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1,60 Mio. Euro für Jenaer Alternsforscher – Francesco Neri erhält hochdotierten Kovalevskaja-Preis

16.11.2016

In Anerkennung seiner Forschungsarbeit wurde der Jenaer Nachwuchsforscher Dr. Francesco Neri am 15. November 2016 mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet, einem der höchst dotierten Wissenschaftspreise in Deutschland. Der Juniorgruppenleiter am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) wird damit die molekularen Ursachen von Krebsentstehung im Alter erforschen.

Warum neigen Zellen bei älteren Menschen dazu, häufiger zu mutieren und Krankheiten wie Krebs zu entwickeln? Dieser Frage geht der Molekularbiologe Francesco Neri am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) nach.


Dr. Francesco Neri (Mitte) erhält in Berlin den Sofja Kovalevskaja-Preis.

(Foto: Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer)

An Darmstammzellen erforscht der junge Italiener, welche Rolle die sogenannte DNA-Methylierung dabei spielt – ein chemischer Prozess, mit dem unsere DNA modifiziert wird, um auf Umwelteinflüsse zu reagieren. Dafür hat Neri neuartige Genkartierungstechniken entwickelt, um Mechanismen zu finden, die die DNA-Methylierung bei Stammzellen beeinflussen und nicht zu notwendigen DNA-Anpassungen, sondern zu schädlichen Veränderungen führen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat dem Nachwuchsforscher nun für seine Arbeiten am 15. November den mit 1,60 Millionen Euro dotierten Sofja Kovalevskaja-Preis verliehen, einen der höchstdotierten Wissenschaftspreise Deutschlands.

Große Chance für einen jungen Forscher

"Ich freue mich riesig über diese hohe Auszeichnung“, berichtet Dr. Francesco Neri stolz. „Die Arbeit am FLI in Jena bietet mir in einem international anerkannten Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Alternsforschung optimale Forschungsbedingungen, so dass ich mich nun voll und ganz auf meine Forschung konzentrieren kann.“

„Der Sofja Kovalevskaja-Preis bietet eine große Chance für junge Forscher, nahezu unabhängig eigene kreative Forschungsansätze zu verfolgen und umsetzen zu können“, unterstreicht auch Prof. Karl Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung, die Bedeutung des Forschungspreises. Mit dem Sofja Kovalevskaja-Preis sollen hochkarätige Wissenschaftler aus dem Ausland nach Deutschland geholt werden. Die Auswahl für den Humboldt-Preis für Nachwuchswissenschaftler ist hochkompetitiv und nur <10% der Vorgeschlagenen werden am Ende ausgewählt. Mit Dr. Francesco Neri ist erstmals ein Preisträger nach Thüringen rekrutiert worden. Er wird das Preisgeld verwenden, um am Leibniz-Institut für Alternsforschung eine neue Junior-Forschungsgruppe zur „Epigenetik des Alterns“ aufzubauen.

Der Preisträger – Dr. Francesco Neri

Dr. Francesco Neri wurde 1981 in Italien geboren, wo er an der Universität Siena Molekularbiologie studierte und in Biotechnologie promovierte. An der Human Genetics Foundation in Turin forschte er zwischen 2011 und 2016 zunächst als Postdoktorand, ab 2015 dann als Research Assistant. Zweimal war er in dieser Zeit als Gastwissenschaftler am Radboud University Medical Centre in Nijmegen, Niederlande, tätig. Sein Forschungsfokus lag dabei auf der Erforschung der Epigenetik von Stammzellen unter Anwendung von Next Generation Sequenzierungstechniken. Seit Juli 2016 ist er am FLI Leiter einer Junior-Forschungsgruppe.

Sofja Kovalevskaja-Preis für junge Forschertalente

Der Sofja Kovalevskaja-Preis wurde nach der 1850 geborenen russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja benannt und ist einer der höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreise. Er wird in diesem Jahr an sechs internationale Nachwuchsforscher aus den USA, Polen/Kanada, Italien, Kenia, USA/Dänemark und Iran/Australien verliehen. Der Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht den ausgezeichneten Forschern wissenschaftliche Arbeiten zu einzigartigen Konditionen in Deutschland durchzuführen: Sie erhalten die Möglichkeit, fünf Jahre ein eigenes Forschungsprojekt an einem Institut ihrer Wahl in Deutschland durchzuführen und eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Die Preissumme beträgt bis zu 1,65 Millionen Euro pro Preisträger und wird vom Bundesbildungsministerium für Bildung und Forschung finanziert. Weitere Informationen zu diesem Programm: http://www.humboldt-foundation.de/web/start.html

Kontakt

Dr. Evelyn Kästner
Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656373, Fax: 03641-656351
E-Mail: presse@leibniz-fli.de


Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena widmet sich seit 2004 der biomedizinischen Alternsforschung. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten. Näheres unter http://www.leibniz-fli.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Milliarden Euro. http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Informationen:

http://www.leibniz-fli.de - Homepage Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI)

Dr. Kerstin Wagner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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