Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bedeutender europäischer Forschungspreis für Ilmenauer Physikprofessor

04.06.2010
Dem Ilmenauer Physikprofessor Thomas Klar ist vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) ein „ERC Starting Grant“ zuerkannt worden. Der Preis ist mit insgesamt 1,5 Millionen Euro dotiert.

Prof. Klar war mit seinem Projekt „Active NP - Active and Low Loss Nanophotonics“ erfolgreich. Die Nanophotonik befasst sich mit der Erforschung und Entwicklung neuartiger photonischer Bauteilkonzepte für innovative Anwendungen. Angesiedelt im Grenzgebiet zwischen Physik, Materialwissenschaften und Optoelektronik, strebt sie an, winzig kleine Schaltkreise nicht für elektrische Ströme, sondern für Licht zu liefern.

Der ERC Starting Grant wird jungen talentierten Nachwuchsforschern zuerkannt, um diesen zu ermöglichen, sich als innovative Wissenschaftler zu profilieren. Der Preis wird jährlich verliehen und ist unter Forschern sehr begehrt. Obwohl er erst seit drei Jahren vergeben wird, genießt er in Wissenschaftskreisen bereits höchste Reputation.

Für Prof. Thomas Klar hat der Erfolg, abgesehen von der akademischen Ehre, auch eine ganz praktische Seite: „Durch die großzügige finanzielle Ausstattung kann ich mich jetzt für fünf Jahre voll auf meine Forschung konzentrieren und muss mich nicht jedes Jahr neu darum kümmern, wo das Geld herkommt“. Das Preisgeld ermöglicht es Prof. Klar, ein Forschungsteam aufzubauen und an seinem Spezialthema, der Nanophotonik, zu forschen.

Prof. Thomas Klar arbeitet an einem Problem, das schon seit langem bekannt ist: Wie schon der Jenaer Physiker Ernst Abbe vor knapp 140 Jahren erkannt hat, ist es sehr schwierig, das Licht in einem Raumbereich zu konzentrieren, der kleiner ist als seine Wellenlänge. Dieses Limit gilt streng aber nur für dielektrische Materialien, also etwa Luft oder Glas. Wenn metallische Grenzflächen im Spiel sind, kann man wesentlich besser fokussieren, eben bis herab in den Bereich einiger Nanometer (einiger milliardstel Meter), daher der Name „Nanophotonik“. Nun hat die Methode, metallische Grenzflächen zu so starker Fokussierung zu benutzen, aber einen gravierenden Nachteil: Gerade für sichtbares Licht führen diese metallischen Strukturen zu sehr starken Verlusten. Somit haben eine Vielzahl von interessanten Forschungsergebnissen wie extrem hoch auflösende Mikroskoplinsen oder Laserresonatoren im Nanometerbereich bisher erst zu wenigen wirtschaftlich nutzbaren Anwendungen geführt. Genau hier setzt nun das Forschungsvorhaben von Klar an: Er plant, zusammen mit seinen Mitarbeitern, kleinste „Verstärker“ in die metallischen Nanostrukturen zu integrieren, so dass die Verluste wieder ausgeglichen werden können. Dies wäre einen Durchbruch in der Photonikforschung von Prof. Thomas Klar.

Kontakt:
Prof. Thomas Klar
TU Ilmenau, Fachgebiet Experimentalphysik II
Telefon: 03677 69-3670
E-Mail: thomas.klar@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen