Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5. Deutscher IT-Sicherheitspreis: Deutschlands beste IT-Sicherheitslösungen in Bochum ausgezeichnet

24.10.2014

Die Horst Görtz Stiftung vergab am 23. Oktober 2014 zum 5. Mal den Deutschen IT-Sicherheitspreis. Insgesamt hatten sich 66 Teams beworben; davon wurden elf Gruppen nominiert.

Der erste Preis (100.000 Euro) ging an „Blurry-Box-Kryptografie: Kerckhoffs‘ Prinzip für den Softwareschutz“, der zweite (60.000 Euro) an „SPLlift: Hocheffiziente gleichzeitige Codeananalyse von Millionen von Softwarekonfigurationen“. Den dritten Platz (40.000 Euro) teilen sich die Teams von „Mikrokernel zur Absicherung von mobilen Endgeräten“ und „SRT-AppGuard – Berechtigungsmanagement für Android“.

Alle zwei Jahre vergibt eine Expertenjury den IT-Sicherheitspreis für Innovationen aus den Bereichen IT-Sicherheit, Kryptografie, System- und Netzsicherheit sowie Abwehr von Cyberangriffen. In diesem Jahr richtete das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum die festliche Verleihung im Zentrum für IT-Sicherheit in Bochum aus.

Erster Platz: Kerckhoffs‘ Prinzip für den Softwareschutz

Brandon Broadnax, Matthias Huber, Bernhard Löwe, Prof. Dr. Jörn Müller-Quade (alle Karlsruher Institut für Technologie) und Alexander Engelmann, Rüdiger Kügler, Alexander Schmitt, Wolfgang Völker, Dr. Peer Wichmann und Oliver Winzenried (alle WIBU-Systems AG) belegten den ersten Platz für ihr Blurry-Box-Verfahren. Das ist eine Software, die vor Angreifern schützt, die den Schutzmechanismus kennen.

Im Gegensatz zu bisherigen Systemen macht sich Blurry-Box das sogenannte Kerckhoffs‘ Prinzip zunutze: Die Sicherheit des Schutzverfahrens beruht auf der Geheimhaltung des Schlüssels und nicht auf der Geheimhaltung des Mechanismus zur Verschlüsselung. Damit wird ein höheres Schutzniveau vor unerlaubter Vervielfältigung, Manipulation, Industriespionage und -sabotage erreicht.

Zweiter Platz: Gleichzeitige Analyse von Millionen von Softwarekonfigurationen

Der zweite Platz ging an Prof. Dr. Bodden, Prof. Dr. Mira Mezini (beide Technische Universität Darmstadt), Prof. Dr. Paolo Borba und Társis Tolêdo (beide Federal University of Pernambuco), Prof. Dr. Claus Brabrand (IT University of Copenhagen) und Prof. Dr. Márcio Ribeiro (Federal University of Alagoas). SPLlift ist eine neue Sicherheitsanalyse, die es erstmals möglich macht, mehrere Softwareprodukte gleichzeitig und automatisiert auf Schwachstellen zu untersuchen. Dadurch verkürzt SPLlift die benötigte Dauer der Sicherheitsanalysen von bisher Jahren auf Minuten.

Dritter Platz: Absicherung von mobilen Endgeräten

Für ihr Konzept gegen Datenklau auf mobilen Geräten zeichnete die Jury Matthias Broll und Dr. Aubrey-Derrick Schmidt (beide T-Systems International GmbH), Prof. Dr. Hermann Härtig (Technische Universität Dresden), Adam Lackorzynksi (TUD Ausgründung Kernkonzept GmbH) und Dr. Christoph Peylo (Trust2Core GmbH) mit dem dritten Platz aus. Durch die Adaption eines Mikrokerns für mobile Plattformen können zwei Betriebssysteme parallel laufen.

Es entsteht ein offener Nutzerbereich, um z.B. private E-Mails zu versenden, und ein gesicherter Bereich, in dem nur über einen VPN-Tunnel (Virtuelles privates Netzwerk) kommuniziert wird. So ist ein Zugriff von außen unmöglich und der Nutzer kann sein mobiles Gerät sowohl beruflich als auch privat sicher nutzen. Diese Methode lässt sich auch auf andere sicherheitsbedürftige IT-Systeme wie Bankautomaten oder Webserver übertragen.

Dritter Platz: Berechtigungsmanagement für Android

Einen weiteren dritten Preis erhielten Prof. Dr. Michael Backes, Sven Obser und Philipp von Styp-Rekowski (alle Backes SRT GmbH). Die Sicherheitsapp SRT AppGuard bietet Android-Benutzern die Möglichkeit, ihre persönlichen Daten vor Ausspähung zu schützen. Oftmals greifen Apps Daten ab, die sie für ihre Funktion nicht benötigen. Verweigert der Nutzer den Zugriff, lässt sich die App nicht installieren. Mit SRT AppGuard entscheidet der Nutzer, ob und welche Daten er preisgeben möchte.

Der Deutsche IT-Sicherheitspreis

„Ich habe den Deutschen IT-Sicherheitspreis 2006 ins Leben gerufen, um die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft im immer wichtigeren Bereich der IT-Sicherheit zu stärken“, erklärt Stiftungsgründer Dr.-Ing. Eh. Horst Görtz. Mit dem Deutschen IT-Sicherheitspreis möchte die Horst Görtz Stiftung IT-Sicherheitslösungen „Made in Germany" fördern und bekannt machen. Mit einem Preisgeld von insgesamt 200.000 Euro zählt er zu den höchst dotierten privat gestifteten Wissenschaftspreisen. Die Schirmherrschaft hat Michael Hange übernommen, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.

Bilder von der Preisverleihung und den Preisträgern finden Sie unter folgendem Link: http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2014/pm00180.html.de

Weitere Informationen
Dr. Anja Nuß, Wissenschaftliche Koordinatorin Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der RUB, Tel. 0234/32-27722, E-Mail: anja.nuss@rub.de

Angeklickt
Informationen bei der Horst Görtz Stiftung
http://www.horst-goertz.de/warum-ein-preis-fuer-deutsche-it-sicherheit/

Redaktion: Janine Bruder

Tabea Steinhauer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung