Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abwasserentsorgung für künftige Generationen

21.06.2011
Der Demografische Wandel wirkt sich auch auf Abwassersysteme aus. Bevölkerungsrückgang sowie geringerer Wasserverbrauch führen bei konventionellen Systemen zu betrieblichen Problemen.

Zugleich steigt die Kostenbelastung für die Bürger. Neue Lösungskonzepte sind gefragt. Ein gemeinsames Forschungsprojekt des Institutes für Wasserbau und Siedungswasserwirtschaft (IWS) an der HTWK Leipzig, des Institutes für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM) an der Universität Leipzig sowie des Abwasserzweckverbandes "Espenhain" widmet sich neuartigen Sanitärsystemen.

Unter dem Titel "Untersuchung des Beitrages neuartiger Sanitärkonzepte zur Gewährleistung einer kostengünstigeren, verursachergerechten und bürgerfreundlichen Abwasserentsorgung bei demografischem Wandel" forschen sie gemeinsam in dem von der Sächsischen Aufbaubank geförderten Projekt.

Die negativen Folgen des sich seit den 1990er Jahren stark beschleunigenden demografischen Wandels machen sich bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung deutlich bemerkbar. Die Bevölkerung in ländlichen Gebieten nimmt ab. Inzwischen leben in diesen Regionen im Durchschnitt 80 Prozent, in einigen peripheren Gegenden noch weniger Menschen im Vergleich zu 1990. Benachbarte Ortsteile können sich hierbei sehr unterschiedlich entwickeln.

Neben dem Bevölkerungsrückgang tragen auch das zunehmende Umweltbewusstsein der Bevölkerung sowie technische Fortschritte zu geringerem Wasserverbrauch und somit zur drastischen Reduzierung der Abflussmengen in den Abwasserkanälen bei. Das hat nicht nur starke Ablagerungen in den bestehenden Infrastrukturnetzen, sondern auch Veränderungen der Abwasserzusammensetzung zu Folge. Auch die zunehmenden Betriebskosten der Anlagen entsprechen nun nicht mehr den Anforderungen an eine ökologisch und ökonomisch orientierte Abwasserentsorgung. Schließlich erhöht sich die Finanzierungslast für die Bürger. Die quantitativen und qualitativen Veränderungen erfordern daher neue Lösungen für die Abwasserfortleitung und -behandlung, denn die Möglichkeiten der derzeitigen konventionellen Verfahren sind begrenzt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sofort im Abwasserzweckverband umgesetzt Im Forschungsprojekt untersuchen Wissenschaftler seitens des IWS an der HTWK Leipzig neue Lösungsansätze auf der ingenieurwissenschaftlichen Ebene und seitens des IIRM an der Universität Leipzig aus wirtschaftlicher Sicht.

Zeitgleich erproben sie diese an den Anlagen des Abwasserzweckverbandes "Espenhain". Dabei legen die Forscher und Praktiker den Schwerpunkt auf die neuartigen Sanitärsysteme (NASS). Sie überprüfen, ob und in welchen Teilräumen des Untersuchungsgebietes die möglichen Lösungsansätze gegenüber konventionellen Systemen im Vorteil sind, um langfristig eine kostengünstige und vor allem verursachergerechte Abwasserentsorgung in vom demografischen Wandel besonders betroffenen Gebieten sicherzustellen.

Das Forschungsprojekt konzentriert sich somit nicht nur auf eine bestimmte, räumlich begrenzte Fragestellung. Es umfasst das gesamte Spektrum von der Entstehungsursache bis hin zu konkreten Lösungsansätzen und bildet somit eine Grundlage für weitere nationale und internationale Anwendungen.Das Projekt ist ein weiterer Baustein im Rahmen der Kooperationstätigkeit zwischen der HTWK Leipzig und der Universität Leipzig sowie der regionalen Wirtschaft. Die Leitung haben Professor Dr.-Ing. Hubertus Milke von der HTWK Leipzig und Professor Dr.-Ing. Robert Holländer von der Universität Leipzig inne. Die Fördersumme, die von der SAB aus Haushaltsmitteln des Freistaates Sachsen bereitgestellt wurde, beträgt 72.000 Euro. Das Projekt startet am 1. Juli 2011 und endet am 30. September 2012.

Vertreter der Presse können gern ein Foto von der heutigen Auftaktveranstaltung in der Pressestelle der HTWK Leipzig

(pressestelle@htwk-leipzig.de) anfordern. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.iws.htwk-leipzig.de und www.wifa.uni-leipzig.de/iirm/professur-umwelttechnik-in-der-wasserwirtschaft-umweltmanagement.html.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Robert Holländer
Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97-33870
E-Mail: hollaender@wifa.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~iirm
Professor Dr.-Ing. Hubertus Milke
Fakultät Bauwesen, HTWK Leipzig
Telefon: +49 341 3076 6230
E-Mail: hubertus.milke@fb.htwk-leipzig.de

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau