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Mikroalgen als neuer Biodiesel-Lieferant?

23.10.2008
Pflanzliche Rohstoffe für die Produktion von Biotreibstoffen stehen aufgrund der Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ein Team um Michael Schagerl vom Department für Meeresbiologie der Universität Wien hat einen potenziellen Rohstoff für Biodiesel gefunden, der keine Agrarflächen benötigt und auch nicht mit Feldfrüchten und Getreide in Konkurrenz steht: Algen.

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ForscherInnen der Universität Wien sind auf der Suche nach Mikroalgen, die sich für die Biodieselgewinnung eignen könnten. Unter der Leitung von Michael Schagerl und in Kooperation mit der Firma BDI ? BioDiesel International AG werden Algen von verschiedensten Biotopen isoliert, kultiviert und schließlich auf ihren Fettgehalt untersucht.


Die Öleinlagerung dient bei vielen Schwebealgen als Überlebensstrategie, um Absinken in unbelichtete Bereiche zu minimieren. Besonders Arten der Grünalge Botryococcus sind bekannt für hohe Lipidgehalte. So ist diese Gattung auch fossil als Hauptbestandteil von Ölschiefern (Anm.: Gesteine, die Bitumen oder schwerflüchtige Öle enthalten) anzutreffen.

Algenöl wird Biodiesel - ohne Agrarflächen- und Lebensmittelproblematik

Das Forschungsteam geht in dem dreijährigen Projekt folgendermaßen vor: In einem ersten Schritt werden Algen isoliert, kultiviert und auf ihren maximalen Ölertrag getestet. In einem weiteren Schritt wird ein Modellphotobioreaktor errichtet, die Algenernte optimiert und Algenöl zu Biodiesel verestert. Schließlich ist vorgesehen, einen Bioreaktor mit den Abgasen eines Biomassekraftwerkes zu betreiben. Somit wird das bei der Verbrennung entstandene Kohlendioxid wieder als Biomasse gebunden.

Algensprit ist klimaneutral und somit den bisher verwendeten, fossilen Energieträgern vorzuziehen. Durch die hohen Wachstumsraten der Mikroalgen und die Verwendung von Photobioreaktoren geht im Gegensatz zu Biodiesel aus Feldfrüchten nur wenig potenzielle Agrarfläche verloren. Mit diesem Verfahren kann Algenöl zu hochwertigem Biodiesel verarbeitet werden, d.h. es wird damit ein weiterer Rohstoff für Biodiesel erschlossen, der nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht.

Kontakt
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Schagerl
Department für Meeresbiologie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
T +43-1-4277-571 10
M +43-680-126 94 67
michael.schagerl@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Veronika Schallhart
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 30
M +43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at

Veronika Schallhart | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.univie.ac.at/175

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