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Nachhaltiger Biokraftstoff aus Vietnam: TFH Georg Agricola präsentiert Machbarkeitsstudie auf internationaler Konferenz

12.11.2009
Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gehört zu den großen Hoffnungsträgern, wenn es um die Bekämpfung des globalen Klimawandels geht.

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Ob sich diese Hoffnungen verwirklichen lassen, hängt in entscheidender Weise von der Realisierbarkeit geeigneter Technologien und Vermarktungskonzepte ab. Die Technische Fachhochschule (TFH) Georg Agricola stellte heute (12.11.) auf einer internationalen Konferenz des SEA-EU-NETs in Bogor (Indonesien) die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor, in der Potenziale der Biokraftstoff-Produktion aus der Pflanze Jatropha Curcas in Vietnam untersucht wurden.


Auf der zweitägigen Konferenz "Climate change: adaptation and mitigation" diskutierten rund 160 forschungspolitische Entscheidungsträger und Wissenschaftler auf Einladung des SEA-EU-NET Lösungsansätze im Kampf gegen den Klimawandel. Das SEA-EU-NET ist eine Kooperation der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN und der Europäischen Union (EU), die in diesem Netzwerk die gegenseitige Kooperation auf den Gebieten Wissenschaft und Technologie intensivieren wollen.

"Eine nachhaltige Nutzung von Jatropha Curcas zur Herstellung von Biokraftstoffen ist möglich", fasste TFH-Präsident Professor Dr. Jürgen Kretschmann das Ergebnis der Studie für die Konferenzteilnehmer zusammen. "Wir haben mit unserer Studie einen interdisziplinären Ansatz verfolgt: Unter Nachhaltigkeit verstehen wir nicht nur eine ökologisch vorteilhafte, d.h. klimaschonende Produktion, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und die Orientierung am Gemeinwohl, d.h. an der Grundversorgung der Bevölkerung mit Einkommen und Energie." Gerade für Schwellenländer wie Vietnam, die durch Energiepflanzen auch ihre Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern könnten, sei es von entscheidender Bedeutung, dass Klimaschutzmaßnahmen auch wirtschaftlichen und sozialen Nutzen brächten. Nachhaltig in diesem dreifachen Sinn könne eine vietnamesische Jatropha-Öl-Produktion nur dann sein, wenn die gesamte Wertschöpfungskette von der Anpflanzung bis zur Ölgewinnung von der Landbevölkerung selbst betrieben werde, z.B. in Form lokaler Agrargenossenschaften.

"Es ist wichtig, die Etablierung der Biokraftstoff-Produktion mithilfe geeigneter Forschungsstrategien zu begleiten und zu fördern, um positive Wirkungen zu erzielen und negative Wirkungen zu vermeiden.", appellierte Professor Kretschmann abschließend an die Forschungspolitiker im Publikum, die Biokraftstoff-Forschung durch geeignete politische Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu fördern.

Die Machbarkeitsstudie zur Biokraftstoff-Produktion aus Jatropha Curcas in Vietnam wurde von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der Technischen Fachhochschule Georg Agricola in enger Zusammenarbeit mit dem Research Institute for Oil and Oil Plant (IOOP) in Ho-Chi-Minh-Stadt, einer Einrichtung des vietnamesischen Industrie- und Handelsministeriums, durchgeführt. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung und das vietnamesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie haben die Studie finanziell unterstützt.

Stephan Düppe | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: pri-ristek.info/bogorconference
www.tfh-bochum.de/

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