Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Assistenzroboter sollen Menschen mit köperlichem Handicap im Haushalt unterstützen

21.10.2013
Ein neues Forschungsprojekt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten wird sich im Verlauf der nächsten drei Jahre um die Frage kümmern, wie Menschen mit körperlichem Handicap im täglichen Leben geholfen werden könnte. Die Lösung liegt im Einsatz von Assistenzrobotern, also Robotern, die Menschen im Haushalt unterstützen.

Menschen mit körperlichem Handicap haben es bei einfachen Alltagsdingen oft schwer. So haben sie etwa Probleme, ein Buch aus dem Regal zu ziehen, den Tisch abzuräumen oder Kaffee zu kochen. Ein neues Forschungsprojekt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten wird sich im Verlauf der nächsten drei Jahre um die Frage kümmern, wie diesen Menschen geholfen werden könnte. Die Lösung liegt im Einsatz von Assistenzrobotern, also Robotern, die Menschen im Haushalt unterstützen.

350.000 Euro ist der Baden-Württemberg Stiftung dieses Projekt wert. Und dies überrascht nicht. Denn als Folge des demographischen Wandels wächst in Deutschland die Zahl der Menschen mit körperlichen Behinderungen kontinuierlich. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Pflegekräfte stark ob. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, ob der Einsatz von mobilen Assistenzrobotern in der Wohnung von Menschen mit körperlicher Behinderung sinnvoll ist.

„Hierbei stellt sich die Frage“, so Professor Dr. Wolfgang Ertel vom Studiengang Angewandte Informatik und Projektsprecher, „welche Arten von Dienstleistungen körperlich Behinderte überhaupt von einem Roboter erwarten.“ An diese Frage schließe sich sofort die nächste an: „Sind solche intelligenten Roboter heute oder in naher Zukunft überhaupt verfügbar.“ Dass die künstlichen Helfer preiswert oder zumindest finanzierbar sein sollten, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ziel ist es, dass Menschen mit körperlichem Handicap möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben können.

An der Hochschule Ravensburg-Weingarten werden die technischen Fragen am Institut für Künstliche Intelligenz (IKI) von Professor Ertel untersucht. Neu ist der interdisziplinäre Ansatz, zu dem sich Informatik- und Pflegeexperten zusammen gefunden haben. Die sozialwissenschaftliche Begleitung und Analyse dieser Arbeiten erfolgt durch die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Maik H.-J. Winter, Pflegewissenschaftler und Dekan der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege. Neben Machbarkeit und Nutzbarkeit geht es damit auch um die Akzeptanz autonomer Roboter. „Mehrere Studien“, erklärt Professor Winter, „belegen eine durchaus vorhandene Nutzungsbereitschaft neuer Technologien auch im Alter, insbesondere dann, wenn sie darauf abzielen, körperliche Einschränkungen zu kompensieren, die Mobilität sowie das Sicherheitsgefühl zu erhöhen oder die Kommunikation zu vereinfachen.“

Im Forschungsboot ist auch Professor Dr. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen. In den Wilhelmsdorfer Einrichtungen des diakonischen Unternehmens werden die Wissenschaftler aus Weingarten den möglichen Einsatz von Assistenzrobotern mit Hilfe eines Prototyps untersuchen. Dabei geht es beispielsweise auch darum, wie die Betroffenen mit dem Roboter kommunizieren möchten und können. Möglich ist eine Kommunikation über Sprache, einen Tablet-PC oder durch Gesten. „Die vorhandenen Mensch-Roboter-Schnittstellen“, meint Wolfgang Ertel, „befinden sich auf einem technisch sehr hohen Niveau. Jedoch fehlt es gerade im Bereich der Mensch-Roboter-Interaktion noch an praktischen Studien, die die Anwendbarkeit und den daraus resultierenden Nutzen evaluieren.“ Diese Fragen sollen im Rahmen des neuen Forschungsprojekts konkret vor Ort beantwortet werden.

Weitere Infos: Professor Dr. Wolfgang Ertel, E-Mail: ertel@hs-weingarten.de

Tove Simpfendörfer

Dr. Tove Simpfendörfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-weingarten.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau