Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,5 Millionen Euro für Clausthaler Titanforschung

13.01.2011
Titan ist leicht, stabil, korrosions- und temperaturbeständig. Diese Eigenschaften machen es zu einem hervorragenden Konstruktionswerkstoff. Der Produktionsprozess des Metalls ist allerdings energetisch aufwendig und teuer. Um ihn zu vereinfachen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an der TU Clausthal eine neue Forschergruppe eingerichtet. Sie wird in den kommenden drei Jahren mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert.

Titan ist in seiner Herstellung rund zehn Mal teurer als herkömmlicher Stahl. Es wird deshalb nur in exklusiven Bereichen angewendet, beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, bei Meerwasserentsalzungsanlagen, in der Schifffahrt, für hochwertige Sportgeräte oder als Schmuck.

Vision der neuen Forschergruppe ist es, Titan und Titanlegierungen als Massenwerkstoff einzuführen. Um den Energieverbrauch in der Produktion und die Kosten für das Leichtmetall zu senken, sollen die Prozesse Gewinnung, industrielle Herstellung sowie thermische Modellierung betrachtet werden.

„Die neue Forschergruppe ist für die TU Clausthal ein wichtiger Impuls, vor allem im Zusammenhang mit dem Clausthaler Zentrum für Materialtechnik, aber auch in Hinblick auf die Niedersächsische Technische Hochschule“, sagte Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke. Zugleich bedeute die Förderung ein Gütesiegel für die Harzer Wissenschaftler. Denn der DFG-Senat hat in seiner Dezember-Sitzung unter zahlreichen Bewerbern nur vier neue Forschergruppen eingerichtet, die in der ersten Förderperiode über drei Jahre mit insgesamt 9,3 Millionen Euro unterstützt werden.

Die Clausthaler Gruppe läuft unter dem Thema „Prozessstufenminimierte Herstellung von Titan und Titanlegierungen“. Neben Wissenschaftlern aus dem Oberharz werden sich auch Forscher von der RWTH Aachen sowie der TU Bergakademie Freiberg einbringen. Sprecher ist Professor Eberhard Gock vom Clausthaler Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik. „Das ist auch eine persönliche Auszeichnung für Professor Gock und zeigt, dass er über seine Pensionierung hinaus ein äußerst agiler, enthusiastischer und erfolgreicher Wissenschaftler ist“, würdigte TU-Präsident Hanschke.

In Forschergruppen der DFG arbeiten mehrere herausragende Wissenschaftler orts- und fächerübergreifend an aktuellen und drängenden Fragen. Die Förderung solcher Arbeitsbündnisse soll helfen, für eine mittelfristige – meist auf sechs Jahre – angelegte, enge Kooperation die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen. Häufig werden durch die Forschergruppen neue Arbeitsrichtungen etabliert, sie bilden dann die Keimzelle für spätere Schwerpunktprogramme.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie