Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bedeutender Diabetes-Forschungspreis für Leipziger Wissenschaftler

26.05.2015

Für seine Arbeiten zur Rolle des Fettgewebes bei der Entstehung von Stoffwechselkrankheiten wie Typ 2 Diabetes erhält Prof. Matthias Blüher den diesjährigen Minkowski-Preis der European Association for the Study of Diabetes (EASD). Er gilt als wichtigste Auszeichnung der europäischen Diabetesforschung für Nachwuchswissenschaftler und ist mit 20.000 Euro dotiert. Seit 1966 haben nur fünf Deutsche diese Auszeichnung erhalten. Blüher ist Wissenschaftler an der Universitätsmedizin Leipzig und am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in München. Letzteres ist eines der Helmholtz-Gesundheitszentren, dem die Universität Leipzig seit 2015 angehört.

Der Endokrinologe Matthias Blüher und sein Team schlagen eine Brücke zwischen der Grundlagenforschung und der Übertragung von Studienergebnissen auf den Menschen. Während eines Forschungsaufenthalts am Joslin Diabetes Center der Harvard Medical School im amerikanischen Boston zeigte Blüher, dass die nachlassende Insulinwirkung (Insulinresistenz) im Fettgewebe bei Mäusen zu einem Schutz vor Gewichtszunahme und sogar zu einer verlängerten Lebenserwartung beitragen kann.


Portrait von Prof. Matthias Blüher in der Adipositas-Ambulanz

Foto: Universität Leipzig/Christian Hüller

In Leipzig etablierte Blüher eine der weltweit größten humanen Fettgewebebanken. Sie ist Grundlage für wichtige Forschungsergebnisse zu Fettgewebshormonen wie Vaspin, Progranulin oder Chemerin und ihrem Einfluss auf den Stoffwechsel. Mit Hilfe der umfangreichen Proben fanden die Forscher heraus, dass eine gestörte Fettgewebsfunktion mit Insulinresistenz und Stoffwechselerkrankungen zusammen hängt.

Bislang nur 5 deutsche Preisträger

Der 44-jährige Blüher ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs "Mechanismen der Adipositas" (SFB 1052), ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Großprojekt an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

Außerdem leitet er klinische Studien am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, ist zukünftiger Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und im wissenschaftlichen Beirat verschiedener Fachzeitschriften (wie Diabetologia, International Journal of Obesity, Molecular Metabolism und Obesity Facts).

Von der Deutschen Diabetes Gesellschaft erhielt Blüher bereits 2008 den renommierten Ferdinand-Bertram-Preis für seine herausragenden Arbeiten. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit betreut er Patienten mit Adipositas und Stoffwechselkrankheiten am Universitätsklinikum Leipzig und der interdisziplinären IFB Ambulanz.

Der gebürtige Leipziger ist erst der fünfte Deutsche, der den Minkowski-Preis erhält. Zu ihnen gehört auch Prof. Michael Stumvoll, heute - ebenfalls in Leipzig - wissenschaftlicher Leiter des IFB und Vorstandsmitglied im SFB.

Der Minkowski-Preis wird am 17. September 2015 bei der 51. Jahrestagung des EASD in Stockholm (Schweden) verliehen. Benannt ist er nach dem deutschen Internisten Oskar Minkowski, der 1889 die Rolle der Bauchspeicheldrüse bei der Entstehung von Diabetes zeigen konnte. Erstmals 1966 vergeben geht der Preis jährlich an junge Forscher, deren Arbeiten das Verständnis der Diabetesursachen maßgeblich fördern.

Doris Gabel
Weitere Informationen:

Prof. Dr. Matthias Blüher
Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie
Forschungslabor
Telefon: +49 341 97-15984
E-Mail: matthias.blueher@medizin.uni-leipzig.de
Web: http://endokrinologie.uniklinikum-leipzig.de/


Prof. Dr. Michael Stumvoll
Telefon: +49 341 97-13380
E-Mail: michael.stumvoll@medizin.uni-leipzig.de

Diana Smikalla | Universität Leipzig

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie