Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4,4 Millionen Euro für zwei LOEWE-Schwerpunkte in Marburg

08.02.2012
Staatsministerin Kühne-Hörmann: Bisher insgesamt rund 34 Millionen Euro aus Forschungsförderungsprogramm des Landes für Projekte der Philipps-Universität

Rund 4,4 Millionen Euro für zwei LOEWE-Schwerpunkte an der Philipps-Universität Marburg: Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann übergab heute die Bescheide über drei Millionen Euro, die der geisteswissenschaftliche LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung Linguistischer Basiskategorien“ von 2012 bis 2014 erhält, und über 1,4 Millionen Euro für 2012 für den medizinischen LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“. Dieser ist seit 2008 bereits mit zirka 4,5 Millionen Euro unterstützt worden.

„Beide LOEWE-Projekte tragen mit ihrem hervorragenden Know-how ganz wesentlich zur weiteren Profil- und Strukturbildung der Universität Marburg in den ausgewiesenen und international anerkannten Schwerpunktbereichen der Sprachwissenschaft sowie der Tumor- und Immunbiologie bei“, hob die Ministerin hervor.

„Die beiden LOEWE-Schwerpunkte repräsentieren die Bandbreite der Forschung an der Philipps-Universität, und zwar gleichermaßen unsere geisteswissenschaftlichen Wurzeln wie aktuelle Fragen in den Lebenswissenschaften“, sagte der Vizepräsident für Forschung, Nachwuchs und Wissenstransfer, Prof. Dr. Frank Bremmer. Die eingeworbenen Mittel eröffneten neue Möglichkeiten der wissenschaftlichen Kooperation.

In dem neuen LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ arbeiten unterschiedliche geisteswissenschaftliche Disziplinen zusammen, um sprachtheoretische Phänomene zu untersuchen. So sind etwa Wissenschaftler aus der linguistischen Forschung, der Regionalsprachenforschung und der sprachgeschichtlichen Forschung beteiligt. Zu erwarten sind unter anderem Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie für Menschen mit Sprachstörungen.
Der Schwerpunkt ist eingebettet in das Marburger Forschungsprogramm „Theorie und Empirie der Sprachdynamik und Sprachkognition“. Auf dieser Grundlage hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz – dieses Gremium behandelt alle Bund und Länder gemeinsam berührenden Fragen der Forschungsförderung, der wissenschafts- und forschungspolitischen Strategien und des Wissenschaftssystems – 2010 einen Neubau für das „Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas“ auf dem Campus Firmanei genehmigt. Die Gesamtkosten dieses Neubaus von über sieben Millionen Euro tragen Bund und Land je zur Hälfte. Baubeginn soll 2013 sein. Die Planungen sehen vor, dass auch der LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung Linguistischer Basiskategorien“ Ende 2014 dort untergebracht werden soll. „Die richtigen Weichen sind also gestellt, um mit Hilfe von LOEWE dem hohen wissenschaftlichen Rang der Marburger Sprachwissenschaft national und international noch zusätzliches Gewicht zu verleihen“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann.

Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt, einer der beiden Koordinatoren des Schwerpunkts, hob dessen Bedeutung für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hervor: „Der einmalige Verbund verschiedener linguistischer Teildisziplinen bietet 20 Nachwuchsforschern die Chance, sich drei Jahre ganz auf ihre Forschung zu konzentrieren und in einem einmaligen Netzwerk aus verschiedenen Disziplinen die Perspektiven anderer Herangehensweisen unmittelbar in ihre Arbeit und Ausbildung zu integrieren.“

Zu den ausgewiesenen Schwerpunkten der Universität zählen auch die Fachgebiete Tumor- und Entzündungsforschung. Der seit 2008 laufende LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“ untersucht Entzündungsvorgänge im Kontext von Tumoren, um ihre wechselseitige Beeinflussung besser zu verstehen und daraus neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten zu entwickeln. Der Koordinator Prof. Dr. Rolf Müller sagte: „Das zentrale Ziel des LOEWE-Schwerpunkts ist es, zwei angrenzende Forschungsgebiete zusammenzuführen, weil die Entzündungsforschung in ganz besonderem Maß die Tumorbiologie beeinflusst und somit ein Gesamtverständnis von Tumor- und Entzündungsbiologie geradezu eine Voraussetzung für neue, therapeutische Interventionen darstellt.“

Zu den Erfolgen dieses LOEWE-Schwerpunkts rechnete Kühne-Hörmann auch das in Bau befindliche neue Forschungsgebäude für das Marburger Zentrum für Tumor- und Immunbiologie auf den Lahnbergen. Die Kosten von insgesamt 49 Millionen Euro tragen der Bund und das Land Hessen jeweils zur Hälfte. Die Universität Marburg unterstütze die positive Entwicklung des Schwerpunkt unter anderem durch gezielte Berufungen und die Verstetigung von mehreren zunächst aus LOEWE-Mitteln finanzierten Mitarbeiterstellen.

Die Universität Marburg hat in der wettbewerblich organisierten Landesexzellenzinitiative LOEWE die Federführung nicht nur bei den beiden genannten Schwerpunkten, sondern auch bei dem LOEWE-Zentrum „Synthetische Mikrobiologie“. Darüber hinaus ist sie als Partnerin bei weiteren fünf LOEWE-Projekten beteiligt. Insgesamt wurden ihr bisher LOEWE-Mittel von rund 34 Millionen Euro bewilligt.

Ministerin Kühne-Hörmann verwies auch darauf, dass im Rahmen des in dieser Legislaturperiode mit insgesamt 410 Millionen Euro ausgestatteten LOEWE-Programms neben grundlagenorientierter Forschung auch anwendungsbezogene Forschung gefördert wird. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf seien bisher drei Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Biotechnologie, Medizintechnik und Nanotechnologie bewilligt worden. Diese Verbundprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen aus Marburg und Amöneburg würden gemeinsam mit der Universität Marburg, der Technischen Universität Darmstadt und weiteren Partnern verfolgt.

So hat etwa die Actiol GmbH aus Amöneburg mit der Philipps-Universität neue Materialien für künstliche Augenlinsen für Patienten mit Grauem Star entwickelt. Sie ermöglichen, die Sehschärfe nach der Implantation der Linse zu korrigieren und eine spätere Eintrübung zu vermeiden. Die Zertifizierung des Herstellungsprozesses mit den für Medizinprodukte geltenden minimalen Toleranzen erfolgte Anfang 2011. Die Markteinführung läuft, neue Mitarbeiter wurden eingestellt.
(Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

Weitere Informationen:

LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“:
http://www.uni-marburg.de/fb09/lingbas
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt
Deutscher Sprachatlas
Tel.: 06421 / 28 24 526
E-Mail: schmidtj@staff.uni-marburg.de

LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“:
http://www.imt.uni-marburg.de/loewe/
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rolf Müller
Institut für Molekularbiologie und Tumorforschung
Tel.: 06421 / 28 66 236
E-Mail: rmueller@imt.uni-marburg.de

Dr. Susanne Igler | idw
Weitere Informationen:
http://www.imt.uni-marburg.de/loewe/
http://www.uni-marburg.de/fb09/lingbas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics