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Materialien für die Energieversorgung - Und: Warum Energiesparlampen gar nicht so schlecht sind

15.09.2009
Forschung für die Energieversorgung der Zukunft - das bedeutet zu einem Großteil Forschung an neuen Materialien.

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Ob Energiesparlampen, Leuchtdioden (LEDs), Brennstoffzellen oder neue Batterie-Systeme - diese und andere Entwicklungen für eine moderne Energieversorgung konnten oder werden erst durch neue Materialien Marktreife erlangen. Mit Spannung erwarten daher Materialforscher die zwölfte European Conference on Solid State Chemistry, die vom 20. bis 23. September 2009 in Münster stattfindet. So genannte Energiematerialien machen einen Schwerpunkt der Tagung aus, die von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) organisiert wird.


Themen wie Batterien und Energiespeicherung, Festkörper-Brennstoffzellen, Elektroden- und Elektrolytmaterialien sowie Materialien für die Photovoltaik und für Superkondensatoren (Supercaps) werden in Münster diskutiert. Sehr viele Beiträge stammen auch aus der Grundlagenforschung über anorganische Materialien, die durch die vielen neuen Problemstellungen aus dem Energiesektor und aus der Elektronik auch deutlich an Fahrt gewonnen hat. "Durch die neuen Impulse, die die Grundlagenforschung zu neuen Materialien erhält, werden wir hoffentlich auch bald die vielen noch ungelösten Materialprobleme bei modernen Energiesystemen lösen können", kommentieren die Münsteraner Gastgeber der Tagung, Professor Dr. Rainer Pöttgen, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, und Professor Dr. Martin Winter, Institut für Physikalische Chemie der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Dem kann sich Professor Dr. Claudia Wickleder vom Institut für Anorganische Chemie der Universität Siegen, Vorstandsmitglied der GDCh-Arbeitsgemeinschaft Chemie&Energie, voll und ganz anschließen: "Als Otto Normalverbraucherin und als Wissenschaftlerin fesselt mich mein Forschungsgebiet, nämlich die Entwicklung bei den Leuchtmitteln, also von den Glühlampen über die Halogen- und Energiesparlampen bis zu den LEDs und OLEDs. Energiesparlampen sind viel, viel besser als ihr Ruf. Aber LEDs und OLEDs sind auf dem Vormarsch, und ich bin überzeugt, dass es den Materialwissenschaftlern gelingt, sie für noch mehr Anwendungsgebiete weiterzuentwickeln, als das bisher der Fall ist. Meiner Meinung nach sind die extrem energiesparenden LEDs die Lampen der Zukunft."

Energiesparlampen statt Glühbirnen sei aber ein erster richtiger Schritt; denn immerhin würden derzeit 19 Prozent der produzierten elektrischen Energie für Beleuchtungszwecke verwendet, sagt Claudia Wickleder. Mit dem Ersatz der Hälfte aller Lampen weltweit durch LEDs könnten jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Energiesparlampen sind wegen ihres Quecksilbergehaltes umstritten. Der liegt aber bei den neuen Lampen nur noch bei drei Milligramm pro Lampe (im Vergleich: ein Quecksilberthermometer enthielt etwa ein Gramm, also etwa das Drei- bis Vierhundertfache), und Wissenschaftler arbeiten daran, das Quecksilber völlig zu ersetzen. Solang dürfen Energiesparlampen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Und noch ein Kritikpunkt lässt sich entkräften: Die Lichtfarbe der Energiesparlampe muss keineswegs "kalt" sein und somit, wie vielfach behauptet wird, zu Depressionen führen. Je nach Mischungsverhältnis der drei Leuchtstoffe (rot, grün, blau) erhält man ein eher warmes (hoher Rotanteil) oder ein eher kaltes (hoher Blauanteil) Licht, und es sind auch Lampen erhältlich, deren Lichtfarbe der des Sonnenlichts ähnlich ist.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 26 Fachgruppen und Sektionen sowie zudem weitere Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften, darunter die AG Chemie und Energie, die im März 2009 gegründet wurde. Auch die Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung, gegründet 1963, nimmt sich mit ihren über 750 Mitgliedern zunehmend der Energiefragen an.

Dr. Renate Hoer | Quelle: GDCh
Weitere Informationen: www.gdch.de

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