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Adam Grundhoff erhält Loeffler-Frosch-Preis 2012

23.02.2012
Wissenschaftler am HPI wird von der Gesellschaft für Virologie (GfV) im Rahmen der Jahrestagung 2012 mit dem Loeffler-Frosch-Preis geehrt.

Dr. Adam Grundhoff, Virologe am Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, wird von der Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV) mit dem Loeffler-Frosch-Preis 2012 ausgezeichnet. Seit 1994 werden jährlich Wissenschaftler oder Wissenschaftlerinnen für ihre hervorragende virologische Leistung prämiert. Vorstand und Beirat der GfV haben in ihrer letzten Herbstsitzung aus allen vorgeschlagenen Wissenschaftlern Dr. Adam Grundhoff als diesjährigen Preisträger ausgewählt.

Dr. Adam Grundhoff erhält die Auszeichnung für seine Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung von Viren, die an der Entstehung bestimmter Krebsarten des Menschen beteiligt sind. Sein besonderes Interesse gilt der Untersuchung des Kaposi Sarkom-assoziierten Herpesvirus (KSHV) sowie dem kürzlich entdeckten Merkel Cell Polyomavirus (MCPyV). Grundhoffs erklärtes Ziel ist es, die molekularen Mechanismen zu entschlüsseln, die es den Viren erst erlauben, chronische oder latente Infektionen zu etablieren sowie zu verstehen, wie diese Infektionen zu zellulärer Transformation und Tumorgenese beitragen können. In seinen Publikationen zeigte Grundhoff unter anderem, dass Gammaherpesviren die Aktivität ihrer Gene während der chronischen Infektion auf raffinierte Art und Weise regulieren:

Dabei bedienen sie sich gezielt einer bestimmten Art epigenetischer Mechanismen der Wirtszelle, mit deren Hilfe normalerweise die Aktivierung von Differenzierungsgenen in embryonalen Stammzellen verhindert wird. Durch die vorrübergehende Stilllegung der eigenen Gene mittels dieser Mechanismen können sich die Viren in der Wirtszelle auf unbestimmte Zeit verstecken, bevor sie beispielsweise infolge von Zellstress wieder aktiv werden und neue Virusnachkommen produzieren können. Ob die Manipulationen dieser Wirtszellmechanismen auch für die Entstehung von Krebserkrankungen mitverantwortlich sind, ist einer von Grundhoffs gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten.

Dr. Grundhoff studierte Biologie an der Universität des Saarlandes und promovierte am dortigen Universitätsklinikum mit Untersuchungen zum Epstein-Barr Virus, ein dem Kaposi Sarkom Virus nahe verwandtes Herpesvirus, welches ebenfalls Krebserkrankungen im Menschen hervorrufen kann. Anschließend war er von 1999 bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of California in San Francisco.

2005 wechselte er zum Heinrich-Pette-Institut, wo er bis letztes Jahr eine unabhängige Nachwuchsgruppe leitete. Seit 2012 ist er Leiter der Arbeitsgruppe „Virusgenomik“ und verantwortet zudem die Einrichtung einer Plattform, die modernste Sequenziertechniken zur Entschlüsselung von Erbinformationen einsetzt. Mit Hilfe dieser Technologien können innerhalb kürzester Zeit virale Erreger identifiziert und analysiert werden. Darüber hinaus können auch Veränderungen im Wirtszellgenom untersucht werden.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung der Gesellschaft für Virologie. Sie bestärkt mich, an meinen Forschungsansätzen und Interessen als Virologe festzuhalten und weiter zu untersuchen, wie Tumorbildungen in Folge von Infektionskrankheiten verhindert werden können“, so Grundhoff.

Prof. Dr. Wolfram Brune, Leiter der Abteilung „Virologie und Immunologie“ am HPI, ergänzt: „Wir sind stolz, dass Adam Grundhoff in diesem Jahr mit dem Loeffler-Frosch-Preis ausgezeichnet wird. Zum einen bestätigt die Auszeichnung das Konzept des Heinrich-Pette-Instituts, unabhängigen Nachwuchsgruppenleitern exzellente Bedingungen für ihre Forschung zu bieten. Zum anderen freuen wir uns, dass mit dem Preis junge Wissenschaftler geehrt werden, die noch an der Schwelle zur Berufung auf eine Professur stehen.“

Der Loeffler-Frosch-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 15.März 2012 in Essen im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV) an Dr. Adam Grundhoff verliehen.

Über den Loeffler-Frosch-Preis:
Mit dem Preis möchte die Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV) Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auszeichnen, die eine hervorragende virologische Leistung erbracht haben. Grundlage der Bewertung sollen eine oder mehrere Publikationen sein, die innerhalb der letzten Jahre veröffentlicht wurden oder zur Publikation akzeptiert worden sind. Vorschlagsberechtigt sind Hochschullehrer und Abteilungsleiter, die Mitglieder der Gesellschaft für Virologie sind.
Für Rückfragen:
Antonia Seifert
Presse- und Öffentlichkeitsreferentin
Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie
Martinistraße 52
20251 Hamburg
Tel.: +49 (040) 480 51-108
Fax: +49 (040) 480 51-103
E-mail: oeffentlichkeitsarbeit@hpi.uni-hamburg.de

Antonia Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-hamburg.de/

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