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„B. Braun-Preis für Soziale Innovationen“ erstmals verliehen

28.03.2014

Mit einem feierlichen Festakt ist erstmals der „B. Braun-Preis für Soziale Innovationen“ im Aesculapium in Tuttlingen verliehen worden. Die Preisträger sind die Initiative „Skipsy“ aus Moos bei Radolfzell (1. Preis), „Kinderchancen Singen“ (2. Preis), „Komm mit in das gesunde Boot“ aus Stuttgart und „Kultur vom Rande“ in Reutlingen (gemeinsamer 3. Preis) und „MiKaDo“ aus Frittlingen bei Tuttlingen (Sonderpreis). Der gemeinsam von der B. Braun-Sparte Aesculap in Tuttlingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerichtete Wettbewerb richtet sich an Initiativen, die gesellschaftlichen Problemen auf eine übergreifende und neue Weise wirksam begegnen.

„Die große Zahl und vor allem die Qualität der Bewerbungen zeigen das überwältigende Engagement, den großen Einfallsreichtum und die spür- wie sichtbaren Ergebnisse in einer lebendigen Zivilgesellschaft“, stellen die beiden Initiatoren des Preises, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG, und Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität, fest.

Insgesamt hatten sich 114 Initiativen aus 64 Städten und Gemeinden im südlichen Baden-Württemberg und darüber hinaus um den Preis beworben. Dabei zeigten sich vielfältige Trägerschaften von und zwischen Bürgern, Kommunen, Wirtschaft und Kirchen und damit einhergehend Soziale Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen unter anderem in Gesundheit und Pflege, Bildung und Lebenschancen, Regionalentwicklung, Integration und Teilhabe, Ökologie und Nachhaltigkeit. Unter ihnen musste die Jury entscheiden.

Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis ging dabei an die Initiative „Skipsy“ aus Moos bei Konstanz. „Skipsy“ ist ein Gruppenangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien mit psychisch kranken Eltern aus dem Raum Singen, Radolfzell und Höri. In sechs Altersgruppen nähern sich Kinder und Jugendliche in kreativer und spielerischer Weise - etwa durch Musik, Begegnung, Spiele, Rollenspiele Bücher und vieles mehr - dem Familienthema.

Den mit 7.500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Initiative „Kinderchancen Singen“. In diesem Verein haben sich soziale Initiativen und Verbände, Vertreter von Schulen und Kindertagesstätten, die Stadt Singen sowie Unternehmer und leitende Angestellte aus Singen zusammengeschlossen, die sich das Ziel gesetzt haben, die Lebenssituation von Kindern in Singen dauerhaft zu fördern. An erster Stelle stehen Kinder, die unter schwierigen sozialen Bedingungen aufwachsen.

Die Initiativen „Komm in das gesunde Boot“ in Stuttgart und „Kultur vom Rande“ in Reutlingen belegten einen gemeinsamen dritten Preis, der mit jeweils 5.000 Euro dotiert ist. „Komm mit in das gesunde Boot“ ist ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung zur Gesundheitsförderung von Schülerinnen und Schülern im Kindergarten und in der Grundschule.

Die Programme können von allen Tageseinrichtungen für Kinder und von allen Grundschulen in Baden-Württemberg gebucht werden. „Kultur vom Rande“ ist ein internationales Festival für Theatergruppen, in denen Menschen mit Behinderung künstlerisch aktiv sind. Es findet 2014 zum sechsten Mal statt. Anliegen des Festivals ist es, die Grenzen zwischen vermeintlicher Normalität und Besonderheit aufzulösen, Verständnis für das Andere, den Anderen und die Andere zu wecken und den selbstverständlichen Umgang miteinander zu fördern und die Talente behinderter Kunst- und Kulturschaffender vom Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung mitten in die Stadt hinein zu holen.

Vergeben wurde außerdem ein mit 2.500 Euro dotierter Sonderpreis, und zwar an die Initiative „MiKaDo“ aus Frittlingen. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Nachbarschaftshilfe, das von der Bürgerschaft getragen wird und gemeindeübergreifend tätig ist. Ziel der Initiative ist es, dass ältere und pflegebedürftige Mitmenschen solange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung und in der Dorfgemeinschaft verbleiben können. Sie will außerdem Familien in der Kinderbetreuung beistehen und pflegende Angehörige entlasten; sie hilft unabhängig von Religion und Nationalität.

Der „B. Braun-Preis für Soziale Innovationen“ wurde 2013 ins Leben gerufen und soll künftig jährlich vergeben werden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel: „Aufgrund der Vielzahl an hervorragenden Bewerbungen wurden in diesem Jahr zwei dritte Plätze sowie ein Sonderpreis der Jury vergeben, wofür ein zusätzliches Preisgeld von 5.000 Euro zur Verfügung gestellt wurde.“

Neben den beiden Initiatoren waren in der Jury vertreten:
Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung
Guido Wolf, Landtagspräsident Baden-Württemberg
Volker Kauder, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Michael Beck, Oberbürgermeister der Stadt Tuttlingen
Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Dr. Helga Breuninger, Breuninger Stiftung
Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bbraun-preis-soziale-innovationen.de

Rainer Böhme | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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