Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Von der Siliziumtechnik zur molekularen Elektronik

17.02.2010
Wissenschaftler wollen die Brücke zur Mikroelektronik der Zukunft schlagen

Anzeige

Kann Elektronik noch kleiner und leistungsfähiger werden? Forscher am Institut für Halbleitertechnik an der Technischen Universität Braunschweig entwickeln gemeinsam mit Kollegen an der Universität Princeton (New Jersey, USA) und an der TU München neuartige Bauelemente für zukünftige Computerchip-Generationen.


Die kleinsten elektronischen Bauelemente haben heute Komponenten mit Abmessungen im Bereich weniger Nanometer erreicht (ein Nanometer ist der Millionste Teil eines Millimeters). Sie finden sich z. B. als Transistoren bereits milliardenfach in Computern. Die Silizium-Technologie stößt damit - was die Miniaturisierung angeht - langsam an ihre Grenzen. Weltweit suchen Forscher daher intensiv nach neuartigen Materialien und Bauelementen, welche in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die heutige Siliziumtechnik ergänzen oder irgendwann sogar ersetzen könnten.

Als sehr aussichtsreich gelten organische Moleküle, also künstlich hergestellte, chemische Nanoteilchen, welche die Aufgaben konventioneller Bauelemente wie Dioden, Schalter oder Transistoren übernehmen und durch neuartige Funktionen erweitern würden. Rein organische elektronische Schaltkreise werden aber in den nächsten Jahren noch Utopie bleiben.

Forscher aus Braunschweig um Prof. Marc Tornow wollen nun eine Brücke von der heutigen Siliziumtechnik zur zukünftigen molekularen Elektronik schlagen. "Unser Ziel ist es, Siliziumkontakte im Nanometerbereich herzustellen, mit denen die Moleküle elektrisch angeschlossen werden können", erläutert Tornow. Ihre Partner aus der organischen Chemie der Universität Princeton (Prof. Jeffrey Schwartz, Prof. Steven Bernasek) bringen die speziell hergestellten, leitfähigen Moleküle in das Projekt ein, welche sich als hochgeordnete Schichten auf Silizium abscheiden lassen. Diese Funktionalisierung der Oberfläche erfolgt in enger Kooperation mit Wissenschaftlern des Walter-Schottky-Instituts der TU München (Prof. Gerhard Abstreiter, Dr. Anna Cattani-Scholz), die ebenfalls Partner im Projekt sind.

Die Arbeiten werden an der TU Braunschweig mit rund 220.000 Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Im Rahmen des dreijährigen, bilateralen Projekts erhalten die US-amerikanischen Partner eine parallele Förderung durch die National Science Foundation.

Kontakt:
Prof. Dr. Marc Tornow
Institut für Halbleitertechnik
Technische Universität Braunschweig
Hans-Sommer-Str. 66, 38106 Braunschweig
Tel.: +49 (0) 531-391 3821
m.tornow@tu-braunschweig.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.iht.tu-bs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „All4Green“ – Rechnen, wenn der Wind bläst
24.05.2012 | Universität Mannheim

nachricht Komplexität beherrschen
23.05.2012 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp