Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. Platz für Deutschland bei der Internationalen Chemie-Olympiade

08.08.2012
Florian Berger weltbester Nachwuchs-Chemiker. Auch die anderen deutschen Teilnehmer mit Medaillen ausgezeichnet.

283 Schüler aus 72 Ländern trafen sich vom 21. bis 30. Juli 2012 in Washington D.C. zur 44. Internationalen Chemie-Olympiade (IChO). Die vierköpfige deutsche Schülermannschaft erzielte mit 1x Gold, 2x Silber und 1x Bronze ein hervorragendes Ergebnis. Nach 20 Jahren holt mit Florian Berger erstmals wieder ein Deutscher den 1. Gesamtplatz. Die erfolgreiche deutsche Mannschaft wurde in der Botschaft in Washington empfangen. Bei der Verabschiedung des langjährigen deutschen Betreuers Wolfgang Hampe gab es stehende Ovationen.

Die besten Nachwuchs-Chemikerinnen und -Chemiker trafen sich zur 44. Internationalen Chemie-Olympiade (IChO) in den USA. Das deutsche Team bestand aus Florian Berger (Gymnasium Haus Overbach, Jülich), Toshiki Ishii (Max-Steenbeck-Gymnasium, Cottbus), Frederick Stein (mathematisch-naturwissenschaftlicher Spezialschulteil am Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt) und Patrick Pfaff (Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz). Florian Berger errang eine Goldmedaille, Toshiki Ishii und Frederick Stein wurden jeweils mit einer Silbermedaille ausgezeichnet, Patrick Pfaff gewann Bronze.

Die vier Olympioniken hatten sich im deutschen Auswahlverfahren gegen über 1.100 andere Schülerinnen und Schüler durchgesetzt.

In Washington haben sich die Teilnehmenden im Rahmen der Olympiade in einem praktischen Test und einer theoretischen Klausur miteinander messen müssen. Eine der praktischen Aufgaben bestand darin, dass die Schüler mit einer Isotopen-markierten Verbindung gearbeitet haben. In der fünfstündigen theoretischen Klausur wurde ein breites Wissen aus verschiedensten Bereichen der Chemie abgeprüft, so unter anderem die chemischen Syntheseschritte zur Herstellung eines Krebs-Therapeutikums.

Bei aller Chemie kam auch der olympische Gedanke im umfangreichen kulturellen Rahmenprogramm nicht zu kurz. Ein Höhepunkt für die deutsche Mannschaft war ein Empfang in der deutschen Botschaft in Washington. Beeindruckt von den Leistungen der deutschen Teilnehmer, die sich zuvor bereits im nationalen Wettbewerb durchgesetzt hatten, begrüßte die Leiterin des Wissenschaftsreferats Frau Andrea Noske das deutsche Team und hob hervor, welche Bedeutung dieser Wettbewerb einerseits für die Attraktivität der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) habe und andererseits die Möglichkeit eröffne, schon vor dem Studium persönliche Beziehungen zwischen angehenden Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern weltweit zu knüpfen. Nach 10 Tagen – gefüllt mit einem abwechslungsreichem Programm und dem Besuch eines Baseball-Spiels – wurden dann endlich die Medaillen verliehen: Mit 34 Gold-, 59 Silber- und 87 Bronzemedaillen wurde der weltbeste Chemie-Nachwuchs ausgezeichnet. Das deutsche Team schnitt hervorragend ab. Insgesamt einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze hinterließen glückliche Gesichter, sowohl bei den Schülern als auch bei den Betreuern. Seit 20 Jahren hat mit Florian Berger erstmals wieder ein Deutscher den 1. Gesamtplatz geholt. „Unsere Mannschaft hat so gut, wie lange nicht mehr abgeschnitten, wir sind glücklich den weltbesten Nachwuchs-Chemiker in unserer Reihe zu haben“ sagt Sabine Nick, Leiterin der deutschen Delegation.

Für Wolfgang Hampe (Betreuer der deutschen Mannschaft) war es die letzte Chemie-Olympiade. Die internationale Jury lobte sein 30-jähriges Engagement für den Chemie-Nachwuchs mit stehenden Ovationen „Ich könnte mir keinen schöneren Abschluss meiner Betreuer-Tätigkeit vorstellen“.

Die 45. Internationale Chemie-Olympiade wird vom 15.-24. Juli 2013 in Moskau (Russland) stattfinden.

Die Internationale Chemie-Olympiade wird seit 1967 jährlich in einem anderen Land ausgetragen, wobei sich vierköpfige Schülerteams aus bis zu 72 Nationen in theoretischen und praktischen Chemie-Aufgaben messen. Es handelt sich um einen internationalen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen bis zum 20. Lebensjahr. In Deutschland führt das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel die Auswahlrunden durch. Der im Jahre 1992 durch ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegründete Förderverein Chemie-Olympiade e.V. (FChO) hat sich zum Ziel gesetzt, das deutsche Auswahlverfahren zur Internationalen Chemie-Olympiade zu unterstützen, Naturwissenschaften in der Schule zu fördern sowie Brücken zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft aufzubauen. Der FChO zählt mittlerweile über 450 Mitglieder, vom Schüler bis zum Professor, vom Lehrer bis zum Industriechemiker.

Kontakt:
PD Dr. Sabine Nick
T (0431) 880 - 3116
nick@ipn.uni-kiel.de
Kontakt Förderverein Chemieolympiade e.V.:
Vorsitzender Dr. Timo Gehring
T 0171 5435538
vorstand@fcho.de

Dr. Ute Ringelband | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipn.uni-kiel.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie