Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnung für Hepatitis-Forschung

01.10.2009
Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) ehrt Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Gerlich

Der Gießener Virologe Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram H. Gerlich wurde anlässlich des 42. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) kürzlich in Rostock "in Würdigung seiner besonderen wissenschaftlichen Verdienste um die Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit der Emil-von-Behring-Vorlesung" ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Prof. Gerlich hat sich seit Beginn seiner Berufstätigkeit vor 40 Jahren besonders mit dem Hepatitis B-Virus, einem wichtigen Erreger von Leber­entzündungen und Leberkrebs, beschäftigt und es dabei verstanden, Grundlagen­forschung und klinische Anwendung zu verknüpfen. Besondere Verdienste hat er sich bei der Virussicherheit biologischer Produkte, wie z.B. Blutspenden, erworben.

Für seine Ehrenvorlesung wählte Prof. Gerlich das Thema "Hepatitisviren in der Trans­fusionsmedizin - besiegt?" Dabei führte er aus, dass vor 40 Jahren die ungewollte Übertragung von Hepatitisviren durch das Spenderblut eines der größten Probleme der Transfusionsmedizin war. In den USA erkrankten damals bis zu 30% der Blut­empfänger an einer Hepatitis. In der Folgezeit wurden schrittweise die Hepatitis-Virustypen A bis E entdeckt, was die Entwicklung hochempfindlicher Nachweis­methoden und die Erkennung von Virusträgern unter den Spendewilligen ermög­lichte. Dadurch wurde das Risiko einer infektiösen Spende, die unerkannt Hepatitis C-Viren enthält, in Deutschland schrittweise von ungefähr 1:100 auf unmessbar kleine Werte von rechnerisch 1:10 Millionen gesenkt. Auch HIV ist heute in der Transfusionsmedizin mit einem errechneten Restrisiko von 1:4 Millionen besiegt.

Bei Hepatitis B konnte das Restrisiko ebenfalls sehr stark vermindert werden, we­gen der besonderen Vermehrungsweise dieses Virus liegt es mit 1:300 000 aber deutlich höher. Auch die seit 1984 in vielen Ländern eingeführte, an sich sehr er­folgreiche Hepatitis B-Impfung vermag dieses spezielle Risiko nicht zu senken. Ganz im Gegenteil konnte Prof. Gerlich kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Ameri­kanischen Roten Kreuz zeigen, dass die Impfung zwar vor einer Hepatitis B-Erkran­kung schützt, aber oftmals die Infektion nicht ganz unterdrücken kann. Die dann ablaufende "okkulte" Infektion ist durch die verfügbaren Tests für Blutspender schwerer erkennbar als die normale Infektion und kann so zur Übertragung auf den Empfänger führen. Prof. Gerlich fordert seit längerem, den Hepatitis B-Impfstoff zu verbessern, und anhand seiner Forschungsergebnisse zeigte er auch schon konkrete Ansätze hierfür auf.

Das Institut für Medizinische Virologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, das Prof. Gerlich seit 1991 leitet, ist Nationales Konsiliarlabor für Hepatitis B und D. Es wird weltweit für schwierige Untersuchungen zu diesen beiden Infektionskrankhei­ten zu Rate gezogen. Von 1997 bis 2008 leitete Prof. Gerlich außerdem den Gießener Son­derforschungsbereich "Invasionsmechanismen und Replikationsstrategien von Krankheitserregern."

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Gerlich
Institut für Medizinische Virologie
Frankfurter Straße 107
35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41200
E-mail: Wolfram.H.Gerlich@viro.med.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops