Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,9 Millionen Euro für Therapien gegen Erblindung

07.09.2011
Forschergruppe wird weitere drei Jahre gefördert

Seit 2008 untersuchen Forscherinnen und Forscher der Universität Regensburg die molekularen Ursachen, die zum Verlust der Sehfunktion führen. Die Forschergruppe FOR 1075 „Regulation und Pathologie von homöostatischen Prozessen der visuellen Funktion“ um Prof. Dr. Ernst Tamm vom Institut für Anatomie hat dabei in den letzten Jahren große Erfolge verbuchen können.

Die Fortschritte der Regensburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden nun abermals von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewürdigt, die den Forschungsverbund für weitere drei Jahre mit 2,9 Millionen Euro fördert.

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Daher sind Sehbehinderung und Erblindung schicksalhafte Erkrankungen, die für die Betroffenen zu einer Einschränkung der Selbständigkeit und zu einem Verlust an Lebensqualität führen. In Deutschland erblinden jedes Jahr etwa 17.000 Patienten vollständig, während weitere 50.000 Patienten eine beträchtliche Verminderung der Sehkraft erleiden.

Die häufigsten Krankheitsbilder sind die altersabhängige Makuladegeneration, das Glaukom („Grüner Star“), die durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus verursachte Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie) sowie die Gruppe der vererbten Netzhautdegenerationen. Da die drei erstgenannten Erkrankungen mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten, ist aufgrund der steigenden Lebenserwartung davon auszugehen, dass die Zahl der Sehbehinderten in Deutschland noch dramatisch zunehmen wird.

Eine umfassende Erforschung der molekularen Ursachen, die zum Verlust der Sehfunktion führen, ist deshalb dringend erforderlich, um mittel- bis langfristig geeignete Therapieansätze zu erarbeiten. Dieses Ziel haben sich die Mitglieder der Forschergruppe 1075 gestellt. Ansatzpunkt ist dabei die Beobachtung, dass es bei den am häufigsten zur Erblindung führenden Krankheiten zum Untergang von Nervenzellen in der Netzhaut des Auges kommt. Dieser Zelltod wird vor allen Dingen ausgelöst durch das zunehmende Versagen von Hilfssystemen wie der Durchblutung, dem Augeninnendruck oder dem Immunsystem. Diese Systeme sind notwendig, um den komplexen Stoffwechsel von Nervenzellen der Netzhaut am Laufen zu halten und so das Absterben von Zellen zu verhindern.

Die Forschergruppe untersucht diese Systeme in einem fachübergreifenden Ansatz, um neue Therapiekonzepte für Netzhauterkrankungen zu erarbeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin, der Fakultät für Medizin und der Fakultät für Psychologie, Pädagogik und Sportwissenschaft arbeiten in dem interdisziplinären Verbund zusammen.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Ernst Tamm
Universität Regensburg
Institut für Anatomie
Tel.: 0941 943-2838/2839
Ernst.Tamm@vkl.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Berichte zu: Erblindung Nervenzelle Netzhaut Sehfunktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit