Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alleine üben macht Patienten fitter: Ulmer Unfallchirurg erhält Preis für Rehabilitations-Forschung

03.11.2009
Privatdozent Dr. Gert Krischak, Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, erhält den mit 5.000 € dotierten Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung.

Der Chirurg fand in einer Studie heraus, dass Patienten nach einem Bruch am Handgelenk die Funktionsfähigkeit schneller wieder herstellen, wenn sie eigenverantwortlich mit einem Übungsheft trainieren statt zur Physiotherapie zu gehen. Der Preis wird von der renommierten Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) vergeben.

Ein Bruch des Handgelenks, medizinisch "distale Radiusfraktur", ist eine der häufigsten Bruchverletzungen in Deutschland. Die Brüche werden entweder operativ behandelt oder heilen im Gipsverband aus. Um die Hand danach wieder bewegen und kraftvoll einsetzen zu können, ist ein Rehabilitationsprogramm notwendig, dass aus verschiedenen Übungen besteht.

"Wir wollten wissen, ob ein Übungsprogramm unter Anleitung oder in eigener Verantwortung erfolgreicher ist", erklärt Studienleiter PD Dr. Krischak. Knapp 100 Patienten mit ähnlich gut verheilten Brüchen, die operativ oder mit Gipsverband therapiert worden waren, wurden nach dem Zufallsprinzip Gruppen zugeordnet. Die eine Gruppe übte mit Hilfe eines Übungsheftes, das in Zusammenarbeit mit der Physiotherapieschule Ulm Kolleg entwickelt wurde, nach einmaliger Anleitung sechs Wochen lang selbstständig. Die andere Gruppe besuchte zweimal wöchentlich die Physiotherapie und wurde von den Therapeuten zu Heimübungen angehalten.

Von dem Ergebnis waren die Wissenschaftler um PD Dr. Krischak selbst überrascht: "Die Patienten, die zu Hause geübt hatten, verfügten nach sechs Wochen über eine höhere Griffkraft und zeigten geringere Funktionsbeeinträchtigungen des Handgelenks." Die Ergebnisse der Studie bestätigen laut Krischak, wie wichtig die Eigenverantwortung der Patienten bei der Nachbehandlung ist. "Ob man sie dem Patienten überlassen kann, muss jedoch sorgfältig abgewogen werden, denn der Erfolg hängt von dessen Motivation und Selbständigkeit ab", so Krischak. "Für motivierte und selbständige Patienten ist das angeleitete Heimtraining eine sehr erfolgversprechende Möglichkeit der Rehabilitation."

Die Originalarbeit wurde veröffentlicht in den Archives of Physical Medicine and Rehabilitation (DOI: 10.1016/j.apmr.2008.09.575) und in Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin (DOI: 10.1055/s-0029-1225336 Phys Med Rehab Kuror 2009; 19:185-192).

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
http://www.uniklinik-ulm.de/unfallchirurgie
http://www.orthopaedie-unfallchirurgie.de/dkou2009/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

When Air is in Short Supply - Shedding light on plant stress reactions when oxygen runs short

23.03.2017 | Life Sciences

Researchers use light to remotely control curvature of plastics

23.03.2017 | Power and Electrical Engineering

Sea ice extent sinks to record lows at both poles

23.03.2017 | Earth Sciences