Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4,6 Millionen Euro für Teilchenphysiker

27.07.2015

Die Teilchenphysiker des Karlsruher Instituts für Technologie erhalten in der aktuellen Förderperiode rund 4,6 Millionen Euro für ihre Forschung am europäischen Forschungszentrum CERN. Damit fördert das BMBF den laufenden Betrieb und die weitere Entwicklungsarbeit am Detektor CMS, der zu der Entdeckung des Higgs-Bosons im Jahre 2012 beitrug. Am KIT arbeiten rund 70 Physiker und Physikerinnen in 8 Arbeitsgruppen an Betrieb, Fortentwicklung und der physikalischen Datenanalyse des CMS.

Seit Kurzem ist der 27 Kilometer lange Beschleunigerring LHC des CERN wieder in Betrieb und lässt Protonen bei der Rekordenergie von 13 TeV kollidieren, fast doppelt so viel wie in den bisherigen Datennahmen.


Teilchenspuren nach einer Proton-Proton-Kollision, bei der ein Higgs-Boson erzeugt wurde; aufgezeichnet durch den CMS-Detektor am Beschleuniger LHC des CERN.

(Bild: © 2012 CERN / CMS Collaboration)

Geplant ist, die Kollisionsrate der Protonen noch mehr als zu verdoppeln. Von der Analyse der Daten erhoffen sich die Karlsruher Physiker vor allem ein deutlich besseres Verständnis über die Eigenschaften des Higgs-Bosons und über die Existenz der Dunklen Materie. Auch wird nach weiteren Higgs-Bosonen gefahndet, die von Theorien wie etwa der sogenannten Supersymmetrie gefordert werden.

Nicht nur der laufende Betrieb des Experimentes steht im Blickpunkt der Karlsruher Forscher, sondern auch die langfristige Zukunft des Detektors. Dazu wurde mit einem langjährigen Forschungs- und Entwicklungsprogramm begonnen, dessen Schwerpunkt das Design eines neuen Silizium-Spurendetektors ist.

Der derzeit weltgrößte Siliziumstreifendetektor, der sich im Herzen von CMS befindet, wird dann vor Beginn der Hochintensitätsphase des LHC ausgetauscht. Am Neubau sind wieder das Institut für Experimentelle Kernphysik (EKP) und nun auch das Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik (IPE) beteiligt.

Den Karlsruher Arbeitsgruppen stehen die Professoren de Boer, Husemann, Müller, Quast und Weber vor. Insgesamt stellt Karlsruhe die größte am CERN involvierte Universitätsgruppe. Das KIT stellt mit Thomas Müller überdies den Sprecher aller deutschen Forschergruppen, die am CMS-Projekt beteiligt sind.

Die experimentellen Tätigkeiten werden von Theoretikern am KIT komplementiert, die ebenfalls vom BMBF gefördert werden. Sie liefern mit Präzisionsrechnungen fundierte Vorhersagen über Higgs-Eigenschaften und postulieren physikalische Vorgänge jenseits vom Standardmodell der Teilchenphysik. Informatiker wiederum betreiben mit GridKa am KIT eines der weltweit 11 großen Rechenzentren für die Verarbeitung und Speicherung des Daten von den Großexperimenten am CERN.

Die aktuelle Förderung für drei Jahre erfolgt innerhalb des BMBF-Verbundprojekts Elementarteilchenphysik mit dem CMS-Experiment am LHC (BMBF-FSP 104) und des BMBF-Forschungsinfrastruktur-Projekts (FIS-Projekt 05H2015) „Verbesserung des Spurdetektors für das Phase II Upgrade des CMS-Experiments“.

Weiterer Kontakt:
Kosta Schinarakis, PKM – Themenscout, Tel.: +49 721 608 41956, Fax: +49 721 608 43658, E-Mail: schinarakis@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vereint als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgaben einer Universität des Landes Baden-Württemberg und eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft. Seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation verbindet das KIT zu einer Mission. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

Das Foto steht in druckfähiger Qualität auf https://cdsweb.cern.ch/record/1459462/ zum Download bereit.

Weitere Informationen:

https://cdsweb.cern.ch/record/1459462/

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie