Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Absolventin der Augenoptik/Optometrie erhält Wissenschaftspreis

04.11.2010
Achtung Sportler – aufgepasst. Diese Arbeit der Bachelorabsolventin Judith Masseida des gemeinsamen Studiengangs Augenoptik/ Optometrie der Fielmann Akademie Schloss Plön und der FH Lübeck hat es in sich.

Hinter dem etwas sperrig klingenden Titel: Entwicklung eines Messequipments zur Erfassung möglicher Auswirkungen des Tragens farbselektiver Filter auf die Standstabilisation“ verbirgt sich eine hoch innovative Entwicklung zur Erfassung von möglichen Störungen des Gleichgewichts bei Sportlerinnen und Sportlern.

Insbesondere beim Tragen von bestimmten Filterbrillen im Training oder im Wettkampf kann es zu den unerwünschten Störungen des Gleichgewichtsystems kommen. Frau Masseida hat in Kooperation mit Einrichtungen der Arbeitsforschung, der Sportmedizin sowie der Sporternährung ein System entwickelt, das objektive Messergebnisse über die Einflüsse liefert.

Dafür erhält sie am Montag, d. 8.11.2010 um 17.00 Uhr den Wissenschaftspreis des Bamberger Unternehmens Rupp + Hubrach. Dieser Preis wird in Kooperation mit den Augenoptik/ Optometrie-Ausbildungsstätten Aalen, Berlin, Jena, Lübeck und Wolfsburg einmal jährlich vergeben. In diesem Jahr findet die Preisverleihung erstmals an der Fachhochschule in Lübeck statt. Ca. 160 geladene Gäste sind dabei, wenn der Geschäftsführer von Rupp + Hubrach, Ralf Thiehofe, den Preis im großen Hörsaal (Geb. 2-1.02) der FH Lübeck am Mönkhofer Weg 136-140 überreichen wird.

Die Laudatio hält Prof. Dr. Hans-Jürgen Grein, Leiter des gemeinsamen Studiengangs Augenoptik/ Optometrie von FH Lübeck und Fielmann Akademie Schloss Plön. Professor Grein war auch Betreuer der Bachelorarbeit.

Zusammenfassung der Arbeit (von H.-J. Grein):
Im Sport sind sichere und zielgerichtete Bewegung des Athleten sowohl für die Leistung als auch für die Sicherheit von großer Bedeutung. Ein gut funktionierendes Gleichgewichtssystem ist dafür eine Voraussetzung.

Das Sehsystem und das Gleichgewichtssystem sind eng miteinander gekoppelt. Ein Schirennläufer beispielsweise nutzt seinen Sehsinn um einerseits die Gleichgewichtslage beizubehalten und andererseits vor ihm liegende Pistenunebenheiten vorauszusehen. Unter den Bedingungen der Schipiste erschwert blaues Streulicht, Unebenheiten im Schnee zu erkennen. Mit orangefarbenen Filterbrillen, die vorzugsweise blaues Licht ausfiltern, kann der Schifahrer das Relief der Piste besser wahrnehmen.

Bisher ungeklärt ist jedoch, ob es nachteilig für das Gleichgewichtssystem des Sportlers ist, wenn das gesamte blaue Licht durch die Brille herausgefiltert wird. Die Bachelor-Absolventin Judith Masseida, vom gemeinsamen Studiengang Augenoptik der Fachhochschule Lübeck und der Fielmann Akademie Schloss Plön, widmete sich in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund und dem Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung an der Ruhr-Universität Bochum dieser Fragestellung. Ziel war es, einen Laboraufbau zu entwickeln, mit dem diese Frage objektiv beantwortet werden kann.

Die Versuchpersonen wurden in einen weiß ausgekleideten Halbzylinder gestellt. Eine Kraftmessplatte ermittelte die Gleichgewichtsschwankungen der Probanden beim Tragen von unterschiedlichen Filtergläsern. Tatsächlich konnte gezeigt werden, dass Filtergläser Einfluss auf die Gleichgewichtsregulation nehmen. Die Ergebnisse legen nahe, dass es für Sportler nicht sinnvoll ist, komplette Blaulichtfilter zu tragen. Das subjektive Gleichgewichtsempfinden der getesteten Probanden deckte sich mit den objektiven Messergebnissen. Geeigneter für Sportler sind Filtergläser, die einen Rest des blauen Lichtes passieren lassen. Diese Filtergläser sind als sog. „Blauabschwächer“ auf dem Markt. Der Laboraufbau soll jetzt für die Schipiste weiterentwickelt werden, um weitere Studien in der realen Situation durchführen zu können.

Frank Mindt | FH Lübeck
Weitere Informationen:
http://www.fh-luebeck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics