Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

22 Millionen Euro für Bioinformatik-Zentren

18.02.2015

Universität Bielefeld koordiniert ab März das neue „Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur“

Das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld leitet ab März ein neues Programm zur Bioinformatik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das „Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur“ (de.NBI) bis 2020 mit 22 Millionen Euro. In dem Netzwerk tun sich acht deutsche Zentren zusammen, die für die Bearbeitung bioinformatischer Daten auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften ausgewiesen sind.

Als Gemeinschaftseinrichtung bieten sie künftig bioinformatische Dienstleistungen für Forschungsprojekte aus Biotechnologie und Biomedizin an. Außerdem bildet das Netzwerk Forscherinnen und Forscher in der Nutzung von Bioinformatik-Software aus.

Die Lebenswissenschaften Biologie und Medizin arbeiten heute mit Technologien, bei denen riesige Datenmengen produziert werden. Solche „Big Data“ entstehen zum Beispiel bei der systematischen Analyse von Zellfunktionen, zum Beispiel bei der Genomforschung. Diese Datenmengen lassen sich nur mit geeigneten vernetzten Hochleistungsrechnern und Software-Paketen auswerten. Das Netzwerk soll ermöglichen, dass bundesweit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den neuen Technologien profitieren können. So sollen Forscher mit einem der Netzwerkzentren kooperieren, um dort eine Auswertung ihrer Forschungsdaten durchzuführen.

Die Geschäftsstelle des neuen Netzwerks wird im CeBiTec der Universität Bielefeld angesiedelt. Koordinator des Programms ist Professor Dr. Alfred Pühler vom CeBiTec. „Unser Ziel ist es, in Deutschland eine zukunftsfähige Biotechnologie und Biomedizin zu entwickeln. Die Bioinformatik ist eine zentrale Grundlage dafür“, sagt Pühler.

„In der Biomedizin sollen Krankheiten besser verstanden und Therapien effektiver gestaltet werden. Die Biotechnologie erhofft sich Beiträge zu einer gesünderen Ernährung und weitreichende Innovationen für biotechnologische Produktionsprozesse“, erläutert Pühler. Zusammen mit der Geschäftsstelle sorgt der Biotechnologe dafür, die Arbeit der acht beteiligten Zentren abzustimmen und deren Aufgaben festzulegen. Leiter der Geschäftsstelle ist Professor Dr. Andreas Tauch vom CeBiTec. Er ist außerdem stellvertretender Koordinator des Netzwerks.

Eines der acht Zentren des neuen Netzwerks befindet sich ebenfalls am CeBiTec. An diesem Zentrum sind Forschungsgruppen der Universität Bielefeld und der Universität Gießen beteiligt. Professor Dr. Jens Stoye von der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld leitet das Leistungszentrum.

Die Einrichtung übernimmt die bioinformatische Bearbeitung von Genomdaten, vorzugsweise von Mikroorganismen. So können Genomdaten einzelner Organismen, aber auch Metagenomdaten analysiert werden. Bei Metagenomen handelt es sich um das gemischte Erbgut von Mikroben-Gemeinschaften.

„Für die bioinformatische Bearbeitung können wir auf die Technologieplattform Bioinformatik des CeBiTec zurückgreifen, die bereits seit zehn Jahren mit dieser Aufgabenstellung beschäftigt ist“, sagt Jens Stoye.

Die weiteren Zentren sind über ganz Deutschland verteilt. Sie sind an den Universtäten Bochum, Bremen, Heidelberg, Freiburg und Tübingen sowie am Forschungsinstitut Gatersleben angesiedelt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller acht Zentren kommen künftig in gemeinsamen Koordinierungstreffen, Symposien, Workshops und Sommerschulen zusammen.

Diese Veranstaltungen werden von der Netzwerk-Geschäftsstelle im CeBiTec organisiert. Darüber hinaus unterstützt die Geschäftsstelle die Leistungszentren bei Trainingskursen und Nutzeranfragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lässt das Netzwerk 2018 zwischenbegutachten.

Kontakt:
Prof. Dr. Alfred Pühler, Universität Bielefeld
Centrum für Biotechnologie (CeBiTec)
Telefon: 0521 106-8750
E-Mail: puehler@cebitec.uni-bielefeld.de

Prof. Dr. Andreas Tauch, Universität Bielefeld
Centrum für Biotechnologie (CeBiTec)
Telefon: 0521 106-8703
E-Mail: tauch@cebitec.uni-bielefeld.de

Weitere Informationen:

http://www.cebitec.uni-bielefeld.de

Jörg Heeren | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics