Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1,8 Millionen Euro für die Braunschweiger Nanomesstechnik

24.03.2016

Forschungszentrum LENA erhält zwei Forschergruppen und ein Hochleistungsmikroskop

Das Forschungszentrum LENA (Laboratory for Emerging Nanometrology) erhält Verstärkung: Zwei zusätzliche Forschergruppen werden künftig dort arbeiten können. Den Wissenschaftlern steht zusätzlich zu weiteren Großgeräten ein hochmodernes Rasterelektronenmikroskop zur Verfügung.

1,8 Millionen Euro hat das Land aus dem sogenannten Niedersächsischen Vorab soeben dafür bewilligt. Die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen hatte zuvor die Pläne der Braunschweiger Forscherinnen und Forscher rund um Prof. Andreas Waag und Prof. Meinhard Schilling sehr gut bewertet.

LENA ist ein Zentrum der TU Braunschweig in Kooperation mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Nanotechnologie umfasst ein breites Spektrum neuer Technologien. Diese werden künftig in vielen Bereichen wie Medizintechnik oder Materialwissenschaften eine wichtige Rolle spielen. Die winzigen Strukturen und Partikel in der erforderlichen Präzision zu vermessen und ihre besonderen Eigenschaften zu erforschen, stellt die Wissenschaft vor neue Herausforderungen. 33 Millionen Euro investieren Bund und Land bereits in diese Forschung am Standort Braunschweig:

Ein Forschungsbau für das LENA wird derzeit auf dem Campus der Technischen Universität Braunschweig am Langen Kamp gebaut. Auf insgesamt 2.574 Quadratmetern entstehen Labore und Büros für über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, technisches Personal und Studierende nebst einer hochmodernen Ausstattung.

Die nun zusätzlich bewilligte Förderung beinhaltet zum einen die Einrichtung der zwei Nachwuchsforschergruppen. Mit 1,2 Millionen Euro werden insgesamt sechs Stellen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über drei Jahre finanziert. Mit ebenfalls 1,2 Millionen Euro wird die Beschaffung eines Rasterelektronenmikroskops mit fokussiertem Ionenstrahl ermöglicht. Letztere wurden vorbehaltlich einer fünfzig-prozentigen anteiligen Förderung durch den Bund bewilligt, das Land übernimmt also 600.000 Euro.

Die Nachwuchsgruppe OptoSense hat das Ziel, neue optische Sensoren zu erforschen. Sie sollen zum Beispiel bei der Diagnose von Krankheiten zum Einsatz kommen. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Überwachung der Umwelt, etwa bei der Anzeige von Stickoxiden in der Luft. OptoSense verbindet Licht und Elektronik, um Sensoren der Zukunft zu erforschen.

Die Nachwuchsgruppe Terahertz-Mikroskopie wird sich der Aufgabe widmen, neue Generationen von Computerchips zu optimieren. Die Analyse elektrischer Signale aus der neusten Chipgeneration mit bis zu über 1000 Gigahertz (also einem Terahertz) sind nämlich mit herkömmlichen Methoden aufgrund hoher Datenverluste nicht mehr möglich. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit der Erforschung passgenauer Messmethoden mit Hilfe der Terahertz-Mikroskopie. Diese erlaubt die berührungslose präzise Analyse elektrischer Signale.

Mit dem hochauflösenden Rasterelektronenmikroskop mit fokussiertem Ionenstrahl können Oberflächen im Nanometerbereich nicht nur, wie bei ‚konventionellen‘ Rasterelektronenmikroskopen, analysiert werden. Seine Besonderheit: Im selben Gerät können die Materialproben auch bearbeitet und vor der eigentlichen Aufnahme für spezielle Analysen präpariert werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für etliche Forschungsbereiche im LENA.

Weitere Informationen:

https://www.tu-braunschweig.de/mib/lena

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise