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6 Millionen Euro für die Kieler Nanotechnologie

25.02.2016

Ministerpräsident Albig übergibt Förderbescheid an die Technische Fakultät

Neuartige medizinische Implantate, superelastische Metalle, extrem sensitive Sensoren: Im Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurden in den letzten Jahren wesentliche Grundlagen für neue Werkstoffe und Anwendungen gelegt. Damit die Industrie von diesem Know-how profitieren kann, soll das Zentrum jetzt weiter ausgebaut werden. Heute (24. Februar) übergab der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Torsten Albig zu diesem Zweck einen Förderbescheid über rund drei Millionen Euro an den Dekan der Technischen Fakultät der CAU, Professor Eckhard Quandt.

Bewilligt wurde das Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Weitere gut drei Millionen Euro zum Ausbau des Zentrums steuern die Universität Kiel, das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologien Itzehoe sowie die Firmen Acquandas GmbH und FUMT R&D Functional Materials GmbH bei. Das Geld wird sowohl in modernste Forschungsgeräte als auch in zusätzliches Personal investiert. So können künftig Unternehmen von Fachleuten beraten und geschult, Auftragsarbeiten verrichtet und Verbundprojekte der Universität unterstützt werden.

Albig hob bei dem Termin an der Kieler Universität die Bedeutung der Spitzenforschung für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt im nördlichsten Bundesland hervor: „Mit über drei Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wollen wir die Nanotechnologie im echten Norden weiter voranbringen. Sie ist eine der großen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunftsfelder und wird gebraucht in der Energietechnik, der Medizintechnik und der Informationstechnologie. All das sind Bereiche, in denen wir in Schleswig-Holstein durchaus führend sind. Das Kompetenzzentrum an der Technischen Fakultät der CAU soll darüber hinaus das Wissenschafts-Fenster zur Wirtschaft sein. Wie in anderen Kompetenzzentren wollen wir Forschungsergebnisse von hier aus in die wirtschaftliche Anwendung bringen.“

CAU-Präsident Professor Lutz Kipp lobte die Förderung mit Blick auf die nächste Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder als deutliches Zeichen der Unterstützung des Landes: „Jetzt ist die Zeit, um die Weichen zu stellen. Mit dem Ausbau des Kompetenzzentrums stärken wir unseren Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenforschung und schärfen dessen Profil. Wir garantieren damit weiterhin herausragende wissenschaftliche Ergebnisse und gestalten die technologische Weiterentwicklung der gesamten Region aktiv mit. Unsere Chancen, Teil der nächsten Exzellenzinitiative zu sein, steigen damit spürbar.“

Bei einem Parlamentarischen Abend am 10. März im ATLANTIC HOTEL Kiel wolle man mit Vertretern von Universitäten, Expertinnen und Experten sowie Angehörigen der Landtagsparteien weiter über notwendige Rahmenbedingungen der Spitzenforschung in Schleswig-Holstein diskutieren, kündigte der Präsident an.

15 hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden künftig im Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik eine Schnittstelle zwischen Universität und Industrie bilden. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen von beteiligten Forschungseinrichtungen und Firmen. „Im Nanolabor bilden wir junge Menschen an hochkomplexen Forschungsgeräten aus. Die Fördermittel helfen uns nun, deren Fähigkeiten sowohl für die Universität zu bewahren als auch vor allen Dingen Firmen zur Verfügung zu stellen, die sich aus dem universitären Umfeld ausgegründet haben“, sagte Eckhard Quandt, der Koordinator des Kompetenzzentrums. Nur wenn das Personal langfristig an die Infrastruktur gebunden werden könne, sei es möglich, wissenschaftliche Arbeiten der Arbeitsgruppen der Fakultät mit den produktbezogenen Anforderungen der Industrie zu vereinen. „Nur so ist eine enge Kooperation mit der Industrie auf Dauer sinnvoll“, betonte der Dekan.

Nicht nur das Personal des 600 Quadratmeter großen mit Hochtechnologie gespickten Nanolabors wird mit den Millionen aufgestockt. Um Strukturen herstellen und untersuchen zu können, die nur wenige Atomlagen dünn sind, wird der Gerätepark um eine neue Beschichtungsanlage und ein Laserinspektionsmikroskop erweitert.

Fotos stehen zum Download bereit:
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Bildunterschrift: Kompetenz für Wissenschaft und Industrie: Sechs Millionen Euro fließen in die Kieler Nanotechnologie.
Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

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Bildunterschrift: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (r.) übergibt einen Förderbescheid über rund drei Millionen Euro an Eckhard Quandt, den Koordinator des Kompetenzzentrums Nanosystemtechnik.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Der Ausbau der Forschungs-Infrastruktur ist für (v.l.) Ministerpräsident Torsten Albig, Professor Eckhard Quandt und CAU-Präsident Lutz Kipp auch im Hinblick auf die Exzellenzinitiative des Bundes notwendig.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: (v.r.) CAU-Präsident Lutz Kipp und Ministerpräsident Torsten Albig lassen sich im Kieler Nanolabor Spitzentechnologie "made in Schleswig-Holstein" von Wissenschaftler Rodrigo Lima de Miranda zeigen.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-053-5.jpgBildunterschrift: Rodrigo Lima de Miranda (l.) erklärt Torsten Albig, wie im Kieler Nanolabor Nanostents für medizinsche Anwendungen erforscht werden.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Die Nanostents bestehen aus eine Metall-Legierung mit Formgedächtnis.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Wissenschaft im Ganzkörper-Schutzanzug: Die Luft im Reinraum muss steril sein, kein Staubkorn darf von außen hineingelangen.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Zeit für Autogramme: Ministerpräsident Torsten Albig unterschreibt auf einer Siliziumscheibe, die normalerweise für die Nanoforschung eingesetzt wird.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Das Autogramm des Ministerpräsidenten auf dem Silizium-Wafer
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Mithilfe von winzigen Zinkoxid-Tetrapoden lassen sich Oberflächen, die sich eigentlich nicht verbinden lassen, ganz einfach "verklammern", erklärt die Forscherin dem Ministerpräsidenten Torsten Albig.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU
Bildunterschrift:
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Ein Modell der Zinkoxid-Tetrapoden im Einsatz
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Im gelb beleuchteten Bereich des Reinraums im Kieler Nanolabor arbeiten die Forschenden mit Fotolacken.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Forschende untersuchen Nanostrukturen am Computer.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Bildunterschrift: Superreine Luft, teures Forschungsgerät, hochqualifiziertes Personal: Mit den Fördermitteln wird das Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik an der Kieler Universität weiter ausgebaut.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Quandt
Institut für Materialwissenschaft
Tel.: 0431/880 6200
E-Mail: eq@tf.uni-kiel.de

Dr. Dirk Meyners
Wissenschaftlicher Leiter des Kieler Nanolabors
Tel.: 0431/880 6202
E-Mail: dm@tf.uni-kiel.de

Über das Kieler Nanolabor:
Das Kernstück des Kompetenzzentrums Nanosystemtechnik ist das Kieler Nanolabor. An der Technischen Fakultät in der Kaiserstraße angesiedelt, bietet es auf etwa 660 Quadratmetern Fläche Labore, in denen funktionale Nano- und Mikrostrukturen hergestellt und analysiert werden. Ein Reinraumbereich und ein Labor für höchstaufgelöste Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) gehören ebenfalls dazu. Unter Federführung von Professor Eckhard Quandt vom Institut für Materialwissenschaft der CAU wurden die Labore mit modernsten Geräten der Dünnschichttechnik und Lithographie im Wert von mehreren Millionen Euro ausgestattet. Dank sehr aufwändiger Filtertechnik enthält die Luft im Reinraum extrem wenig Staubpartikel und ist mithin wesentlich sauberer als die Luft an der See oder in den Alpen.

Wichtig sind solche Bedingungen immer dann, wenn bereits ein Staubkorn die Funktion eines Geräts beeinträchtigen kann. In Kiel benötigen Wissenschaftler/innen diese Bedingungen beispielsweise für ihre Arbeiten auf dem Gebiet neuartiger Batterie- und Solartechnik, höchstempfindlicher Magnetfeldsensoren, medizinischer Implantate (Stents), superelastischer Metalle oder „lab-on-a-chip“-Systeme. Bei letzterem arbeiten die Forscher/innen daran, ganze Speziallabore auf die Größe eines Chips, der so klein ist wie etwa ein Objektträger eines Mikroskops, zu „schrumpfen“. Bei all diesen Arbeiten ist bereits eine starke industrielle Mitwirkung vorhanden.

Links:
www.kompetenzzentrum-nanosystemtechnik.uni-kiel.de/de/kieler-nanolabor
www.kinsis.uni-kiel.de
www.isit.fraunhofer.de
www.nina-sh.de

Link zur Pressemitteilung: http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2016-053-nanokompetenzzent...

Dr. Boris Pawlowski | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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