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600.000 Euro für die Region: EU fördert Forschungsprojekt mit Hochschule OWL und Kreis Lippe

25.02.2015

Mit rund 2,5 Millionen Euro fördert die Europäische Union ein internationales Forschungsvorhaben, an dem das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Kreis Lippe beteiligt sind. Dabei entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie führende Unternehmen aus vier Ländern gemeinsam eine modulare „Smart-Metering-Plattform“, die den Energieverbrauch von Unternehmen und Privathäusern in Echtzeit zuverlässig misst. Der „intelligente Zähler“ soll flexibel einsetzbar und leicht in der Handhabung sein sowie zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden.

Ziel des dreijährigen Forschungsprojektes ist es, für mehr Transparenz bei der Messung und Abrechnung des täglichen Energieverbrauchs zu sorgen. Gleichzeitig sollen die Menschen für einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert werden.

Beteiligt sind insgesamt acht Einrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, Österreich, Portugal und den Niederlanden. Das Vorhaben mit dem Titel „AnyPLACE“ wurde in einem hochwettbewerblichen Verfahren im Rahmen des 2014 gestarteten EU-Programms „Horizon 2020“ ausgewählt und nun gefördert. Von der Gesamtsumme fließen insgesamt 600.000 Euro nach Lippe.

„Ich freue mich sehr über diese bedeutende Förderung des inITs“, sagt Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann. „Durch den Zuschlag für dieses internationale Projekt bekommen wir eine weitere Möglichkeit, die Forschungsstärke der Hochschule und ihrer Institute auch auf europäischer Ebene auszubauen und sichtbar werden zu lassen.“

„Die Förderung unterstreicht, dass unsere Region mit ihrer innovativen Forschungsarbeit und der guten Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft international herausragende Bedeutung besitzt“, ergänzt Friedel Heuwinkel, Landrat des Kreises Lippe. „Zudem ist das Projekt von hoher gesellschaftlicher Relevanz!“

Von der Smart-Metering-Plattform, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln, sollen alle Seiten profitieren können: Den Energieunternehmen ermöglicht die Echtzeit-Messung ein genaueres Monitoring des Verbrauchs ihrer Kundinnen und Kunden. „Nur so können wir einen genauen und schnellen Abgleich von Energieangebot und Energiebedarf in Haushalten und der Industrie in künftigen intelligenten Energienetzen ermöglichen“, erklärt Professor Jürgen Jasperneite, Leiter des Instituts für Industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL.

Auch Verbraucherinnen und Verbraucher – ob aus der Industrie oder privat – erhalten nach den Plänen der internationalen Forschungsgruppe einen besseren Überblick: Über ein Internetportal können sie den Verbrauch von Gas und Strom permanent verfolgen. „Wer genau weiß, zu welchen Zeiten er wie viel verbraucht, kann gezielter sparen“, führt Dr. Klaus Schafmeister, Wirtschaftsförderer beim Kreis Lippe aus. „Unangenehme Überraschungen auf der Jahresrechnung werden so vermieden.“

Die Forscherinnen und Forscher arbeiten an einer modularen Smart-Metering-Plattform, die leicht in der Handhabung ist und sich sowohl für bestehende als auch für neue Gebäude eignet. Zudem soll das fertige Produkt am Ende nicht mehr als 100 Euro kosten. „Es gibt bereits intelligente Zähler auf dem Markt. Diese sind aber häufig sehr teuer, technisch aufwendig und lassen sich nicht in jede Umgebung integrieren“, erklärt Lukasz Wisniewski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am inIT. „Hier setzt unsere Arbeit an.“

Innerhalb der Forschungsgruppe beschäftigt sich das inIT der Hochschule OWL vor allem mit der Frage, mit welcher Technologie alle Beteiligten – also Energieunternehmen, IT, Kundinnen und Kunden – am effizientesten miteinander kommunizieren könnten. Weiterhin ist die in Bau befindliche SmartFactoryOWL, eine Forschungsfabrik des Lemgoer Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA und der Hochschule OWL als intelligenter Industrieverbraucher in die Test-und Demonstrationsaktivitäten eingebunden.

Der Kreis Lippe bringt seine Kompetenzen unter anderem als Betreiber von Windkraft-, Biogas und Photovoltaik-Anlagen ein. Beide Partner arbeiten im Energiedorf Dörentrup, im Innovationszentrum für Erneuerbare Energien und Elektromobilität im ländlichen Raum, zusammen. In dessen Umfeld werden auch die neu entwickelten Smart Meter ausprobiert und bewertet, ehe sie im Markt eingeführt werden.

http://www.hs-owl.de

Julia Wunderlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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