Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnung für Heidelberger Historiker

12.07.2011
Dr. Daniel Jütte erhält Bruno-Heck-Preis für seine Dissertation „Die Ökonomie des Geheimen“

Der Historiker Dr. Daniel Jütte wird für seine an der Universität Heidelberg entstandene Dissertation zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte in der Vormoderne ausgezeichnet: Er erhält den Bruno-Heck-Preis der Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Kategorie „Wissenschaftspreis“ für seine Arbeit „Die Ökonomie des Geheimen.

Juden, Christen und der Markt für Geheimnisse (1400 – 1800)“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 18. Juli 2011 in Heidelberg durch den Sprecher der Altstipendiaten, Markus Zeitzen, sowie den Ehrenvorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel, überreicht.

„Die Frühe Neuzeit war das Zeitalter des Geheimnisses. Selten zuvor und niemals danach hat es in der europäischen Geschichte eine solch ausgeprägte Faszination für Geheimhaltung aller Art gegeben. Dazu gehören Bereiche wie Alchemie, Magie, Spionage oder Kryptographie“, erläutert Dr. Jütte. Seine Arbeit rekonstruiert den frühneuzeitlichen „Markt für Geheimnisse“ und geht dabei der Frage nach, welche Rolle die jüdische Minderheit auf diesem Feld gespielt hat.

„Juden galten seit dem Mittelalter als Hüter eines genuinen geheimen Wissens. Zweifellos waren hierbei Stereotype im Spiel – gleichwohl generierte der Markt für Geheimnisse eine bemerkenswerte Kontaktzone für Christen und Juden.“ In seiner Dissertation hat der Wissenschaftler das breite Spektrum dieser Kontakte untersucht und eine „neue Perspektive auf die Stellung der Juden zur und in der ,Wissenschaftlichen Revolution‘ eröffnet.“

Daniel Jütte, Jahrgang 1984, hat in Zürich und Heidelberg Geschichte und Musikwissenschaft studiert, der Abschluss seiner Promotion erfolgte im August 2010. Seitdem ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg tätig und leitet im Rahmen der Exzellenzinitiative ein Forschungsprojekt über die „Bedeutung und Funktion von transitorischen Räumen“ in der Frühen Neuzeit. Für seine Dissertation wurde Dr. Jütte in diesem Jahr bereits mit dem Promotionspreis der European Society for the Study of Western Esotericism ausgezeichnet. Von August dieses Jahres an wird er als Postdoktorand an der Harvard University (USA) forschen.

Während der Preisverleihung wird Dr. Jütte über das Thema „Von Machiavelli zu Wikileaks. Anmerkungen zu einer Geschichte des Geheimnisses” sprechen. Die Laudatio auf den Preisträger hält Prof. Dr. Thomas Maissen vom Historischen Seminar. Ebenfalls dem Bruno-Heck-Preis zugeordnet ist ein mit 2.500 Euro dotierter Sonderpreis für hervorragende künstlerische Leistungen. Er geht an die Musikerin Alexandra Maria Schuck, die derzeit ihr Konzertexamen Violine an der Hochschule für Musik Weimar macht. Diese Auszeichnung wird ebenfalls in Heidelberg verliehen. Die Veranstaltung findet in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 18 Uhr.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein digitales Foto des Preisträgers kann in der Pressestelle abgerufen werden.
Kontakt:
Dr. Daniel Jütte
Historisches Seminar
daniel.juette@zegk.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops