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Applaus für Trash-Design: Garderobe aus Kleiderbügeln

08.10.2009
Hochschule Niederrhein stellt zwei von 21 Ausgezeichneten beim Recycling Designpreis 2009

An den meisten Garderoben hängen Bügel für Jacken und Mäntel. Die Designstudentin Jennifer Skibbe von der Hochschule Niederrhein hat eine Garderobe namens "Hängaa" entworfen, die selbst nur aus Bügeln besteht. Damit werden diese nicht nur vorbildlich entsorgt, sondern einem neuen, sinnvollen Zweck zugeführt.

Für diese Idee wurde die Kölnerin jetzt beim 3. Recycling Designpreis 2009 ausgezeichnet und durfte ihre Arbeit, zusammen mit 20 anderen erfolgreichen Nachwuchsdesignerinnen und -designern, im Herforder Museum Marta zeigen. Zu den dort ausgestellten Kreationen gehört auch ein Wohnmodul aus diversen Kunststoffplanen, das ihre Krefelder Kommilitonin Natalie Daun aus Düsseldorf entworfen hat.

An dem Recycling-Designwettbewerb, der sich als einziger bundesweit mit Ressourcenschonung und Kohlendioxyd-Reduzierung auseinandersetzt, hatten sich etwa 220 junge Gestalterinnen und Gestalter beteiligt. Die Ausstellung wird anschließend in Stilwerk-Designcentern in Berlin und Hamburg, dem Umweltbundesamt Dessau und im Designmuseum Gent gezeigt.

Kleiderbügel werden Kunden beim Kauf von Kleidung meist gratis mitgegeben. Weil sie aus Kunststoff und Metall bestehen und nur mit erheblichen Aufwand recycelt werden können, suchte Jennifer Skibbe nach einer neuen Nutzung. Die Aufgabe gestellt hatte Professor Thomas Klegin in seinem Projektseminar "Recycling meets Design". Die Studierenden des dritten Semesters waren darin aufgefordert, den verborgenen Sinn weggeworfener Dinge oder Materialien zu entdecken und nutzbar zu machen.

Trash ist Abfall, Müll, und Trash Design der gestalterische Versuch, Wegwerfmentalität durch nachhaltigen Ressourcenschutz zu ersetzen. Ihr Garderobenobjekt, so Jennifer Skibbe, könne im Privathaushalt ebenso eingesetzt werden wie als Teil modularer Systeme in Großunternehmen, auf Messen, bei der Ladeneinrichtung und vielem mehr. Die Fertigung kleiner oder auch größerer Serien kostet extrem wenig und kann von Handwerkern und sogar Behindertenwerkstätten übernommen werden, was dort zur Beschäftigungsförderung beiträgt. Praktische Ökologie, wie sie schöner und zugleich sozialer kaum sein kann.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

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