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Siemens hat hierfür eine Anlage entwickelt, die Abfälle aus der Holzproduktion in Brennstoffe verwandelt. Die damit erzeugte Energie reicht aus, um tausende Haushalte mit Elektrizität und Wärme zu versorgen.
Besonderheit dieses regenerativen Brennstoffes ist ein deutlich geringerer Kohlenstoffdioxid-Ausstoß gegenüber anderen fossilen Energieträgern, wie beispielsweise Steinkohle. Grundlage ist das von Siemens Industry Solutions entwickelte Reject-Power-Verfahren zur Gewinnung von elektrischer Energie und Prozesswärme durch das Verbrennen von Reststoffen.
Das neue Böblinger Biomasseheizkraftwerk hat den Testbetrieb erfolgreich abgeschlossen. Herzstück der Reject Power Anlage von Siemens ist ein Schleuderrad. Hier werden die brennbaren Abfälle aus der Holzproduktion getrocknet und mit hohem Tempo in die Brennanlage eingeworfen. Der erzeugte Dampf wird über eine Turbine in Strom umgewandelt und gleichzeitig für Fernwärme genutzt. Ein Generator speist die gewonnene Elektrizität in das öffentliche Netz ein. Dadurch können mehr als 5.000 Menschen mit elektrischer Energie versorgt werden.
Mit dem Reject-Power-Konzept von Siemens hat bereits ein österreichischer Papierhersteller Mayr-Melnhof gute Erfahrungen gemacht. Das Verfahren ist ein Baustein des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2008 bereits 19 Milliarden Euro Umsatz erzielt hat. Für 2011 wird ein Umsatz von 25 Milliarden Euro angestrebt.
Vorteil dieser in Deutschland neuartigen Anlage ist vor allem, dass sie die Nutzung von Holzabfällen mit hohem Wassergehalt ermöglicht. Solche Brennstoffe entstehen beispielsweise bei der Produktion von Hackschnitzeln. Da herkömmliche Hackschnitzelheizanlagen diese sogenannten Siebreste nicht verarbeiten können, war ihre stoffliche Verwertung lange Zeit undenkbar. Bislang wurden die zurückbleibenden Siebreste kostenlos abgegeben, das Material jedoch nicht in ausreichender Menge abgenommen. Für die Energieerzeugung werden in der Böblinger Anlage jährlich 20.000 Tonnen dieses natürlichen Brennstoffes eingesetzt. Durch den geringen CO2-Ausstoß der Anlage entsteht sprichwörtlich reiner Ökostrom. (IN 2009.08.2)
Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Siemens InnovationNews
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovation
Weitere Berichte zu: Abfall > Brennstoff > Elektrizität > Hackschnitzel > Hackschnitzelheizanlagen > Holzproduktion > Holzreste > Reject Power Anlage > Reject-Power-Verfahren > Saubere Energien > Siebreste > Ökostrom
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