Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Sicherheit für Daten

16.10.2014

Datenschutz ist in der heutigen Zeit bei regelmäßigem Datenklau und -missbrauch ein unumgängliches Muss. Am 15. Oktober erhielten Forscher des Fraunhofer IESE den Innovationspreis der European Association of Research and Technology Organisation EARTO für ein neu entwickeltes Schutzprogramm für Daten.

Ein täglich stattfindender Datenmissbrauch verunsichert Verbraucher, Unternehmen und Kunden: Informationen aller Art werden gehackt, manipuliert, abgefangen oder geklaut. Die Gefahr eines solchen Missbrauchs kann schwere Folgen haben, vom Knacken der Kreditkarten-PIN bis hin zur fehlerhaften Steuerung der Bremsen im Auto und auch für Wirtschaft und Industrie ergeben sich daraus Probleme:

„Aus Angst vor Verlust, Missbrauch oder auch nur gedankenloser Weitergabe der Daten beschränken viele Firmen restriktiv den Zugriff. Die Folge sind komplizierte Arbeitsprozesse, die das innovative Potenzial hemmen können“, weiß Prof. Dieter Rombach, Leiter des Fraunhofer-Instituts Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern.

Zunehmend entwickeln die Forscher hier Lösungen für „Smart Ecosystems“, komplexe Netzwerke aus Informationssystemen und Eingebetteten Systemen, in die Daten verschiedener Akteure einfließen. Dies revolutioniert zwar unser tägliches Leben, kann aber nur mit dem Vertrauen der Nutzer realisiert werden. Und dieses zu gewinnen ist schwer:

„Noch bangen viele Verbraucher und Unternehmer um die Sicherheit ihrer Daten in Netzwerken oder in der Cloud. Diesem Big-Brother-Syndrom können wir nur mit klaren Sicherheitsstandards begegnen“, resümiert Rombach. Innovative Sicherheitsmechanismen können neue Geschäftsmodelle ermöglichen und sollten daher nicht als Hindernis empfunden werden.

Bereits zum dritten Mal erhält ein Fraunhofer-Institut den EARTO-Preis. Dieser würdigt Projekte, die das Potenzial haben, einen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Wandel zu initiieren. Bei der Preisverleihung am 15. Oktober im BELvue Museum in Brüssel war das Fraunhofer IESE aus Kaiserslautern mit seiner Technologie IND²UCE unter den Ausgezeichneten.

IND2UCE – Integrated Distributed Data Usage Control Enforcement – könnte helfen, das Vertrauen in moderne Informationstechnologie zu stärken. Forscher des IESE haben dabei gemeinsam mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der TU München und drei Industriepartnern ein Konzept entwickelt, das sensible Informationen vor künftigem Missbrauch schützt. „Wir erweitern klassische Zugriffskontrollmechanismen, damit der Dateneigentümer die weitere Nutzung seiner Daten kontrollieren kann und Datentransparenz ermöglicht wird“, sagt Christian Jung, der das Team IND²UCE leitet.

Alle Daten werden mit kleinen Informationspaketen bestückt. In diesen Paketen steht, was erlaubt ist, und was nicht. Der Besitzer kann damit präzise definieren, welche Daten wie oft gelesen, kopiert oder weitergeleitet werden dürfen, ob sie auf Smartphones gelesen werden können und wenn ja, ob dies nur auf dem Firmengelände oder auch auf öffentlichen Plätzen möglich sein soll. Nach einer genau definierten Anzahl von Tagen werden ausgewählte Daten gelöscht, sogar wenn sie auf einem fremden Rechner oder Smartphone gespeichert wurden. So lässt sich unter anderem verhindern, dass ein Mitarbeiter aus Unachtsamkeit Daten versehentlich weitergibt.

Verschiedene Prototypen dieser neuen Sicherheitslösung sind mittlerweile fertig. Ein Industriepartner, der Betriebssoftware vertreibt, will das Tool in den nächsten Jahren integrieren und auf den Markt bringen. „Für den Systemanbieter wird das ein Wettbewerbsvorteil sein“, davon ist Jung überzeugt. „Endlich können Kunden das Schicksal ihrer Daten wieder selbst bestimmen.“

Mehr zu IND2UCE und zum Forschungsbereich Usage Control unter:
http://www.iese.fraunhofer.de/usagecontrol

Kontakt:
Nicole Spanier-Baro
Leiterin Unternehmenskommunikation und Technologiemarketing
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Telefon +49 631 6800-1002
Fax +49 631 6800-9 1002
Nicole.Spanier-Baro@iese.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Informationssysteme und Gesundheitswesen bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer trägt das Fraunhofer IESE seit nunmehr fast 20 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 67 Instituten und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten sie die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.

Weitere Informationen:

http://www.iese.fraunhofer.de - Homepage des Fraunhofer IESE

Martin Koch | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics