Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

50 Millionen Euro für den wissenschaftlichen Nachwuchs

26.03.2015

Max-Planck-Gesellschaft verbessert die Ausbildungs- und Karrierebedingungen ihrer Doktoranden und Postdocs

Die Max-Planck-Gesellschaft stellt ihre Nachwuchsförderung neu auf. Das Gesamtpaket besteht nicht nur aus neuen Förderstrukturen und detaillierten Betreuungsrichtlinien, sondern soll darüber hinaus auch künftig für mehr Transparenz bei den Karrierewegen sorgen.

Dafür wird die Max-Planck-Gesellschaft die Mittel in der Nachwuchsförderung um fast 40 Prozent anheben. Das entspricht im Endausbau jährlich knapp 50 Millionen Euro. „Wir haben uns entschieden, diese Mittel nicht in das Wachstum unserer Organisation, sondern in die Nachwuchsförderung zu investieren“, erklärt Max-Planck-Präsident Martin Stratmann. Der Entscheidung waren umfassende Diskussionen und Beratungen in den eigenen Gremien vorausgegangen.

Über 3400 Doktoranden forschen in der Max-Planck-Gesellschaft. Mit 54 Prozent ist der Ausländeranteil unter ihnen deutlich höher als an anderen Forschungseinrichtungen oder Universitäten in Deutschland. Doch der internationale Wettbewerb um junge, kreative Talente nimmt zu:

„Es ist deshalb unerlässlich, dass wir unsere Karrierestrukturen fortlaufend weiterentwickeln, um im Vergleich mit den internationalen Top-Einrichtungen konkurrenzfähig zu bleiben“, so Martin Stratmann. Die Forscherlaufbahn hierzulande attraktiver zu machen, ist eines der wichtigsten Ziele von Bund, Ländern und Forschungsorganisationen.

Die Max-Planck-Gesellschaft wird zukünftig alle Doktorandinnen und Doktoranden, die für ihre Promotion an einem Max-Planck-Institut forschen, mit einem Fördervertrag ausstatten. Bisher hatte die Mehrheit vor allem auch der ausländischen Doktoranden ein Stipendium. „International ist das durchaus üblich“, erklärt Martin Stratmann.

„Aber die Dualität von Vertrag und Stipendium wurde zunehmend nicht mehr akzeptiert, weil sie sich nicht hinreichend unterschieden haben.“ Der Max-Planck-Fördervertrag ermöglicht es, die wissenschaftliche Freiheit des Stipendiums mit der sozialen Sicherheit eines Arbeitsvertrages zu kombinieren. Der Fördervertrag wird vor Beginn der Promotion über eine Laufzeit von drei Jahren geschlossen und kann um weitere zwölf Monate verlängert werden. „Damit haben Doktoranden eine klare Perspektive für ihr Promotionsvorhaben“, betont Stratmann.

Bei der Betreuung hat die Max-Planck-Gesellschaft ihre Leitlinien zur Doktorandenausbildung überarbeitet. Unter anderem soll allen Promovierenden zukünftig neben den hauptverantwortlich Betreuenden ein zweiter unabhängiger Wissenschaftler bzw. eine Wissenschaftlerin beratend zur Seite stehen. Die Gesamtzahl der Promovierenden pro Betreuer soll so gewählt sein, dass eine gute Betreuung sichergestellt ist.

„Mit diesen Richtlinien wollen wir einen Standard im deutschen Wissenschaftssystem setzen“, sagt Stratmann. „Darüber hinaus müssen wir mehr Unterstützung bei der beruflichen Orientierung leisten, denn über 90 Prozent der Doktoranden werden nicht in der akademischen Forschung bleiben.“

Erstmals gibt es auch spezifische Leitlinien für die International Max Planck Research Schools (IMPRS), die die Max-Planck-Institute in Kooperation mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland und im Ausland betreiben. Im Jahr 2000 ging die erste IMPRS an den Start; mittlerweile gibt es 60 IMPRS, die die Möglichkeit einer strukturierten Graduiertenausbildung mit festgelegtem Curriculum anbieten. Über die Hälfte aller Max-Planck-Doktoranden fertigen ihre Promotion im Rahmen einer IMPRS an.

Der Sprecher des PhDnet, der Doktorandenvertretung in der Max-Planck-Gesellschaft, Prateek Mahalwar freut sich: „Diese Änderungen werden die Situation junger Forscher in der Max-Planck-Gesellschaft noch einmal verbessern. Junge Forscher sind essenziell für jede Forschungsorganisation – auf ihre Anliegen zu hören und einzugehen, wird die Max-Planck-Gesellschaft als Forschungsorganisation weiter stärken. Ich freue mich daher, gemeinsam mit den Gremien in der Max-Planck-Gesellschaft an der Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für junge Forscher zu arbeiten.“

Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen (BMBF) nannte die Entscheidung auf der Sitzung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft einen großen Wurf: „Die neuen Leitlinien der Max-Planck-Gesellschaft zur Doktoranden-Ausbildung sind beispielgebend für eine bessere Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit bietet.“

Auch Postdoktoranden erhalten künftig nur noch Arbeitsverträge entsprechend des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes (TVöD). Stipendien werden an wissenschaftliche Gäste vergeben, die projektbezogen und vorübergehend an Max-Planck-Instituten forschen. Diese Max Planck Fellowships werden mit einem neuen Gästeprogramm verbunden, das auf Institutsebene ausgestaltet wird. „Einige Max-Planck-Institute haben bereits ausgezeichnete Erfahrungen mit internationalen Gästeprogrammen gemacht“, sagt Stratmann.

Die neue Förderstruktur wird ab dem 1. Juli 2015 wirksam. Bereits laufende Stipendien bestehen davon unabhängig weiter. Die Umstellung auf Förderverträge für Doktoranden sowie die Anstellung von Postdoktoranden per TVöD-Vertrag ist auch für die Max-Planck-Gesellschaft ein Kraftakt, da die höheren Ausgaben im Personalbereich nicht zu Lasten der Forschungsbedingungen an den Max-Planck-Instituten gehen sollen. „Die Infrastruktur und die Forschungsmöglichkeiten an den Instituten werden beim wissenschaftlichen Nachwuchs hoch geschätzt. Um unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, müssen wir diesen Standard halten und investieren folglich zusätzliches Geld in die Nachwuchsförderung“, so Stratmann.

Die neue Förderstruktur wurde von einem Arbeitskreis unter Leitung von Vizepräsident Bill S. Hansson ausgearbeitet. Ein weiterer Teil dieses umfassenden Pakets zur Weiterentwicklung der Ausbildungs- und Karrierebedingungen von Nachwuchswissenschaftlern in der Max-Planck-Gesellschaft sind die von einer Kommission unter Leitung von Reinhard Jahn und mit Beteiligung externer Fachleute erarbeiteten Leitlinien zur Betreuung von Doktoranden, die in der Sitzung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft am 13. März 2015 beschlossen wurden. In Arbeit befindet sich noch das Programm zur Karriereplanung für Doktoranden und Postdoktoranden sowie ein erweitertes Konzept zur Doktorandenvertretung in der Max-Planck-Gesellschaft. Die neue Förderstruktur wird nach der Umstellungsphase etwa 50 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die Mittel für die Neuordnung der Vergütungsstrukturen stammen aus den Etatsteigerungen vom Pakt für Forschung und Innovation II von Bund und Ländern.

Ansprechpartnerin:

Dr. Christina Beck
Pressesprecherin
Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München
Telefon:+49 89 2108-1275
E-Mail:beck@gv.mpg.de

Dr. Christina Beck | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie