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Astrid Klug übergibt Förderbescheid für Naturschutzgroßprojekt Bienwald

20.05.2009
Bienwald Bundesumweltministerium stellt 7,9 Millionen Euro bereit

Gemeinsame Pressemeldung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, hat heute einen Förderbescheid über 7,9 Millionen Euro an die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße (Rheinland-Pfalz) übergeben. Damit gibt das Bundesumweltministerium nach knapp vierjähriger Planungszeit grünes Licht für die Fortführung des Naturschutzgroßprojektes „Bienwald“.

Astrid Klug richtete ihren Dank besonders an das Land Rheinland-Pfalz: „Die zentrale Maßnahme stellt die Ausweisung einer 1.680 Hektar großen, zusammenhängenden Naturwaldfläche dar, die vom Land unentgeltlich in das Projekt eingebracht wird. Dies ist durchaus keine Selbstverständlichkeit sondern eine bundesweit bemerkenswerte Leistung“, sagte Klug. Mit der finanziellen Unterstützung des Naturschutzgroßprojektes „Bienwald“ erkennt der Bund den hohen Naturschutzwert dieser Region und das besondere Engagement des Landes Rheinland-Pfalz für eine weiterhin naturnahe Entwicklung im Bienwald an.

Der Bienwald ist Teil einer im nationalen und europäischen Maßstab einmaligen eiszeitlichen Schwemmfächerlandschaft. Er umfasst die flächenmäßig größten und qualitativ hochwertigsten Feuchtwaldgebiete Südwestdeutschlands. Mit 12.300 Hektar ist er das größte Waldgebiet der deutschen Oberrheinischen Tiefebene. Trotz verschiedener Nutzungen zeichnet sich der Bienwald durch einen hohen Grad an Naturnähe aus. Die großen, weitgehend unzerschnittenen und strukturell vielfältigen Biotopkomplexe können auch Tierarten mit großen Lebensraumansprüchen, zum Beispiel der Wildkatze, eine dauerhafte Überlebenschance bieten und deren Aussterberisiko mindern.

„Das reichhaltige Mosaik verschiedener Biotoptypen, von trockenen Dünen bis hin zu nassen Bruchwäldern, macht den besonderen Reiz dieser über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft aus.“, sagte Rainer Blanke Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz (BfN). Die Naturnähe bildet neben der Klimagunst eine der wichtigsten Voraussetzungen für das bundes- und europaweit bedeutsame Vorkommen seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Mit über 200 Brutpaaren beherbergt der Bienwald beispielsweise das größte Mittelspechtvorkommen in Rheinland-Pfalz. Fledermaus- und Käferspezialisten messen dem Bienwald gar internationale Bedeutung zu. „Stellvertretend für die lange Liste seltener, vom Aussterben bedrohter Arten steht allerdings zweifelsohne die Wildkatze. Sie zählt zu unseren seltensten heimischen Säugetierarten und war bislang nur aus den Wäldern der Mittelgebirge bekannt. Im Bienwald leben heute schätzungsweise 40 bis 60 Tiere.“, so Blanke.

Das Projekt „Bienwald“ wurde im Jahr 2004 in die Bundesförderung aufgenommen. Träger des Projektes sind die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße. Die erste Förderphase endete im Jahr 2007 mit der Erarbeitung und Abstimmung eines umfassenden Pflege- und Entwicklungsplans. Er ist die Grundlage für eine Vielzahl von Maßnahmen, die von jetzt an bis zum Jahr 2018 kontinuierlich umgesetzt werden sollen.

Dafür sind insgesamt Investitionen in Höhe von 10,9 Millionen Euro veranschlagt, an denen sich der Bund mit 7,6 Millionen Euro beteiligen wird. Die beiden Landkreise werden knapp 1,1 Millionen Euro und das Land 2,2 Millionen Euro in die Finanzierung der Projektausgaben einbringen.

Mit dem Förderprogramm für Naturschutzgroßprojekte gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung wurden seit 1979 67 Projekte erfolgreich gefördert. Ihre Gesamtfläche umfasst rund 2.250 Quadratkilometer. Das Investitionsvolumen des Bundes beträgt bisher mehr als 370 Millionen Euro. Mit einem jährlichen Etat von derzeit 14 Millionen Euro ist das Programm einer der größten Naturschutz-Fördertitel in Deutschland. Die Mittel stammen aus dem Haushalt des Bundesumweltministeriums. Für die naturschutzfachliche Betreuung des Förderprogramms sowie die organisatorische und haushalterische Umsetzung ist das Bundesamt für Naturschutz verantwortlich.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

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