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Alcon Research Award für Regensburger Humangenetiker

03.03.2009
Professor Dr. Bernhard Weber, Direktor des Instituts für Humangenetik ist Preisträger des Alcon Research Award. Damit werden seine Verdienste um die Aufklärung der Ursachen von Netzhauterkrankungen gewürdigt. Der Preis ist mit 100.000 US Dollar dotiert.

Die renommierte Auszeichnung wurde dem Humangenetiker auf dem diesjährigen Symposium des Alcon Research Institutes (ARI), das vom 13.-14. Februar in Fort Worth (Texas, USA) stattfand, verliehen. Der Alcon Research Preis geht jährlich an sechs Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der ophthalmologischen Forschung und ist mit 100.000 US Dollar der höchstdotierte Preis auf dem Gebiet der Netzhautforschung.

"Diese Auszeichnung ist eine sichtbare internationale Anerkennung unserer langjährigen Arbeiten auf dem Gebiet der Ursachenforschung bei Netzhautdegenerationen", so Weber. "Durch unsere Ergebnisse konnten wir dazu beitragen, grundlegende Abläufe im Krankheitsprozess der erblichen und der sogenannten komplexen Netzhautdegenerationen wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) besser zu verstehen. Wir hoffen, damit langfristig neue Wege hin zu einer gezielten Therapie für Betroffene einschlagen zu können".

Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit in Webers Labor liegen im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen des Menschen, insbesondere des höheren Alters. Als Modell dient ihm die Netzhaut des menschlichen Auges, die mit über 50 unterschiedlichen verschiedenen Zellarten ein ideales System zur Untersuchung pathogenetischer Mechanismen des neuronalen Zelluntergangs, z.B. der lichtsensitiven Photorezeptoren, bietet.

Von 1992 bis 1998 war die Forschergruppe um Professor Weber sehr stark an der Aufklärung genetischer Ursachen erblicher Netzhauterkrankungen beteiligt. "Mein Team konnte entscheidende Akzente setzen und insbesondere im Bereich der zentralen Netzhautdegenerationen mehrere wichtige Krankheitsgene erstmals beschreiben", berichtet Weber. Das Beispiel der sogenannten X-gebundenen juvenilen Retinoschisis, einer früh auftretenden Netzhauterkrankung bei jungen Männern, zeigt die direkte Bedeutung ihrer Forschungsarbeit für den Patienten. "Bei der X-gebundenen juvenilen Retinoschisis haben wir zunächst das ursächlich betroffene Gen finden können. Dies hat es uns dann ermöglicht, die Vorgänge im betroffenen Auge wesentlich genauer zu verstehen", erläutert Weber. "Inzwischen konnten wir experimentell eine neuartige Gentherapie erproben und zeigen, dass eine einmalige Behandlung die Sehfähigkeit in vollem Umfang und auf fast unbegrenzte Zeit im Mausmodell wieder herstellt. Daran knüpft sich die Hoffnung, therapeutische Möglichkeiten mittel- bis langfristig auch den Patienten anbieten zu können".

Professor Dr. Bernhard Weber studierte an den Universitäten Mainz und Freiburg Chemie und Biologie. Nach wissenschaftlichen Aufenthalten am Institut Pasteur in Paris und an der Universität von British Columbia in Vancouver, Kanada, folgte er im Jahre 1996 einem Ruf an die Universität Würzburg. Seit März 2004 ist er Direktor des Instituts für Humangenetik an der Universität Regensburg.

Cordula Heinrich | idw
Weitere Informationen:
http://www-huge.uni-regensburg.de/

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