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4,4 Millionen Euro für die Krebsforschung - Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Klinische Forschergruppe aus Ulm

05.03.2010
Die Wissenschaftler der Klinischen Forschergruppe (KFO 167) gehen der Frage nach, wie eine fehlgesteuerte Regulation von Apoptose, dem programmierten Zelltod, zu Krankheiten führen kann.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit der ersten drei Jahre, die bereits mit rund 3 Mio. Euro gefördert wurde, haben die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) so sehr überzeugt, dass die Gruppe ihre Arbeit für weitere drei Jahre mit der Fördersumme von 4,4 Mio. Euro fortsetzen kann.

"Die Förderzusage ist eine große Auszeichnung für die Klinische Forschergruppe, die dazu beiträgt, Ulms Schwerpunkt in der Krebsforschung zu stärken", freut sich Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Sprecher der Gruppe, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Dekan der Medizinischen Fakultät. Die Klinische Forschergruppen stellen nach den Sonderforschungsbereichen mit die wichtigsten Forschungsschwerpunkte in Deutschland dar. Bundesweit ist die Ulmer Gruppe die einzige Klinische Forschergruppe, die am Schwerpunkt Apoptose, so lautet der Fachbegriff für das programmierte Absterben geschädigter Zellen, arbeitet. Sie entstand auf der Basis der langjährigen Arbeiten und Entdeckungen zu Zelltodsignalwegen von Professor Debatin.

"Unser Ziel ist, aus unseren Erkenntnissen der Grundlagenforschung eine verbesserte Diagnostik und Therapie bei Krebserkrankungen zu entwickeln", erläutert Prof. Dr. Simone Fulda, die wissenschaftliche Leiterin der Forschergruppe. "So hat Frau Professor Wiesmüller aus der Sektion Gynäkologische Onkologie beispielsweise ein bereits mehrfach preisgekröntes Testsystem entwickelt, um Störungen in Reparaturprozessen des Erbguts von Krebszellen zu erkennen", so Fulda. Die DFG-Gutachter lobten ausdrücklich die fächer- und organübergreifende Arbeit der Forschergruppe. "Außerdem konnten wir durch Rotationsstellen, bei denen Ärzte für die Wissenschaft freigestellt werden, den Austausch zwischen Klinik und Labor fördern. Besonders freuen wir uns auch über das Lob der Gutachter für unsere Förderung junger Wissenschaftler", so Fulda, die die Arbeit von neun Teams aus verschiedenen Fachgebieten mit gut 20 geförderten Stellen am Klinikum koordiniert.

In den kommenden drei Jahren sollen die grundlegenden Erkenntnisse der Forschergruppe verstärkt in klinische Studien münden. Schwerpunkte werden u. a. Hirntumoren und Leukämien sein. Wissenschaftler der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Innere Medizin III werden sich z. B. mit der Regulation des programmierten Zelltods bei der Chronisch-Lymphatischen Leukämie beschäftigen. Leibnizpreisträger Prof. Dr. Karl-Lenhard Rudolph (Molekulare Medizin) wird seine Erkenntnisse über Telomere vertiefen. Sind diese für Störungen anfälligen "Endstücke" der Doppelspirale des menschlichen Erbguts geschädigt, kann das erwünschte Absterben veränderter Zellen, z. B. Krebszellen, beeinträchtigt werden. An weiteren Teilprojekten arbeiten Wissenschaftler der Institute für Rechtsmedizin und für Physiologische Chemie sowie des Instituts für Molekulare Virologie mit dem Leibnizpreisträger Prof. Dr. Frank Kirchhoff.

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
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Petra Schultze | idw
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