Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnet: Feldroboter mit vielen Funktionen

20.06.2012
BoniRob, der Feldroboter auf vier einzeln lenkbaren Rädern, kann sich fahrerlos und auch ohne Fernsteuerung durch Menschen auf Ackern bewegen – und dabei unterschiedliche Merkmale jeder einzelnen Pflanze vermessen.
Diese sogenannte Bonitur zeigt, ob Pflanzen gut ernährt sind oder etwa unter Wassermangel und Krankheiten leiden. Jetzt erhielten die Amazonen-Werke, die den BoniRob gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück und der Firma Robert Bosch entwickelt haben, eine Auszeichnung der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“. Beim Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wurde der Feldroboter als „Ausgewählter Ort 2012“ prämiert.

Dieser Wettbewerb zeichnet jährlich 365 kreative Projekte aus, die mit innovativen Entwicklungen einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. Die Preisträger dieses Jahres wurden aus mehr als 2.000 Bewerbungen von einer Fachjury ausgewählt.

Da steckt viel Zukunftsmusik: BoniRob, der autonome Feldroboter, soll die Arbeit der Pflanzenzüchter erleichtern.

Einer davon ist der autonome Feldroboter BoniRob. Mit seinen rund 500 kg bewegt er sich auf vier einzeln angetriebenen Rädern und ist mit jeder Menge Sensorik, Elektronik und Software ausgestattet. Das Navigationsmodul wertet Messdaten eines 3D-Laserscanners aus, die zur Ansteuerung der Radnaben-Elektromotoren dienen. So erkennt BoniRob auch Reihenlücken, -anfänge und -enden und kann sich selbsttätig auf den Feldern bewegen, ohne Pflanzen zu beschädigen.

Jedoch kann der Feldroboter viel mehr, als „nur“ selbstständig durch die Maisreihen zu manövrieren: Er beherbergt unterschiedliche Sensoren, mit denen er einzelne Pflanzen identifizieren, vermessen oder deren Versorgungs- und Gesundheitsstand überprüfen kann. „Mit Lichtgitter, Laser-Abstandssensoren, 3D-Kameras und einem Spektralsensor gewinnt BoniRob zahlreiche Daten und kann so den ‚Fingerabdruck‘ jeder einzelnen Pflanze erstellen“, erklärt Prof. Dr. Arno Ruckelshausen, Projektleiter an der Hochschule Osnabrück. „Später kann BoniRob den genauen Standort einer bestimmten Pflanze wiederfinden und ihre Merkmale erneut vermessen. – So können wir den genauen Wachstumsverlauf jeder Pflanze dokumentieren“, so der Physik- und Sensorik-Professor weiter. Diese Aufgaben werden an der Hochschule und mit den beteiligten Unternehmen Amazone und Bosch im interdisziplinären Team bearbeitet. Von Seiten der Hochschule sind die Arbeitsgruppen aus der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (Prof. Ruckelshausen) und der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (Prof. Dr. Dieter Trautz) beteiligt. Auch die aus den beiden Arbeitsgruppen hervorgegangenen Startup-Unternehmen FARMsystem und iotec wirken mit.

Erste Einsatzbereiche von BoniRob sind Pflanzenzüchtung und Feldversuchswesen: Mit seinen genauen, objektiven Vermessungen macht der Feldroboter aufwändige Bonituren mit dem menschlichen Auge weitgehend überflüssig. Später sind laut Ruckelshausen auch weitere Anwendungen möglich: In dem neuen Forschungsprojekt „RemoteFarming.1“ soll BoniRob „lernen“, Unkraut in Möhrenfeldern zu zupfen. „Hier geht es um die Systemintegration eines autonomen Feldroboters im ökologischen Landbau“, so der Osnabrücker Wissenschaftler. Dabei wird BoniRob mit einem Aktor zur Unkrautregulierung ausgestattet. Das Ziel ist, dass der Roboter dank komplexer Bildverarbeitung – zunächst unter Einbeziehung des Menschen als "Bildverarbeiter am Tele-Arbeitsplatz" und später auch alleine – Nutzpflanzen und Unkraut als solche erkennt. Dabei muss der Feldroboter unter dem Einfluss vieler Störgrößen und variabler Bedingungen arbeiten – für eine solche automatisierte lernende Bildverarbeitung gibt es bisher keine Produkte auf dem Markt.

„Der Einsatz eines Roboters, der in Zukunft ganz ohne menschliches Zutun Unkrautregulierung übernimmt, ist für die Landtechnik und den ökologischen Landbau sehr interessant“, sagt Ruckelshausen. Nicht nur er ist optimistisch, dass die Wirtschaft die Ergebnisse seines Projekts umsetzen wird – auch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz (BMELV) ist vom Nutzen dieses innovativen Verbundprojektes überzeugt und fördert die Hochschule Osnabrück mit über 900.000 Euro.

Lidia Uffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-osnabrueck.de
http://www.ecs.hs-osnabrueck.de/fileadmin/users/40/upload/publikationen/iui-forschungsbericht-2011-web.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie