Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,7 Millionen Euro für Forschung zur Funktion von Signalwegen in Zellen

12.01.2012
DFG finanziert zweite Förderphase für Forschungsverbund aus Heidelberg und Karlsruhe

Der interdisziplinäre Forschungsverbund „Mechanismen, Funktionen und Evolution der Wnt-Signalwege“ mit elf Wissenschaftlerteams aus Heidelberg und Karlsruhe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über einen weiteren Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 2,7 Millionen Euro gefördert.

Die DFG bewilligte die Weiterführung des Ende 2008 gestarteten Projekts, an dem die Universität Heidelberg und das Universitätsklinikum Heidelberg sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt sind. Der Forschungsverbund beschäftigt sich mit einer besonderen Familie von sezernierten Signalstoffen, den Wnt-Proteinen, die bei Mensch und Tier zentrale Prozesse in der Embryonalentwicklung, der Zelldifferenzierung und Organbildung steuern.

Die molekularen Mechanismen, an denen die Wnt-Proteine beteiligt sind, haben sich bereits sehr früh in der Stammesgeschichte entwickelt und spielen seitdem unverändert eine wichtige Rolle: Als universelle Entwicklungsfaktoren regulieren Wnt-Proteine die Entstehung von Herz, Nieren und Nervengewebe und sind generell im Tierreich an der Festlegung der Körperachsen im Embryo beteiligt. Treten in dem zeitlich und räumlich fein abgestimmten Wirkmuster des Signalnetzwerkes Fehler auf, sind schwere Krankheiten wie offener Rücken bei Säuglingen oder Darmkrebs bei Erwachsenen die Folge.

„Mit Hilfe verschiedener Tier- und Organmodelle wollen wir die Mechanismen der Wnt-Proteine entschlüsseln und verstehen, wie sich die Wnt-Signalwege im Laufe der Evolution entwickelt haben und wie sie bei Mensch und Tier auf molekularer Ebene Entwicklung, Wachstum und Heilungsprozesse steuern“, erklärt der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Dr. Herbert Steinbeisser vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg. „Die Einbindung von Arbeitsgruppen mit neuen Projekten und bisher in der Forschergruppe nicht vertretenen experimentellen Modellsystemen soll den Verbund in der zweiten Förderperiode noch verstärken.“

An der Universität Heidelberg befasst sich eine Arbeitsgruppe aus den Biowissenschaften um Prof. Dr. Thomas Holstein mit der Funktion der Wnt-Signalwege beim Süßwasserpolypen. Die Forschungsarbeiten sind in der Abteilung Molekulare Evolution und Genomik des Centre for Organismal Studies (COS) angesiedelt. Die Arbeitsgruppe von Prof. Steinbeisser untersucht am Institut für Humangenetik in der Sektion Entwicklungsgenetik die Funktion und die Regulation des Wnt-Signalnetzwerkes in Embryonen des Krallenfrosches Xenopus laevis. Das Team von Prof. Dr. Stefan Hardt von der Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg geht der Frage nach, welche Rolle Wnt-Signalwege für die Funktion des Herzmuskels spielen. Prof. Dr. Michael Boutros von der Medizinischen Fakultät Mannheim und vom DKFZ steuert ein Projekt zur Regulation der Sekretion von Wnt-Proteinen in Drosophila bei. Das Projekt von Prof. Dr. Christof Niehrs (DKFZ und Institut für Molekulare Biologie der Universität Mainz) befasst sich mit der Lokalisation der Wnt-Rezeptoren in Zellen des Xenopus-Embryos. Im Projekt von Dr. Gary Davidson am KIT steht hingegen der Modus der Signalweitergabe im Vordergrund. Prof. Dr. Doris Wedlich und Privatdozent Dr. Dietmar Gradl vom KIT steuern Analysen zur Zellwanderung und Genregulation in Amphibienembryonen bei. Drei weitere Gruppen um Dr. Alexander Aulehla (EMBL), Dr. Matthias Carl (Medizinische Fakultät Mannheim) und Dr. Steffen Scholpp (KIT) wurden assoziiert. Sie befassen sich mit der zeitlichen und räumlichen Auflösung der Wnt-Signale in der Maus, im Medaka-Fisch und im Zebrafisch.

Nähere Informationen sind unter http://www.wnt.uni-hd.de abrufbar.

Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Steinbeisser
Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Humangenetik
Telefon (06221) 56-5050
herbert.steinbeisser@med.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.wnt.uni-hd.de
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: DFG DKFZ EMBL Embryo Evolution Humangenetik Regulation Signalwege Wnt-Proteine Wnt-Signalwege

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie