Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,5 Mio. Euro für besonders innovative Forschung

06.10.2014

Kühne Forschungsideen im Doppelpack: Zwei Wissenschaftler der UMG erhalten jeweils 1,25 Millionen Euro Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für außergewöhnliche Forschungsideen.

Große Anerkennung für Forscher an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Gleich zwei Wissenschaftler der UMG mit besonders innovativen Forschungsideen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über Reinhart Koselleck-Projekte gefördert.

Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, und Prof. Dr. Alexander Flügel, Direktor der Abteilung Neuroimmunologie und des Instituts für Multiple-Sklerose-Forschung an der UMG, erhalten jeweils 1,25 Millionen Euro über fünf Jahre. Prof. Gärtner beschäftigt sich in ihrem Projekt „Neurodegenerative Erkrankungen mit Manifestation im Kindes- und Jugendalter (kindliche Demenzen) – Ursachenklärung und Therapieansätze“ mit Fragen zur Erforschung von genetisch bedingter Demenz bei Kindern und Jugendlichen.

Prof. Flügel erforscht in seinem Projekt „Funktioneller Cross Talk zwischen Lunge und Gehirn als Ursache von ZNS-Autoimmunität“, welche Rolle die Lunge für das Entstehen von Autoimmunerkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose (MS) hat.

Die DFG vergibt die Reinhart Koselleck-Förderung ausschließlich an exzellente Forscher mit ausgewiesenen wissenschaftlichen Leistungen. Ziel ist es, besonders innovative und zukunftsweisende Forschungsideen zu unterstützen.

„Mit dieser besonderen Förderung der DFG bekommen Prof. Gärtner und Prof. Flügel die Möglichkeit, wissenschaftliche Pionierarbeit auf ihrem Gebiet zu leisten. Seit 2008 hat kein Göttinger Forscher mehr ein Reinhart Kosselleck-Projekt erhalten. Deshalb sind wir sehr stolz, dass jetzt gleich zwei Forscher der UMG mit die-ser Förderung ausgezeichnet werden“, sagt Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstand Forschung und Lehre der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät.

DEM GEDÄCHTNISVERLUST BEI KINDERN AUF DER SPUR

Neurodegenerative Erkrankungen, also fortschreitende Erkrankungen mit Zerfall des Nervensystems wie Demenz, werden gemeinhin mit älteren Patienten in Verbindung gebracht. Doch auch bei Kindern und Jugendlichen kommen erbliche neurodegenerative Erkrankungen vor. Erste Krankheitssymptome können bereits im Kleinkind- und Schulalter auftreten. Sie äußern sich durch eine fortschreitende Bewegungsstörung, zerebrale Krampfanfälle sowie Seh- und Hörstörungen.

Die Patienten verlieren ihre kognitiven Fähigkeiten bis hin zur Demenz und erleiden einen frühzeitigen Tod. Für diese sehr jungen Patienten sowie für ihre Familien ist es daher wichtig, die Forschung zu kindlichen Demenzerkrankungen zu verbessern. „Für verschiedene Formen kindlicher Demenz wollen wir die bisher unbekannten Ursachen und krankmachenden Mechanismen erforschen. Wir untersuchen die Störungen in Stoffwechselwegen des Gehirns, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Aus diesen Erkenntnissen wollen wir dann ein molekulares Netzwerk von genetischen und nicht-genetischen Faktoren ableiten, das das Auftreten und Fortschreiten von kindlichen Demenzerkrankungen bedingt. Wenn wir diese Faktoren und ihr Zusammenspiel kennen, können wir langfristig Therapien für betroffene Kinder und Jugendliche entwickeln, die sie vor der Erkrankung schützen bzw. sie behandeln“, sagt Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen.

Durch die Erforschung der Krankheitsprozesse bei seltenen kindlichen neurodegenerativen Erkrankungen können möglicherweise auch neue Erkenntnisse und Ansatzpunkte für die Forschung zu den häufiger vorkommenden Altersdemenzen gewonnen werden.

DIE LUNGE ALS AUSGANGSORT FÜR AUTOIMMUNKRANKHEITEN?
Welche Rolle hat die Lunge bei der Entstehung von autoimmunen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS)? Dieser Frage geht Prof. Dr. Alexander Flügel, Direktor der Abteilung Neuroimmunologie und des Instituts für Multiple-Sklerose-Forschung an der UMG, nach. Die Ergebnisse dieser Arbeit könnten Aufschlüsse über Krankheitsmechanismen der Multiplen Sklerose liefern, um die Krankheit zukünftig besser zu erkennen und zu behandeln.

Prof. Flügels Idee und sein Forschungsansatz: Der Mensch kommuniziert mit der Umwelt durch die Haut, den Darm und die Lunge. Diese Organe ermöglichen es, lebenswichtige Stoffe wie Nahrung, Vitamine und Sauerstoff aufzunehmen. Gleichzeitig sind sie aber auch Eintrittspforten für mögliche schädliche Eindringlinge wie Viren, Bakterien oder Umweltgifte. Daher sind sie direkt oder indirekt an vielen Erkrankungen des Körpers beteiligt. Auch sogenannte Autoimmunerkrankungen entstehen durch Umwelteinflüsse. Bei diesen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen das körpereigene Gewebe. So kommt es zu bleibenden Schäden mit entsprechenden funktionellen Ausfällen. Bei der Multiplen Sklerose, einer Autoimmunerkrankung des Gehirns, ist bekannt, dass Infektionen der Luftwege oder Zigarettenrauchen Krankheitsausbrüche auslösen können. Wie diese Einflüsse den Autoimmunprozess anregen können, ist jedoch noch nicht geklärt.

Die Reinhart Koselleck-Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) stehen für mehr Freiraum für besonders innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Forschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern soll mit dieser Förderung die Möglichkeit gegeben werden, in hohem Maße innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Projekte durchzuführen. Zusätzlich zu ihren guten Ideen müssen die antragstellenden Wissenschaftler mit ihrem bisherigen wissenschaftlichen Lebenslauf überzeugen und so den nötigen Vertrauensvorschuss rechtfertigen. Die Förderung wird seit dem Jahr 2008 vergeben und ist nach dem renommierten deutschen Historiker Reinhart Koselleck (1923-2006) benannt. Der Hauptausschuss der DFG entscheidet vier Mal im Jahr über die Bewilligung der Reinhart Koselleck-Projekte. Bisher hat die DFG über 276 Projekte entschieden, davon wurden 53 bewilligt. Damit liegt die Bewilligungsquote zurzeit bei ca. 19,2 Prozent.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Kinder und Jugendmedizin
Direktorin: Prof. Dr. Jutta Gärtner, Telefon 0551 / 39-8035
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
kinderklinik@med.uni-goettingen.de

Abteilung Neuroimmunologie / Institut für Multiple-Sklerose-Forschung
Direktor: Prof. Dr. Alexander Flügel, Telefon 0551 / 39-13332
IMSF@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau