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150.000 Euro für Regensburger Forschung gegen Brustkrebs - Wissenschaftler nutzen neue Mausmodelle

05.03.2012
Brustkrebs (medizinisch: Mammakarzinom) ist die häufigste bösartige Tumorart bei Frauen. So sterben mehr Frauen an Brustkrebs als durch irgendeine andere Krebserkrankung.

Neben der Operation, der Chemotherapie oder der Bestrahlung etablierten sich in den letzten Jahren vielversprechende Therapien mit Antikörpern. In diesem Zusammenhang hat der Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) weltweit eine enorme Bedeutung für die Behandlung von Mammakarzinomen erlangt.

Er bindet an die Oberfläche von Krebszellen und kann auf diese Weise das Wachstum der Tumorzellen unterdrücken. Allerdings sind Therapien mit Trastuzumab nicht bei allen Patientinnen erfolgreich. Grund scheint nicht selten ein Versagen der körpereigenen Immunabwehr der Patientinnen zu sein, die zur Unterstützung der Antikörpertherapie zwingend erforderlich ist.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts will ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Anja Kathrin Wege vom Institut für Immunologie der Universität Regensburg ein neues Mausmodell nutzen, das es ermöglicht, die immunologischen Mechanismen zu untersuchen, die bei Antikörpertherapien eine entscheidende Rolle spielen. In Kooperation mit Prof. Dr. Gero Brockhoff von der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Caritaskrankenhaus St. Josef sollen die entsprechenden Vorgänge im menschlichen Organismus im Tierversuch simuliert und studiert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt in den nächsten zwei Jahren mit 150.000 Euro.

Seit 1988 stehen der Wissenschaft verschiedene Mausmodelle zur Verfügung, in die humane Zellen oder Gewebe transplantiert werden, um die komplexen Prozesse im menschlichen Körper zu simulieren. Allerdings gab es bislang noch kein geeignetes Modell zur Erforschung des Einflusses von Antikörpertherapien gegen Krebs auf das menschliche Immunsystem. Das Regensburger Mausmodell, das 2011 von Wege und Brockhoff etabliert und charakterisiert wurde („International Journal of Cancer“, DOI: 10.1002/ijc.26159), zeichnet sich durch ein funktionierendes „menschliches“ Immunsystem bei gleichzeitigem Wachstum humaner Brustkrebszellen aus. In diesem Tiermodell können die Forscher bestimmte Vorgänge im Immunsystem zur Tumorabwehr gezielt beeinflussen.
So soll das neue Regensburger Forschungsprojekt langfristig zu einer Steigerung der Wirkung von Antikörpertherapien bei Erkrankungen mit dem Mammakarzinom beitragen.

Ansprechpartnerin für Medienvertreter:
Dr. Anja Kathrin Wege
Universität Regensburg
Institut für Immunologie
Tel.: 0941 944-5466
Anja.Wege@klinik.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

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