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Im Rahmen des Forschungsprojekts Ecotram in Österreich sucht Siemens nun nach Sparmaßnahmen, die dennoch keine Abstriche beim Komfort bedeuten, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet. Um mindestens zehn Prozent sollte sich der Verbrauch für HKL laut den beteiligten Partnern senken lassen. Ziel ist die Entwicklung eines Simulationsmodells zur Optimierung der Klimasysteme einer Bahn.
Etwa 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht die Klimatisierung einer modernen Straßenbahn. Von der Isolierung bis hin zur intelligenten Steuerung gibt es unzählige Sparmöglichkeiten. Zum Beispiel treten extreme klimatische Bedingungen nur an wenigen Tagen im Jahr auf, die Systeme sind aber dafür ausgelegt und dadurch überdimensioniert, was ein Zuviel an Gewicht bedeutet. Mit Kohlendioxid-Sensoren könnte man die Lüftung an die Zahl der Fahrgäste anpassen. Denkbar ist auch, vor einer Haltestelle oder Tunneldurchfahrt Heizung oder Kühlung entsprechend einzustellen.
Zur Bewertung dieser Sparideen vermisst Ecotram zunächst den aktuellen Stromverbrauch aller HKL-Komponenten. Dafür machte eine Testbahn im Klimalabor den Wetterablauf eines ganzen Jahres im simulierten Fahrbetrieb durch. Derzeit ist sie im normalen Wiener Verkehr unterwegs, um die Labordaten mit Feldmessungen anzureichern.
Der Datensatz soll aufzeigen, in welchen Situationen und von welchen Systemkomponenten am meisten Energie verbraucht wird. Sparmaßnahmen werden dann hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Einwirkung auf den Fahrkomfort bewertet. Die Messdaten fließen auch in eine Simulationssoftware, die das thermische Verhalten einer Straßenbahn auf beliebigen Strecken beschreibt. Damit kann Siemens in Zukunft für Bahnen und jeden Einsatzort die Klimasysteme wirtschaftlich und energetisch optimieren.
Ecotram startete im März 2010, dauert 18 Monate und wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert. Neben Siemens sind die Technische Universität Wien, die Wiener Linien, das Klimatestlabor Rail Tec Arsenal, der Klimaanlagenhersteller Vossloh-Kiepe sowie die Schieneninfrastrukturgesellschaft beteiligt. Ein Nachfolgeprojekt soll die ermittelten Sparmaßnahmen in einem Spar-Bahn-Prototypen umsetzen. (RN 2010.12.2)
Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Siemens InnovationNews
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovation
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