Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

300 Millionen Euro für die Garchinger FRM II: Bund stärkt Neutronenforschung in Garching

17.12.2010
Die wissenschaftliche Nutzung der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) durch deutsche und internationale Forscher wird für die nächsten zehn Jahre mit insgesamt 198 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere 105,2 Millionen werden die Helmholtz-Zentren Jülich, Berlin und Geesthacht aus ihren Budgets aufwenden. Grundlage ist eine Kooperation der Technischen Universität München (TUM) als Betreiberin des FRM II mit den Helmholtz-Zentren zur gemeinsamen wissenschaftlichen Nutzung der Neutronenquelle.

Den Rahmen setzt nun eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Freistaat, die heute der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler, und der Leiter der Abteilung für Grundlagenforschung am BMBF, Dr. Karl Eugen Huthmacher, in Garching unterzeichnen. Den Kooperationsvertrag unterschreiben heute der Präsident der TUM, Professor Wolfgang A. Herrmann, das Vorstandsmitglied des Forschungszentrums (FZ) Jülich, Professor Ulrich Krafft, der Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums Geesthacht, Professor Wolfgang Kaysser, und die Geschäftsführerin des Helmholtz Zentrums Berlin, Professor Anke Pyzalla-Kaysser.

Der Vertrag regelt, dass der Bund die wissenschaftliche Nutzung des FRM II über die drei Helmholtz Zentren mit jährlich 19,8 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich engagieren sich die drei Helmholtz-Zentren unter Federführung des Zentrums in Jülich mit jährlich 10,52 Millionen Euro in der Neutronenforschung. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren.

„Die vielseitige Nutzbarkeit der Garchinger Neutronenquelle gewinnt aus der Kooperation zwischen der TUM als verantwortlicher Betreiberin und drei Helmholtz-Zentren eine neue Qualität“, sagt TUM-Präsident Professor Wolfgang A. Herrmann. „Grundlage für diese Zusammenarbeit ist das weltweit unübertroffene Leistungsspektrum unserer Neutronenquelle, das Forscher aus der ganzen Welt hierher zieht. Eine ideale Abrundung wäre eine gemeinsame Professur mit dem Forschungszentrum Jülich auf dem Gebiet der Neutronenforschung.“

Auf Grundlage dieses Engagements wird zukünftig die wissenschaftliche Nutzung von der TU München und den drei Helmholtz-Zentren partnerschaftlich betrieben. Die Technische Universität München bleibt weiterhin die alleinige Betreiberin der Neutronenquelle. Deshalb werden Reaktorbetrieb und Forschung auch zukünftig vom Freistaat mit insgesamt 25 Millionen Euro jährlich finanziert.

Der Wissenschaftliche Direktor des FRM II, Professor Winfried Petry, ist stolz über die Förderzusage: „Das Engagement der Helmholtz-Zentren und des BMBF ist der beste Indikator, dass wir bisher Außerordentliches geleistet haben. Der FRM II liefert für die Forschung Neutronenstrahlen höchster Brillanz. Seine Instrumente spielen in der ersten Liga. Mit dieser Förderung erhalten wir die Mittel, um das Potential der Neutronenquelle zur Unterstützung der deutschen und internationalen Spitzenforschung noch besser auszuschöpfen.“

Konkret werden die Fördermittel in den Bau neuer Instrumente, den Ausbau bereits bestehender Instrumente sowie in eine Aufstockung des technischen und des wissenschaftlichen Personals fließen. Außerdem müssen neue Büros und Labors für die zusätzlichen Mitarbeiter geschaffen werden. Derzeit stehen den Gastwissenschaftlern aus aller Welt bereits 24 Instrumente am FRM II zur Verfügung. Schon bald werden es über 30 Großinstrumente sein. Die Messzeiten am FRM II sind höchst begehrt. Sie sind mehr als doppelt überbucht und werden über ein Antragssystem von Gutachtern nach wissenschaftlicher Exzellenz vergeben. Mit Neutronen erforschen die Wissenschaftler die Funktion komplexer Materialien, wie Energiespeicher, Proteine oder Supraleiter.

Der Kooperationsvertrag ist eine Erweiterung der bereits 2004 vereinbarten Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich, das am FRM II eine eigene Außenstelle eingerichtet hat. Die Helmholtz-Zentren in Jülich, Geesthacht und Berlin engagieren sich bereits seit fünf Jahren in Aufbau und Betrieb von wissenschaftlichen Großgeräten an der Garchinger Neutronenquelle. Allen voran betreibt das FZ Jülich bislang fünf Instrumente am FRM II, weitere fünf werden folgen. Die Zentren in Geestacht und Berlin haben in Garching jeweils zwei bzw. ein Instrument, die Max Planck Gesellschaft ebenfalls zwei Instrumente. Die TUM wird 14 Instrumente betreuen, ein weiteres Instrument betreibt die Technische Universität München gemeinsam mit dem FZ Jülich. Darüber hinaus sind Arbeitsgruppen von sieben weiteren deutschen Universitäten an der Instrumentierung beteiligt. Auch deren Engagement wird vom BMBF im Rahmen der Verbundforschung gefördert.

Kontakt:
Professor Dr. Winfried Petry
Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz
Technische Universität München
Lichtenbergstr. 1
85748 Garching, Germany
Tel.: +49 89 289 14704
Fax: +49 89 289 14995
E-Mail: winfried.petry@frm2.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.frm2.tum.de
http://mediatum.ub.tum.de/?cfold=1006391&dir=1006391&id=1006391

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie