an verschiedenen Standorten gebaut werden können. Auf der Grundlage einer Analyse des Bedarfs und der Bedingungen vor Ort wurde ein innovativer Brückenbausatz entwickelt, mit dem ohne große Vorkenntnisse eine Fußgängerbrücke aus einzelnen Modulen mit unterschiedlichen Spannweiten und für verschiedene Lasten zusammengesteckt werden kann.

Hilfe in diesem Bereich ist in Ruanda dringend nötig: In der zerklüfteten Landschaft des Staates bewegt sich die Landbevölkerung - auch über weite Entfernungen - meist zu Fuß fort. Gerade in der Regenzeit, in der starke Regenfälle auf die Region niedergehen, schwellen die vielen Wasserläufe, die durchquert werden müssen, unkontrollierbar an und reißen immer wieder Menschen mit sich und oft in den Tod. Mit dem Projekt, so sind sich die Entwickler sicher, können viele dieser Todesfälle in Zukunft verhindert werden.

Der Brückenbausatz ist bereits fertig; seit Oktober ist Joachim Schneider nun in Ruanda und fertigt vor Ort die lokalen Standortstudien an, damit der Bau der ersten Fußgängerbrücke bald starten kann.

Dr. Roger Uhle | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aachen.de
http://www.mondialogo.org/5.html?&L=3

Weitere Berichte zu: Engineering

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie