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10 Millionen Euro Förderung für Erforschung von Reformen

10.01.2014
DFG bewilligt Verlängerungsantrag des Sonderforschungsbereichs 884 „Political Economy of Reforms“ an der Universität Mannheim

Auch in den kommenden vier Jahren wird der Sonderforschungsbereich „Political Economy of Reforms“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Insgesamt erhält das Mannheimer Großforschungsvorhaben eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 10 Millionen Euro. Der Sonderforschungsbereich 884 „Political Economy of Reforms“ wird bereits seit 2010 durch die DFG gefördert.

Unter der Leitung von Professor Dr. Thomas König untersuchen Mannheimer Wirtschafts- und Politikwissenschaftler in fünfzehn interdisziplinären Teilprojekten die Gründe für Erfolg und Scheitern von Reformen. „Die Verlängerung der Förderung ist ein weiterer Beleg für unsere erfolgreiche, gemeinsame Forschungsarbeit in den vergangenen Jahren und eine Bestätigung unserer Strategie, Forschung und Ausbildung auf höchstem Niveau zu kombinieren. Wir freuen uns über die unerwartete Erhöhung des Budgets um 25 Prozent. In den kommenden vier Jahren werden wir mehr als 7 Millionen der Fördergelder in unsere Nachwuchsforscherinnen und -forscher investieren. Rund drei Millionen werden wir für unser neues Befragungsinstrument, das German Internet Panel (GIP), einsetzen. Die DFG bewertet unser Vorhaben als bedeutsame Möglichkeit, die Einsichten der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre zu Reformen als Politische Ökonomie auf internationalem Niveau zu etablieren“, erklärt Prof. Dr. Thomas König.

Forschungsgebiet des SFB
Demografischer Wandel, Finanzkrisen, Klimaschutz, Jugendarbeitslosigkeit: Unsere Gesellschaft sieht sich weitreichenden ökonomischen und sozialen Veränderungen ausgesetzt. Es besteht zwar ein breiter Konsens darüber, dass diese Herausforderungen nur durch notwendige Reformen angegangen werden können. Im Einzelnen erleben wir aber immer wieder, wie konkrete Reforminitiativen regelmäßig verzögert oder verwässert werden, nicht selten sogar scheitern, wie etwa die Umsetzung der CO2-Emissionsreduktion beim Thema Klimawandel oder die Regulierung der Finanzmärkte. Was sind also die Voraussetzungen für Erfolg und Scheitern von Reformvorhaben? Welchen Einfluss haben politische Parteien und Institutionen auf Reformen, welche Rolle spielen Bürokratie und Verwaltungen und wie werden diese von der Meinung der Bevölkerung zu Reformen beeinflusst? Welche Parallelen lassen sich zu anderen Ländern ziehen und was sind die tatsächlichen Auswirkungen der umgesetzten Reformen? Das sind die Fragen, mit denen sich die Mannheimer Wissenschaftler beschäftigen.
Erste Ergebnisse
Besondere Aufmerksamkeit wird der Erforschung von Reformeinstellungen der Bevölkerung geschenkt, an denen sich politische Entscheidungsträger wie Regierungen, Parteien und auch Gerichte orientieren. Deutschlandweit ist deshalb das am Mannheimer SFB in den vergangenen Jahren aufgebaute German Internet Panel (GIP) von zentraler Bedeutung, da es die Durchführung von Experimenten mit einem repräsentativen Bevölkerungsausschnitt ermöglicht. Gegenüber herkömmlichen Querschnittsumfragen werden hier in einer großangelegten Längsschnittstudie individuelle Langzeitdaten gesammelt. Anhand dieser Daten konnte beispielsweise für Deutschland aufgezeigt werden, dass die Wählerinnen und Wähler großen Wert auf die Geschlossenheit von Parteien, insbesondere in Regierungskoalitionen, legen und fast ausschließlich die großen Volksparteien für Reformaktivitäten verantwortlich machen.
Geplante Vorhaben
Der Teilnehmerkreis der bisher erhobenen Stichprobe soll in der zweiten Förderperiode deutlich erweitert werden, um auch in den kommenden vier Jahren eine Repräsentativität der Ergebnisse zu gewährleisten. Außerdem sollen durch Kooperationen mit anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden und Frankreich, internationale Vergleiche ermöglicht werden. Dadurch wollen die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über Reformpräferenzen, Reforminformationen und Unsicherheiten über Reformen gewinnen. Da es bei der Umsetzung von Reformen nicht nur Profiteure gibt, wird in einem Teilbereich zwischen Gewinnern und Verlierern unterschieden und nach Möglichkeiten gesucht, wie Reformnachteile ausgeglichen werden können. Hierbei spielt auch die Dynamik von Reformprozessen eine Rolle: So können beispielsweise aus Reformverlierern Gewinner werden und sich damit naturgemäß auch die persönliche Einstellung des Betroffenen zu konkreten Reformen ändern.
In einem weiteren Teilbereich werden die allgemeinen Einsichten zu Reformen im Bereich Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen vertieft und mit neuen ökonometrischen Verfahren abgesichert. Untersucht wird unter anderem, welche Rolle gesellschaftliche Institutionen, wie beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit, bei der Umsetzung von Reformen spielen.

Im dritten Teilbereich wird schließlich die Rolle von politischen Parteien und Institutionen bei Reformen in west- und osteuropäischen parlamentarischen Systemen untersucht. Ein Schwerpunkt beschäftigt sich dabei mit den Auswirkungen von externen Schocks (z.B. Wirtschafts- und Finanzkrisen). Weiterhin wird untersucht, wie viel Vertrauen Wählerinnen und Wähler in die Problemlösungskompetenz ihrer Parteien haben.

Kontakt:
Stephan Marc Solomon
Sonderforschungsbereich 884
Universität Mannheim
L13, 17
68131 Mannheim
Tel.: +49 (0) 621-181-3347 (SFB 884)
E-Mail: publicrelations@reforms.uni-mannheim.de

Katja Bär | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mannheim.de

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