Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Additiv-generative Fertigung auf dem Weg zur Schlüsseltechnologie - BMBF-Förderprogramm Zwanzig20

18.10.2013
Die zeit- und ressourceneffiziente Herstellung von Bauteilen durch additiv-generative Verfahren zählt derzeit zu den innovationsträchtigsten Revolutionen in der Fertigungstechnik.

Individualisierte Produkte hoher Komplexität können mit Hilfe von 3D-Drucktechniken sowie laser- und elektronenstrahlunterstützten Fertigungsverfahren hergestellt werden.

Der Werkstoffeinsatz wird auf die Bereiche reduziert, wo das Bauteil Material erfordert, ohne dass aufwändige Nachbearbeitungs- und Zerspanungsoperationen durchgeführt werden müssen. Hierdurch entstehen signifikante Zeit- und Kostensenkungen besonders bei solchen Bauteilen, bei denen Geometrieanforderungen hohe Zerspanungsgrade bedingen.

Darüber hinaus ermöglichen die additiv-generativen Fertigungsverfahren die Darstellung neuartiger, anwendungsgerecht spezifizierter Eigenschaftsprofile, so etwa auf der Basis von innovativen hierarchischen Strukturansätzen oder Multi-Material-Konzepten.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden entwickeln seit einigen Jahren Prozesse und die dazu erforderliche Systemtechnik, um in virtualisierten Prozessketten Bauteile direkt aus metallischen Werkstoffen zu erzeugen. „Licht ist unser Werkzeug! Wir nutzen den Laserstrahl als hochpräzise Wärmequelle, die wir noch dazu sehr schnell regulieren können“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Christoph Leyens den Hauptvorteil des Verfahrens, bei dem durch einen lagenförmigen Werkstoffauftrag mit Hilfe des Lasers aus Pulver oder Draht durch Mikroschweißen ein Bauteil entsteht.

Der Werkstoffwissenschaftler lehrt und forscht an der Technischen Universität Dresden und verantwortet den Bereich der generativen Fertigung am Fraunhofer IWS. Zusammen mit seinem Team konnte er jüngst im BMBF-Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ punkten, denn der Antrag „Additiv-generative Fertigung: Die 3D-Revolution zur Produktherstellung im Digitalzeitalter“ gehört zu den zehn Siegern des Wettbewerbs. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt in den nächsten sieben Jahren insgesamt bis zu 45 Mio. Euro zur Verfügung, um die Forschung und Entwicklung auf diesem zentralen Innovationsfeld der Werkstoff- und Fertigungstechnik zu unterstützen. Von den beteiligten Industriepartnern wird ein Beitrag in gleicher Höhe erwartet. Zurzeit besteht das Konsortium unter der Leitung des Fraunhofer IWS aus 40 Partnern, darunter sind 25 kleine und mittelständische Unternehmen.

„Das erhebliche Projektvolumen spiegelt die Bedeutung innovativer Fertigungstechnologien für den Produktionsstandort Deutschland wider“, sagt der Leiter des Fraunhofer IWS Dresden, Prof. Dr.-Ing. habil. Eckhard Beyer zur strategischen Rolle des Vorhabens. Langfristiges Ziel des Vorhabens ist es, einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Deutschlands als Leitanbieter für die additiv-generative Fertigung zu leisten und dabei die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu stärken.

Nach einer ersten Strategiephase zur Entwicklung einer Roadmap werden Technologievorhaben gestartet, die unterschiedlichste Herausforderungen in den Bereichen Werkstoff- und Herstellungstechnologien, Fertigungskonzepte und Prozessketten, Produktstrategien und Systemdesign bis hin zu Anwendern und Märkten adressieren. Das BMBF-Förderprogramm „Zwanzig20“ richtet sich primär an Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung aus den Neuen Ländern, um die Innovationsfähigkeit und damit die Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in Ostdeutschland zu beflügeln.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Christoph Leyens
Abteilung Thermisches Beschichten und Generieren
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Winterbergstr. 28
01277 Dresden
Telefon +49 351 83391-3242
Email: christoph.leyens@iws.fraunhofer.de
Dr. rer. nat. Ralf Jäckel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Winterbergstr. 28
01277 Dresden
Telefon +49 351 83391-3444
Fax +49 351 83391-3300
Email: ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de/de/presseundmedien/presseinformationen/2013/
presseinformation_2013-20.html
http://www.iws.fraunhofer.de/
http://www.unternehmen-region.de/de/6829.php

Dr. Ralf Jaeckel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen