Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnet: Hallesche Pharmazeuten erhalten „Best Paper Award“ für Studie zu Nanopartikeln

30.05.2017

Für ihre Forschung an Nanopartikeln als Medikamententräger haben Pharmazeuten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) den "Best Paper Award" des Jahrs 2016 der renommierten Fachzeitschrift "European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics" (EJPB) gewonnen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, wie die Partikel während der Verdauung zersetzt werden und wie sich dieser Prozess blockieren lässt. Damit ist es möglich, zielgenauere Arzneimittel auf der Basis von Nanopartikeln herzustellen. Die Arbeit der halleschen Pharmazeuten wurde als beste von über 250 in EJPB veröffentlichten Artikeln ausgewählt.

Medikamente auf der Basis von Nanopartikeln erfreuen sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit: Die kleinen Partikel können sehr gut an eine gewünschte Stelle im Körper gelangen und dort gezielt den Wirkstoff ausschütten, wo er wirken soll.

Damit das gelingt, muss der Wirkstoff meist an ein bestimmtes Trägersystem gebunden werden. "Nanopartikel haben somit die Funktion eines Taxis für Medikamente", sagt Prof. Dr. Karsten Mäder vom Institut für Pharmazie der MLU, der die Studie geleitet hat.

Seit einigen Jahren arbeiten Pharmazeuten an biologisch abbaubaren Nanopartikel-Trägersystemen, die über den Mund eingenommen werden können. Je nach gewünschtem Wirkungsort müssen die Nanopartikel über unterschiedliche Eigenschaften verfügen, damit diese entweder im Dünn- oder Dickdarm Wirkstoffe freisetzen.

"Leider ist bei polymeren Nanopartikeln aber bisher noch zu wenig darüber bekannt, ob und wie diese Stoffe im Körper abgebaut werden. Das erschwert die Herstellung zielgerichteter Nanopartikel", sagt Mäder weiter.

Die Pharmazeuten um Mäder nutzten deshalb eine Art "Verdau-Test" im Labor, mit dem sie die Verdauung der Stoffe beobachten konnten. In ihrer Studie untersuchten sie Nanopartikel auf der Basis von Poly-(Laktid-co-Glykolid) (PLGA).

Sie konnten zeigen, dass bestimmte PLGA-Nanopartikel durch das fettspaltende Enzym Pankreaslipase gespalten wurden - andere, mit einem speziellen Stabilisator ausgestatte Nanopartikel jedoch nicht. Die Ergebnisse, die die Arbeitsgruppe für PLGA-Nanopartikel gewonnen hat, könnten laut Mäder auch auf andere Trägersysteme übertragen werden. Damit ließen sich womöglich neue Arzneiträgersysteme, etwa zur Behandlung von Darmentzündungen, entwickeln.

Zur Publikation:
Anika Mante, Martha Heider, Christin Zlomke, Karsten Mäder. PLGA nanoparticles for peroral delivery: How important is pancreatic digestion and can we control it? European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics, Volume 108, 32-40 (2016). http://dx.doi.org/10.1016/j.ejpb.2016.08.009

Tom Leonhardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics