Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AFOR-Wissenschaftspreis für Gießener Mediziner

08.05.2009
Erforschung neuer Therapien gegen Knocheninfektionen

Die beiden Gießener Wissenschaftler Dr. Dr. Volker Alt (Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie; Leiter: Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler) und Prof. Dr. Eugen Domann (Institut für Medizinische Mikrobiologie; Leiter: Prof. Dr. Trinad Chakraborty) haben den AFOR-Wissenschaftspreis 2008 erhalten.

Die Stiftung "Association for Orthopaedic Research" mit Sitz in der Schweiz hat den beiden Wissenschaftlern den Preis für die Entwicklung eines Tiermodells zur Erforschung neuer Therapien für offene Frakturen und Knocheninfektionen verliehen.

In der Unfallchirurgie und Orthopädie können Knochen- und Weichteilinfektionen sowohl für den behandelnden Arzt als auch für den Patienten trotz moderner Medizin ein schwerwiegendes Problem darstellen. Diese Infektionen können nach offenen Verletzungen, aber auch postoperativ auftreten - vor allem nach Operationen, bei denen Materialien wie Platten, Nägel oder Schrauben zur Versorgung von Knochenbrüchen eingesetzt werden. In diesen Situationen kommt es oft nicht nur zu einer bakteriellen Besiedelung des Implantates mit begleitenden Infektionen des Weichteil- und Knochengewebes, sondern auch zu einer Störung der Knochenbruchheilung. Dies kann in eine infizierte Pseudarthrose münden und eine sehr aufwändige Behandlung zur Sanierung des Infektes und der knöchernen Instabilität erforderlich machen.

Oft sind dafür mehrere chirurgische Revisionseingriffe und ein langwieriger Behandlungsverlauf von mehreren Monaten notwendig. Gerade in den letzten Jahren wurde die Problematik mit dem Auftreten multiresistenter Bakterien noch zusätzlich verschärft, da durch die Antibiotikaresistenz der Einsatz wirksamer Antibiotika zur lokalen und systemischen Therapie immens eingeschränkt wird.

Umso wichtiger ist es, neue Therapiestrategien zur Behandlung betroffener Patienten zu entwickeln und diese vorher in einem geeigneten Tiermodell zu untersuchen. Die beiden Wissenschaftler haben mit ihrer Arbeit nun die Möglichkeit geschaffen, neue Antibiotika und neue unfallchirurgische und orthopädische Techniken zu testen, um so die Prophylaxe und die Therapie von Implantat-assoziierten Knocheninfektionen für Patienten zu verbessern. Erwähnenswert in der Arbeit der beiden Wissenschaftler ist auch die erstmalige weltweite Beschreibung einer Bakteriendetektion durch so genannte Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung bei Knocheninfektion. So könnte zukünftig auch die schwierige Diagnostik von Knocheninfektionen entscheidend verbessert werden.

Kontakt:
Dr. Dr. Volker Alt, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Rudolf-Buchheim-Str. 7, 35385 Gießen
Telefon: 0641 99-44601, Fax: 0641 99-44666
E-Mail: volker.alt@chiru.med.uni-giessen.de

Lisa Dittrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie