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Im Zuge steigender Energiepreise wächst die "Energiearmut"

19.01.2009
Frankfurter Beratungskonzept wird bundesweit auf ausgewählte Kommunen übertragen

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Steigende Preise für Strom und Heizenergie haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die Energiekosten privater Haushalte deutlich erhöht haben.


Vor allem Geringverdienende und ALG II-Empfänger sind von dieser Entwicklung betroffen. Sie leben überdurchschnittlich häufig in schlecht isolierten Wohnungen, besitzen veraltete Elektrogeräte und sind ungenügend über Einsparmöglichkeiten informiert.

In Deutschland wird zunehmend zum Problem, was in anderen Ländern schon länger bekannt ist: "Energiearmut". Das Gebot der Stunde lautet also: Schwächere Haushalte müssen dabei unterstützt werden, ihren Energieverbrauch deutlich zu verringern und auf hocheffiziente Haushaltsgeräte umzusteigen.
Das spart Kosten, hilft dem Klimaschutz und fördert umweltfreundliche Technologien.

So begründete auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel seinen "Nationalen Energieeffizienzplan" der unter anderem vorsieht, Hartz-IV-Empfänger künftig beim Kauf von besonders energieeffizienten Haushaltsgeräten finanziell zu unterstützen.

Energiefressern zu Leibe rücken

In Frankfurt a.M. rückt man den Energiefressern mit dem Projekt "Cariteam-Energiesparservice" bereits seit vielen Jahren zu Leibe.

Der Energiesparservice wird vom Caritasverband Frankfurt a. M. in Kooperation mit dem Sozialdezernat und dem Energiereferat der Stadt Frankfurt a. M., dem Rhein-Main-Jobcenter und dem Energieversorger Mainova durchgeführt.

Haushalte mit geringen Einkommen können eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen und werden durch die ebenfalls kostenfreie Installation von kleineren Spargeräten wie Energiesparlampen oder Steckerleisten dabei unterstützt, ihre Energiekosten zu senken.

Diesen Service nehmen inzwischen bis zu 40 Haushalte monatlich wahr; Tendenz steigend. Das Konzept wird nun bundesweit auch auf andere Kommunen übertragen.
Die quantitativen Wirkungen hinsichtlich der Energie- und Kosteneinsparungen sowie die Effekte für den Klimaschutz durch die Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen analysiert das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) zusammen mit dem ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.
Parallel dazu werden die Empfehlungen für eine mögliche Optimierung von Beratungsauftritt und -inhalten erarbeitet.

"Gerade Haushalte mit geringem Einkommen sind häufig nicht in der Lage, die Kosten für den Kauf eines neuen Haushaltsgerätes aufzubringen. Wir werden daher innovative Ansätze zur Finanzierung effizienter Haushaltsgroßgeräte wie etwa Prämien oder Kleinkredite zum Kauf energieeffizienter Kühlgeräte auf ihre Übertragbarkeit und Praxistauglichkeit untersuchen. Dies erfolgt in enger Rückkopplung mit Sozialbehörden und Wohlfahrtsverbänden", so Dr. Immanuel Stieß, Projektverantwortlicher beim ISOE.

"Die Endlichkeit der Ressourcen zwingt dazu, Gerechtigkeit nicht mehr nur als eine Art Reparaturbetrieb über den finanziellen Ausgleich, sondern auch über eine Verringerung des Verbrauchs herzustellen", betont Stieß.

Aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher sparten so auf Dauer und leisteten damit auch einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz.

Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat langjährige Erfahrungen in der integrierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, die fächerübergreifend Wissen aus den Natur- und Sozialwissenschaften mit dem Wissen verschiedener Akteure transdisziplinär verknüpft. Das Institut bietet zukunftsfähige Lösungskonzepte und Analyse-Instrumente für politische, ökologische und soziale Entwicklungsdynamiken.

Pressekontakt:
Birgit Kullmann
Wissenskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Tel.: 069-707 69 19-30
Fax: 069-707 69 19-11
E-Mail: kullmann@isoe.de

Birgit Kullmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.isoe.de
www.isoe.de/projekte/energieeff.htm

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