Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adipositasforschung in Leipzig ausgezeichnet

05.04.2012
Dr. Andreas Oberbach erhält IPEG Preis für beste Grundlagenforschung
Der Wissenschaftler am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen und Arzt in der Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig, Dr. Andreas Oberbach, erhielt den Best Basic Science-Award beim Weltkongress für Minimalinvasive Kinderchirurgie (IPEG) in San Diego (USA).

Die IPEG (International Pediatric Endosurgery Group) fördert den Austausch zwischen Experten aus über 50 Ländern im Bereich endoskopischer Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen. Die Fachorganisation verlieh dem Leipziger Arzt und Humanbiologen die Auszeichnung für die Untersuchung der Auswirkungen verschiedener chirurgischer Eingriffe auf Stoffwechselprozesse und Gefäßerkrankungen bei Adipositas. Oberbach setzte sich bei der internationalen Fachjury gegen 300 weitere Preisanwärter durch.

Der 42-jährige Forscher konnte in Grundlagenexperimenten zeigen, dass erhöhte Harnsäurewerte für die Entstehung von Bluthochdruck, sowie Herz- und Gefäßerkrankungen mitverantwortlich sind. In einer klinischen Studie zeigte er außerdem, dass es nach bestimmten endoskopischen Adipositas-Operationen (Magenband, Schlauchmagen und Roux-Y-Magenbypass) bei extrem adipösen 12- bis16-Jährigen zwölf Monate nach dem Eingriff zu einer signifikanten Senkung des Harnsäurespiegels im Blut kommt. Die Verringerung der Harnsäurewerte und somit des Erkrankungsrisikos fiel nach bariatrischer Adipositastherapie deutlicher aus als nach konservativen Behandlungen.

Der Preisträger unterstreicht, dass diese Untersuchungsergebnisse bei Kindern und Jugendlichen ermöglichen, „den Einfluss metabolischer Chirurgie auf das Risiko für kardio-vaskuläre Erkrankungen zu bewerten.“ In Deutschland werden im Vergleich zu anderen Ländern bariatrische Eingriffe bei adipösen Kindern und Jugendlichen sehr zurückhaltend eingesetzt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind in den USA bei 100.000 Menschen rund 100 bariatrische Eingriffe zu verzeichnen, in Belgien 25 und hierzulande etwa fünf.

Prof. Holger Till, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, unterstreicht: „Die IPEG-Auszeichnung ist auch eine Bestätigung für die erfolgreiche interdisziplinäre und translationale Adipositas- und Stoffwechselforschung der Universitätsmedizin Leipzig. Nur so kommen wir wirksamen und dem Patienten individuell angepassten Therapien der Adipositas näher.“

Doris Gabel

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Zur Patientenbehandlung stehen eine IFB AdipositasAmbulanz für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Das IFB wird das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Kontakt

Prof. Dr. med. Holger K.H. Till, Direktor
Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Andreas Oberbach MPH
Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Liebigstr. 20a
04103 Leipzig
Tel.: +49 (0)341 / 97-26400
Fax: +49 (0)341 / 97-26409
Doris Gabel
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stephanstr. 9c
04103 Leipzig
Tel.: +49 (0)341 / 97-13361
Fax: +49 (0)341 / 97-15949
E-Mail: presse@ifb-adipositas.de

Kathrin Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifb-adipositas.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie