Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

10.000 Euro-Forschungspreis geht ans Deutsche Rheuma-Forschungszentrum Berlin

19.04.2012
Der Preis der Stiftung Wolfgang Schulze geht in diesem Jahr an einen Wissenschaftler des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ), einem Institut der Leibniz-Gemeinschaft.
Für seine herausragende Arbeit erhält Dr. rer. nat. Henrik Mei den mit 10.000 EUR dotierten Forschungspreis. Dieser Preis wird alljährlich für die Erforschung rheumatischer Erkrankungen verliehen.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung hat heute die Stiftung Wolfgang Schulze, die von der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V. verwaltet wird, Dr. Henrik Mei für seine Forschung über die Wirkung des Medikaments Rituximab mit dem Wolfgang-Schulze Preis geehrt.

Der Preis wird alljährlich für herausragende Forschungsarbeiten verliehen, die zu einem besseren Verständnis rheumatischer Erkrankungen und zur Entwicklung neuer Therapien beitragen. Die diesjährige Wahl der Jury fiel mit Henrik Mei auf einen Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe „B-Zell Gedächtnis“ von Prof. Dr. med. Thomas Dörner, eine Arbeitsgruppe, die gemeinsam von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin getragen wird.

Henrik Mei beschäftigt sich in der ausgezeichneten Arbeit* mit der Wirkung des Medikaments Rituximab bei Rheumapatienten. Rituximab wird zur Beseitigung von B-Lymphozyten in Rheumapatienten eingesetzt, damit diese Zellen die rheumatische Entzündung nicht mehr beeinflussen können. Rituximab beseitigt die B-Lymphozyten im Blut sehr erfolgreich und hilft vielen Patienten. Rund 20-30 % der Patienten sprechen jedoch auf die Behandlung nicht an und zeigen keine Besserung des Krankheitsbildes. Henrik Mei konnte nun erstmalig Rituximab-resistente B-Lymphozyten nachweisen, die in den Schleimhäuten des Körpers beheimatet sind. Sie schützen Lunge, Magen und Darm vor Krankheitserregern.

Noch ist nicht klar, ob und wie diese Zellen mit dem Krankheitsgeschehen zusammenhängen und warum sie nicht auf Rituximab ansprechen. Bereits jetzt führt die Arbeit von Henrik Mei aber zu einem genaueren Verständnis der Wirkung von Rituximab und ermöglicht die Entwicklung besserer Verfahren zur gezielten Beeinflussung von B Lymphozyten in der rheumatischen Entzündung.

Die Verleihung des Forschungspreises erfolgte im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am Mittwoch, 18. April 2012, um 18 Uhr in der Begegnungshalle der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V. in Berlin. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Prof. Thomas Dörner.

Quelle: * Mei HE, Frölich D, Giesecke C, Loddenkemper C, Reiter K, Schmidt S, Feist E, Daridon C, Tony HP, Radbruch A, Dörner T. Steady state generation of mucosal IgA+ plasmablasts is not abrogated by B cell depletion therapy with rituximab. Blood. 2010;116(24):5181-90.

Kontakt:
Dr. Henrik Mei
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
mei@drfz.de

Jacqueline Hirscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.drfz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Antibiotikaresistenzen: Ein multiresistenter Escherichia coli-Stamm auf dem Vormarsch

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sturmfeder bekämpft Orkanschäden

23.10.2017 | Maschinenbau

Vorstellung eines neuen Zellkultursystems für die Analyse von OPC-Zellen im Zebrafisch

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie