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Ausgezeichnet! Clausthaler Umwelttechnik-Institut erhält Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012

29.11.2012
Die Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH (CUTEC) ist heute in Berlin mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012 ausgezeichnet worden.
Im Rahmen der Konferenz „Rohstoffe effizient nutzen – erfolgreich am Markt“ übergab am Vormittag der Staatssekretär Dr. Bernhard Heitzer aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie den Preis an den Geschäftsführer der CUTEC, Prof. Dr.-Ing. Otto Carlowitz, und die beiden Projektverantwortlichen, Dr. Torsten Zeller und Dipl.-Kfm. Andreas Sauter.

Die Auszeichnung erhielt das Verbundprojekt „Entzinkung von Stahlschrotten“. Dieses Projekt ist eingebettet in die Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und wurde im Rahmen des Förderschwerpunktes »r2 Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – rohstoffintensive Produktionsprozesse« über den Projektträger Jülich, Außenstelle Berlin, gefördert und umgesetzt. Die CUTEC ist der Koordinator des Verbundvorhabens. Forschungspartner ist das Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD) unter der technischen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Eberhard Gock der TU Clausthal. Die Industriepartner sind die Andritz-Sundwig GmbH aus Hemer, die Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG mit Sitz in Stadtallendorf in Hessen, die Rohstoff-Handelsgesellschaft mbh aus Mühlheim an der Ruhr, die Xstrata Zink GmbH aus Nordenham und die Wolfsburg AG aus Wolfsburg.

In der Automobilindustrie fallen in der Produktion große Mengen Blechschrotte (sog. Primärschrotte) an, die zum Schutz vor Korrosion verzinkt sind. Nach dem Stand der Technik werden diese Produktionsreste zur Weiterverwertung in Elektroöfen eingeschmolzen. Dabei verdampft das Zink und kann nur teilweise aus den Filterrückständen zurückgewonnen werden. Der gesamte Prozess ist zudem durch einen hohen Ressourcen- und Energieverbrauch bei gleichzeitiger Belastung der Umwelt gekennzeichnet.

Das neue Bypass-Vorentzinkungsverfahren verbessert im Vergleich die Ressourcen- und Energieeffizienz um etwa 75%, vermindert die CO2-Emissionen etwa um 80% und erhöht den Anteil des zurückgewonnenen Zinks durch den neu entwickelten abfallfreien Recyclingprozess deutlich. Die entzinkten Feinblechschrotte stellen aufgrund ihrer Reinheit von härtenden Begleitelementen einen besonders hochwertigen Einsatzstoff für die Gießereiindustrie dar.

Die 2010 errichtete Technikumsanlage der CUTEC zur schwefelsauren Entzinkung im halbtechnischen Maßstab besteht aus fünf Becken, die zum Beizen und Waschen der zinkhaltigen Schrotte dienen. Sie ist für einen Tages-durchsatz von 10 Tonnen ausgelegt worden. Durch Optimierungsarbeiten des IFAD beträgt der Tagesdurchsatz mittlerweile 100 Tonnen. Mit den im Betrieb gesammelten Erfahrungen ist für 2013 bei einem niedersächsischen Automobilhersteller der Bau einer industriellen Entzinkungsanlage geplant. Für das entwickelte Verfahren wurden zwei internationale Patente erteilt. Die herkömmlichen Wälzverfahren werden insbesondere für Sekundärschrotte – wie sie beispielsweise beim Autorecycling auftreten – weiterhin benötigt.

Die CUTEC ist ein niedersächsisches Landesinstitut. Sie betreibt am Standort Clausthal mit etwa über 100 Mitarbeitern anwendungsnahe Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Umwelt- und Energietechnik. Das heute ausgezeichnete Projekt „Entzinkung von Stahlschrotten“ ist eines von vielen Vorhaben zum Forschungsschwerpunkt „Ressourcen- und Energieeffizienz“ der CUTEC. Weitere Informationen zu den Forschungsfeldern sind unter www.cutec.de abrufbar.

Der Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis, der vom Bundesmi-nisterium für Wirtschaft und Technologie gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur ausgelobt wird, zeichnet herausragende Unternehmensbeispiele für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen und anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Seine Verleihung soll dazu beitragen, den Stellenwert der Rohstoff- und Materialeffizienz und deren Effekte in der Wirtschaft noch stärker zu verankern und bewusst zu machen. Der Preis wurde 2011 zum ersten Mal an fünf Preisträger verliehen und ist mit jeweils 10 000 Euro dotiert.

CUTEC
Dr. Thomas Heere
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 05323 933-330
E-Mail: thomas.heere@cutec.de

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.cutec.de/

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