Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Bauelemente für die Mikroelektronik realisiert

13.12.2007
Mit gleich zwei Preisen wurde Lukas Worschech, Privatdozent am Physikalischen Institut der Universität Würzburg, in diesen Tagen ausgezeichnet:

Am 8. Dezember bekam er in München den mit 4.000 Euro dotierten Arnold-Sommerfeld-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Nur zwei Tage danach nahm er, stellvertretend für die Arbeitsgruppe Nanoelektronik des Lehrstuhls für Technische Physik, den Paul-Rappaport-Preis der Electronic Device Society der USA entgegen. Beiden Auszeichnungen liegen Arbeiten für ein neues Bauelement der Mikroelektronik und seine Anwendung in der Informationstechnologie zugrunde.

Ob es um Handys, Computer oder Autotechnik geht: Die moderne Halbleiter-Mikroelektronik basiert auf der Vernetzung von Feldeffekt-Transistoren. Diese Basis-Schaltelemente sollen mit enormem technologischem Aufwand kleiner und kleiner gemacht werden - antreibende Kraft dafür ist die Nachfrage nach immer kompakteren Prozessoren.

Dieser zunehmenden Miniaturisierung sind allerdings Grenzen gesetzt. Bei der Erhöhung der Packungsdichte von Mikroelektronik-Schaltungen bereitet nicht nur die Reduzierung der Abmessungen technische Probleme; auch die Wärmeentwicklung macht Sorgen. Darum suchen Wissenschaftler intensiv nach neuen Konzepten, um diese negativen Effekte zu verringern. Die Arbeiten von Worschech haben zu dieser Thematik wichtige Beiträge geliefert. Es gelang ihm, ein neues Bauelement bis zur Prototyp-Reife zu konzipieren und zu entwickeln. Beim Passieren dieses so genannten Y-Transistors werden Elektronen an Störstellen nicht gestreut und entwickeln deshalb weniger Wärme.

... mehr zu:
»Bauelement »Mikroelektronik »Physik

Im Laufe der Arbeiten, die sich über mehrere Jahre erstreckten, konnte der Würzburger Physiker in kleinen Transistoren zusätzliche Schalteffekte beobachten, die auf Quanteneffekten beruhen. Diese Effekte nutzte das Team der Technischen Physik aus, um ein weiteres neues Bauelement herzustellen: einen so genannten monolithischen, ohne externe Elektroden gesteuerten Halbaddierer, der lediglich aus zwei Y-Transistoren besteht. Auch ein Volladdierer wurde realisiert. Die preisgekrönte Arbeit wurde 2006 im Fachblatt IEEE Transactions on Electron Devices veröffentlicht. Sie war die beste von 350 Arbeiten und wurde nun in den USA ausgezeichnet. Die Autoren sind Billy Lau, David Hartmann, Lukas Worschech und Alfred Forchel.

Lukas Worschech hat an der Universität Würzburg Physik studiert und sich hier 2002 auch habilitiert, nachdem er mit einem Hans-Zehetmair-Stipendium ausgezeichnet worden war. Derzeit ist er Gruppenleiter am Lehrstuhl für Technische Physik, der von Professor Alfred Forchel geleitet wird. Worschech arbeitet nun weiter daran, die Abmessungen der von ihm entwickelten Bauelemente und Schaltungen zu verkleinern.

Kontakt: PD Dr. Lukas Worschech, T (0931) 888-5813, E-Mail: worschech@physik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

Weitere Berichte zu: Bauelement Mikroelektronik Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie